14. 07. 2022 17:44
Liebe Mitglieder,

ich habe bemerkt, dass ich in einer hypomanen Phase war bzw. bin und in den letzten 2 Wochen ununterbrochen neue Projekte begonnen und an Ideen gearbeitet. Mich triggert tatsächlich sehr, dass ich in Australien promovieren möchte, gerade mache ich meinen Master und die akademischen Anforderungen so hoch sind, dass ich neben meinem Teilzeit-Job und Vollzeit Uni an eigenen Projekten arbeiten muss, um dem Traum näher zu kommen. Von Natur aus bin ich sehr ambitioniert und in der hypomanen Phase hat sich dieses ganze Wirrwarr vermutlich noch mehr gegenseitig hochgeschaukelt. Mir wurde zusätzlich zum Lithium noch Olanzapin verordnet und ich fühle mich ruhiger, nicht mehr so aufgedreht, allerdings bin ich unheimlich müde. Leider war das auch die Bestätigung für mich, dass ich bipolar bin. Habe immer gehofft, dass das vielleicht doch nur eine falsche Diagnose war, da es mir mit Medikamenten wieder gut ging und man schnell vergisst wie es sich anders anfühlt. Schwierig ist, dass ich mich kaum auf meine Prüfungen konzentrieren konnte wegen den 100 anderen Dingen im Kopf und ich jetzt mit der Müdigkeit auch nicht besser bedient bin. Ich wollte zu Beginn des Semesters einen Nachteilsausgleich beantragen, einfach zur Prävention, weil man ja nie weiß wann eine neue Phase starten kann bzw. wie die Medikamente sich auswirken. Meine Therapeutin hat das so ein bisschen abgewimmelt und hat mich gefragt was ich mir vorstelle, wie Prüfungen für mich anders laufen könnten, weil ich zu dem Zeitpunkt sehr stabil war. Ich dachte man überlegt gemeinsam in der Therapie oder mit den Professoren, aber irgendwie fehlte mir die Unterstützung aus der Therapie. Jetzt ist genau der Fall eingetreten dem ich eigentlich präventiv entgegen wirken wollte. Ich bin einfach erschöpft, ich bin schlecht vorbereitet und trotzdem muss ich ja die Prüfungen ablegen, ich möchte das Studiumsende nicht länger hinauszögern. Abgesehen davon habe ich gerade zu Beginn der hypomanen Phase die Therapie auf Eis gelegt in Abstimmung mit der Therapeutin, weil es mir seit Beginn Sep21 besser ging und wir kaum etwas zu besprechen hatten. Ich dachte dann irgendwann, dass sich bestimmte Verhaltensweisen einfach nicht ändern, aber jetzt durch die Phase ist mir klar geworden, dass ich an diesen Verhaltensweisen arbeiten muss bis sie nicht mehr auf mich negativ wirken. Ich bin auch unzufrieden mit der Therapie, da es immer wieder um die gleichen Themen ging und daran immer nur oberflächlich gearbeitet wurde. Ich wäre auch gerne mehr in die Tiefe gegangen, aber anscheinend war das nicht das Ziel der Therapeutin. Gerade was die Ambition betrifft steche ich immer heraus in meinem Umfeld und in hypomanen Phasen findet man oft Bestätigung, da es ja beneidenswert ist was man alles macht und schafft. Gibt es vielleicht einige unter euch, denen ähnlich geht, die sehr auf Karriere fokussiert sind und sich das dann gerne hoch schaukelt? Wie geht ihr damit um? Hat vielleicht auch jemand Erfahrungen mit einem Nachteilsausgleich im Studium? Mir macht das auch super Spaß mich in Themen zu verlieren, nachzudenken und einfach auf ein Ziel hinzuarbeiten, aber dabei vergesse ich oft, dass ja da noch die Krankheit ist, die mit Stress gar nicht gut zusammen passt.

Liebe Grüße & bleibt gesund,

Machiavelia
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Ambition & Bipolarität

Machiavellia 715 14. 07. 2022 17:44

Re: Ambition & Bipolarität

kinswoman 171 14. 07. 2022 18:00

Re: Ambition & Bipolarität

Machiavellia 150 14. 07. 2022 18:56

Re: Ambition & Bipolarität

fahni 144 14. 07. 2022 18:58

Re: Ambition & Bipolarität

soulvision 138 14. 07. 2022 20:21

Re: Ambition & Bipolarität

Formeleins 155 14. 07. 2022 21:41

Re: Ambition & Bipolarität

dino 237 15. 07. 2022 09:23



In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen