Bipolare Diagnose wieder loswerden?

10. 09. 2026 17:44
Hallo zusammen,

ich hätte eine etwas ungewöhnliche Frage.
Wie lange müsste ich ohne Medikation symptomfrei sein,
bis ärztlicherseits geprüft werden könnte, ob eventuell doch keine BiPo Störung vorliegt?

Der Hintergrund ist folgender: Durch Gespräche mit Psychiaterin, Psychologin und eigene Reflektion
ist mir retrospektiv aufgefallen, dass meine bisherigen Manien immer (wirklich ohne Ausnahme immer)
im Zusammenhang mit Cannabiskonsum aufgetreten sind. Genauer gesagt zeitverzögert nach Konsumstopp.

Der Ablauf war stets der gleiche: Sobald ich einmal den Konsum von Cannabis begonnen hatte,
agierte ich als Süchtiger und die Konsummenge stieg rasant während die die Konsumintervale immer kürzer wurden.
Endstufe waren dann meistens 12 bis 15 Joints über den Tag verteilt, wobei ich durch Toleranzbildung kaum noch einen Rausch
gespürt habe, während meine Atemwege und Lunge mir immer deutlicher signalisierten dass es so nicht weitergehen kann.
Wenn der Leidendruck dann groß genug war, stellte ich den Konsum komplett auf 0 ein, jedoch ohne Entzugsklinik oder ähnliche Unterstützung.
Als psychische Entzugserscheinungen traten dann Schlafstörungen und Reizbarkeit auf. Ziemlich genau 4 bis 5 Wochen
nach Konsumstopp eskaliert die Hypomanie bzw. Manie massiv und dann bin ich in die Klinik eingefahren.
Dieses Muster |Konsum| -> |Konsumstopp| -> |4-5 Wochen später Manie| habe ich blöderweise mehrfach (9-11 mal) wiederholt.

Durch die Zeitverzögerung zwischen Cannabiskonsum und Auftreten der Manien und weil ich ein Süchtiger bin,
wollte ich sehr lange Zeit diesen Zusammenhang nicht wahr haben. Hab's u.a. als Selbstmedikation rechtfertigt.

Von 2020 bis 2023 war ich nach einer Langzeitdrogentherapie über 3 Jahre komplett clean, also kein Cannabis und auch kein Alkohol.
In diesem Zeitraum hatte ich mich mit meiner damaligen Psychiaterin überworfen und bin einfach nicht mehr hingegangen,
somit auch keine Medikamente (Lithium) mehr eingenommen.
Über 2 Jahre hat das funktioniert ohne manisch oder depressiv zu werden. Hab in dieser Zeit auch Vollzeit gearbeitet und während der Corona-Zeit
gab es auch genug andere Stressfaktoren.
Es hat solange gut funktioniert, bis ich dummerweise wieder mit Cannabis rückfällig wurde und das oben beschriebene Muster wiederholt habe.

Mir ist bewusst, dass es genug Menschen gibt mit manisch-depressiven Episoden oder auch psychotischen Episoden,
die noch nie irgendwas mit illegalen Drogen am Hut hatten. Menschen die die ganze Zeit clean sind und die Krankheit tritt trotzdem auf.

Gleichzeitig frage ich mich, ob meine bipolare Störung eventuell einfach eine Folge des Cannabiskonsums/-Entzugs ist.
Ich meine nicht irreversibel als dauerhafte Folgestörung sondern möglicherweise als akute Nebenwirkung/Entzugserscheinung.
Wie lange müsste man symptomfrei ohne Medikation sein, bis ein Facharzt die Diagnosestellung kritisch überprüft? 5 Jahre? 10 Jahre?
Gab es überhaupt schon Fälle in denen eine jahrelang bestehende Bipolar Diagnose zurückgenommen wurde?

Ich bedanke mich schon mal im voraus für konstruktive Beiträge.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Bipolare Diagnose wieder loswerden?

Mellifera 482 10. 09. 2026 17:44

Re: Bipolare Diagnose wieder loswerden?

Hotte 150 10. 09. 2026 20:03

Re: Bipolare Diagnose wieder loswerden?

Lichtblick 144 10. 09. 2026 20:39

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fahni 108 11. 09. 2026 17:14

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Sinuskurver 143 10. 09. 2026 21:24

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kinswoman 236 11. 09. 2026 18:22



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