Hallo zusammen,
ich bin neu hier und würde mich gerne mit Menschen austauschen, die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Meine psychischen Probleme haben bereits in meiner Teenagerzeit angefangen. Die Diagnose bipolare Störung bekam ich allerdings erst Mitte 20. Seitdem habe ich verschiedene Therapien gemacht, war auch schon in einer Tagesklinik und habe viele Medikamente ausprobiert.
Seit mehreren Jahren nehme ich Lithium und hatte seitdem keine Manie mehr. Die Depression kommt allerdings immer wieder durch und reißt mich teilweise komplett aus meinem Leben.
Depression, Medikamente & aktuelle Situation
Ich habe über die Jahre verschiedene Antidepressiva ausprobiert. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass mein Körper neue Präparate überhaupt nicht mehr verträgt. Ich reagiere teilweise mit starker Übelkeit, Schwindel, Erbrechen und anderen körperlichen Beschwerden. Gleichzeitig habe ich die Erfahrung gemacht, dass Medikamente, die früher geholfen haben, irgendwann nicht mehr dieselbe Wirkung hatten.
Aktuell ist genau das wieder passiert und ich bin deshalb schon länger krankgeschrieben. Besonders schwierig ist für mich, dass ich erst vor Kurzem einen neuen Job angefangen hatte und nun direkt länger ausfalle. Mein Arbeitgeber hat mir ein Gespräch und Unterstützung angeboten, aber ich weiß überhaupt nicht, was ich sagen soll. Aufgrund früherer Erfahrungen möchte ich meine psychische Erkrankung nie wieder offenlegen. Was sagt man jedoch dem Arbeitgeber?
Momentan empfinde ich viel Druck, Anspannung und Angst, bin schnell überreizt und erschöpft. In dieser Ausprägung kannte ich das vorher nicht. Ich bin fachärztlich in Behandlung und überlege zusätzlich, eine psychosomatische Reha zu machen.
Mich würde interessieren: Kennt jemand diese Veränderung im Laufe der Erkrankung? Also dass Antidepressiva irgendwann nicht mehr wirken wie früher oder plötzlich kaum noch vertragen werden? Und hat jemand Erfahrungen mit einer psychosomatischen Reha bei bipolarer Störung?
Studium, Beruf & GdB
Mein zweites großes Thema ist mein beruflicher Weg. Ich studiere noch und hangele mich beruflich gefühlt von einem Werkstudenten- oder Teilzeitjob zum nächsten. Ich frage mich oft, wie andere Menschen mit bipolarer Störung es geschafft haben, ihre Ausbildung oder ihr Studium abzuschließen und anschließend dauerhaft im Berufsleben Fuß zu fassen.
Ich habe außerdem einen GdB von 50. Im Studium habe ich erst vor Kurzem angefangen, diesen tatsächlich zu nutzen und Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Bei meinen Werkstudenten- oder Teilzeitjobs habe ich ihn dagegen bisher nie angegeben. Ich habe Sorge, wie Arbeitgeber darauf reagieren, ob Nachfragen kommen oder ich mich erklären bzw. rechtfertigen muss.
Deshalb würden mich besonders die Erfahrungen von Menschen interessieren, die bereits während ihrer Ausbildung oder ihres Studiums einen GdB hatten. Habt ihr ihn bei euren Arbeitgebern angegeben? Wenn ja, schon bei der Bewerbung oder erst später? Hat es euch geholfen oder habt ihr auch negative Erfahrungen gemacht?
Und vor allem: Wie habt ihr es geschafft, mit der Erkrankung euren beruflichen Weg zu finden und langfristig im Arbeitsleben zurechtzukommen?
Ich freue mich auf eure Erfahrungen und einen offenen Austausch.
Grüße gehen raus :-)
Clementine