Re: Studie zu Risikofaktoren für negative Psychotherapieoutcomes (Online-Befragung)

30. 06. 2020 01:46
Hallo Christoph,

klar sind offene Antworten schwerer auszuwerten. Es muss auch nicht unbedingt sein.

Aber die Sorge ist eben halt da, dass aufgrund der Formulierung der Frage, bzw. der Antwortmöglichkeiten, falsche Schlüsse gezogen werden könnten.

Als Beispiel nur mal: Sollte sich herausstellen, das Menschen die Arbeitslos sind quantitativ ein höheres negatives Outcome haben, ist die Frage, wie es interpretiert wird.

Ich sehe dann schon förmlich die nächste Headline: Arbeitslose profitieren weniger von Psychotherapie.

Dabei hat es wahrscheinlich weniger mit Arbeitslosigkeit an sich zu tun, als vielmehr mit der ständigen existentiellen Angst und den Problemen mit Ämtern vor allem wenn man Hartz IV Bezieher ist oder werden könnte und der daraus resultierenden weiteren Stigmatisierung.

Oder wenn als weiteres Ergebnis heraus kommt: "Beamte haben ein besseren Outcome". Vielleicht liegt es daran, dass sie privat versichert sind und sie darüber eine bessere Psychotherapeutische Versorgungslage vorfinden und ihre existentiellen Bedürfnisse auf jeden Fall gesichert sind.

Und lassen sich die verschiedenen Versorgungslagen und Berufsgruppen überhaupt Länderübergreifend vergleichen? Was bedeutet Arbeitslosigkeit in Österreich, in der Schweiz und in Deutschland?

Sorry, wenn ich da meine Fragen aufwerfe. Übringens für die Zukunft könnte es für sie interessant sein: In Deutschland gehen schon einige Universitäten im Forschungsbereich soweit, dass der gesamte Forschungsprozess von Anfang bis Ende von Erfahrenen-Experten begleitet wird. So würden sie dann auch schon beim Entwickeln des Fragebogens mit einbezogen und können schon dort wichtige Hinweise geben.

Viele Grüße Heike

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Ich bin ein Mensch mit vielen Farben und Facetten zeitweise unterbrochen durch unipolar depressiven Phasen, im MD-Forum schon seit 2002 vertreten.

"Recovery zielt nicht auf ein Endprodukt oder ein Resultat. Es bedeutet nicht, dass man ›geheilt‹ oder einfach stabil ist. Recovery beinhaltet eine Wandlung des Selbst, bei der einerseits die eigenen Grenzen akzeptiert werden und andererseits eine ganze Welt voller neuer Möglichkeiten entdeckt wird. Dies ist das Paradoxe an Recovery: Beim Akzeptieren dessen, was wir nicht tun oder sein können, beginnen wir zu entdecken, wer wir sein können und was wir tun können" (Patricia Deegan 1996).
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Studie zu Risikofaktoren für negative Psychotherapieoutcomes (Online-Befragung)

renzc 886 26. 06. 2020 20:26

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Anne.Freiburg 224 27. 06. 2020 07:42

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renzc 199 28. 06. 2020 09:58

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renzc 202 28. 06. 2020 10:13

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Anne.Freiburg 211 28. 06. 2020 13:31

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renzc 173 30. 06. 2020 01:25

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Heike 202 29. 06. 2020 01:42

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renzc 178 30. 06. 2020 00:12

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Heike 333 30. 06. 2020 01:46



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