Beziehungsgestaltung in der Familie

20. 08. 2020 13:37
Es gibt da eine Sache, die mich sehr beschäftigt, was mir beim Lesen des zitierten Beitrages wieder mal ins Bewusstsein gerufen wurde.
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Soulvision in dem Baum "Wie wird ein Maniker monogam?"
Da trennst du allen Ernstes noch immer die Krankheit von den beteiligten Umfeld-(sprich Beziehungs-)faktoren. Aber kein Wunder, du trennst ja auch die Krankheit von dir, da brauchst du dann ja keine Verantwortung zu übernehmen. Im Zweifel war und ist es ja immer die Krankheit und nicht die Person (...)
(...)
Hast du dich jemals neben deiner ohne Frage vorhandenen Compliance in Bezug auf Medikamente auch mit deinen Beziehungen befasst?

Die Frage, ob und inwiefern meine Bipo durch Angehörige ausgelöst oder verstärkt wurde nämlich. Ich habe selbst eine bipolare Mutter, die sich jedoch niemals mit der Diagnose auseinandergesetzt hatte (Dies war bloss möglich, da sie einen reichen Papa hatte, der ihr immer wieder aus der Patsche halft, und die Diagnose ebenfalls nie an sich heran gelassen hat. Es waren immer ihre Männer (Papa und Stiefpapa) verantwortlich gemacht wenns Ihr schlecht ging.
Ich habe noch 5 Geschwister, und alle litten mehr oder weniger unter Mamas Krankheit. Ich bin der einzige der sie bisher geerbt hat. Ich habe jahrelang probiert, zu allen eine gute Beziehung zu haben, hab angerufen, bin regelmässig zu Besuch gegangen, hab mit den Geschwistern Dinge unternommen etc. Zurückgekommen ist kaum etwas. Seit ich zu meiner Diagnose stehe, eine gute Compliance erreicht habe kriege ich jedoch das Gefühl, dass keiner sich mit mir und meiner Krankheit befassen will. Im Gegenteil: Dieses Jahr wurde ich nicht einmal mehr zum Weihnachtsessen und Ostern eingeladen. In den Klinikaufenthalten der letzten 2 Jahre (insgesamt etwa. 8 Monate gabs auch keinen Besuch, ausser als der Stiefpapa kam und mir via Behörden einen Vormund verpassen wollte (!) Sie seien alle total überfordert mit mir, liebe Behörden, bitte helft uns. Damals mit 16 wurde ich zu Hause rausgeschmissen in eine WG geschickt gegen meinen Willen, weil meine Mama gerade eine Phase mit psychotischen Symptomen hatte. Meine Geschwister durften allerdings alle zuhause bleiben.
Für meinen Papa, der etwa.300 km entfernt wohnt ist das Thema "psychisch krank" ein Thema dass grundsätzlich nicht interessiert.

Ich würde echt gerne die Beziehungen zu meiner Familie "nach oben" gestalten und verbessern, aber die Gedanken daran, die (scheinbare?) Unmöglichkeit etwas zu verändern kostet mich sehr viel Kraft.
Zur Zeit überlege ich, ob ich mich einfach radikal distanzieren soll...ob das wohl helfen würde? oder alles nur noch schlimmer macht??

Gibts jene unter euch, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben? Wie seid ihr damit umgegangen und hat es irgendohin geführt?
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Beziehungsgestaltung in der Familie

downtoearthguy 645 20. 08. 2020 13:37

Mit dem Zitat bin ich gemeint

Lichtblick 190 20. 08. 2020 19:44

Re: Beziehungsgestaltung in der Familie

soulvision 199 20. 08. 2020 21:25

Re: Beziehungsgestaltung in der Familie

soulvision 156 23. 08. 2020 17:18

Re: Beziehungsgestaltung in der Familie

Milla 138 24. 08. 2020 07:57

Re: Beziehungsgestaltung in der Familie

downtoearthguy 120 28. 08. 2020 11:15



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