Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

16. 08. 2026 17:06
Hallo zusammen,

ich schreibe hier, weil mein Kopf nach den Ereignissen der letzten Monate völlig zerrissen ist. Ich fühle mich, als würde ich um einen Mann trauern, der physisch noch existiert, dessen Seele und wahres Ich aber wie ausgelöscht sind. Wir waren 11 Jahre ein glückliches Paar, davon 4,5 Jahre verheiratet. Wir waren füreinander das absolute „Zuhause“. Aktuell bereite ich meinen Auszug in eine eigene Wohnung vor, um mich aus diesem Albtraum zu retten, aber emotional komme ich dem Tempo meines zusammenbrechenden Lebens kaum hinterher.

Aufgrund des Verlaufs vermute ich ganz stark eine (undiagnostizierte) Bipolare Störung und einen schweren manischen Switch. Der absolute Verlust seiner Empathie war für mich das Schlimmste: Bei einem unserer letzten Aufeinandertreffen vor der Trennung erlitt ich vor seinen Augen und aufgrund seiner feinseligen, verachtenden und emotional plötzlich abgewendeten Art eine physische Reaktion mit massiven, qualvollen Herzschmerzen, die bis in den Bauch zogen. Er sah mich mit einer eisigen Gefühlskälte und absoluten Emotionslosigkeit an – null Empathie und sagte dann: Wenn ich einen Unfall hätte, müsstest du ja auch alleine klarkommen. Im Laufe des Dezember sagte er: Ich merke, dass schon allein deine Anwesenheit mich anspannt. Auf Rückfrage wie er das meint:
Als würde er neben einem Menschen sitzen, den er nicht mag...oder als würde gleich eine Prüfung auf einen zukommen, auf die man keinen Bock hat. Im November schrieb er noch: Freue mich auf das gemeinsame Einschlafen...im Dezember/Januar ging das nur noch mit nicht abgesprochener Bedarfsmedikation!

Es war, als blicke ich in die Augen eines wildfremden Menschen. Der Auslöser: Im Oktober 2025 wurde seine Bupropion-Dosis wegen einer depressiven Phase erst auf 150mg, dann auf die Höchstdosis von 300 mg gesetzt und dann zurück auf 150mg. Seine Persönlichkeit wurde komplett überschrieben. Er zeigte Anfang Januar extreme körperliche Unruhe (permanentes Aneinanderreiben der Füße, zwanghaftes Knacken mit den Fingergelenken), fahriges Auftreten, eine energische, veränderte Stimmfarbe und auffällige, starre, glänzende Augen. Seitdem ist er für mich komplett in zwei unvereinbare Anteile gespalten:

1. Das manisch-destruktive Ich (und der soziale Abstieg):
Gesteuert von einem permanenten, ungesunden Drang nach Dopamin, Reizen und Flucht. Ende Dezember bis Anfang Januar war er nur noch unterwegs. Kurz nach Neujahr war er lange spazieren und berichtete einen neuen Freund im Restaurant kennengelernt zu haben. nach Nach einer "impulsiven und ungeplanten" Trennung "aufgrund eines Neuanfangs, herausfinden wer er ohne mich ist, eigene Wohnung und Anzweifeln sexueller Orientierung " lebte er 5 Monate lang nur aus dem Rucksack bei Freunden usw., vollzog 4 Wohnungswechsel in 6 Monaten.
Bei seinem fluchtartigen Auszug nahm er keine praktischen Alltagsgegenstände mit, sondern raffte impulsiv große Wandbilder und seinen PC zusammen, flog kurz darauf beim Kumpel raus und endete im desorganisierten Couchsurfing. Er klagte über Ganzkörperschmerzen und die quälende Unfähigkeit, weinen zu können. Im April vollzog er einen radikalen Schnitt: Er löschte und blockierte langjährige, gemeinsame Freunde und ignorierte Einladungen zu wichtigen Meilensteinen (Hochzeiten, 30. Geburtstage) komplett.
Finanziell ruiniert er sich – er zahlte Doppelmieten aus dem alleinigen Krankengeldbezug, lässt Post wochenlang ungeöffnet liegen und schickte eine rechtlich wertlose Kündigungs-Mail an unsere Vermieterin. Zwischen Januar und März baute er massiven Druck auf, damit ich aus der Wohnung ausziehe, und warf mir vor, ich würde „auf seine Kosten chillen und lachen“ – pure Projektion seines eigenen Elends. Als ich Grenzen setzte, kündigte er impulsiv an, seinen Mietvertragsteil ohne Anschlussunterkunft zu kündigen, und riskierte Obdachlosigkeit. Er entschuldigte sich später nach Spiegelung meiner Situation für den Druck. („du hast es ja schon schwer genug") Er flog nach 3 Monaten beim ersten Freund raus ( kurz zuvor hatte er sehr große Wandbilder zum Freund mitgenommen... Er schrieb mir: XY schmeißt mich raus. Woraufhin ich ihn mehrfach anrief. Er blockte ab, er könne gerade nicht. Nach Stunden sendete ich ein ? Er: Ihm sei jetzt nicht nach Telefonieren, ich solle genau schreiben, was ich gewollt habe..Aber danke, dass du direkt angerufen hast. Ich kann erstmal wo schlafen...

Er entwertete die Ehe rückwirkend komplett („nur aus Mitleid/Verlustangst geheiratet“) Dann: Natürlich seien da auch Gefühle gewesen, aber "aus falschen Gründen" geheiratet. Ich sei ihm als Mensch nicht egal, aber es reicht nicht mehr für Beziehung oder Ehe..Nachdem er im Oktober nachts noch schrieb dass ich sein Zuhause bin und wie froh er ist, dass ich an seiner Seite bin.. Im September kauften eir noch Möbel zusammen...

2. Das unterbewusste, gesunde Bindungs-Ich (und extremes Gaslighting):Trotz der Aggressionen brach die 11-jährige Bindung immer wieder unwillkürlich durch. Mitten in hasserfüllten Monologen rutschten ihm laut „Schatz“ oder „Schatzi“ heraus, worüber er selbst erschrak [Mitte März überfiel ihn eine Art emotionaler Vandalismus: Er versteckte gezielt eines unsere Hochzeitsbilder, weil er den Anblick der Realität nicht ertrug. Später betrieb er brutales Gaslighting und behauptete, intensive Nähe bei Treffen (Umarmungen, Memes) seien „nur für mich“ gewesen, um mir zu helfen. Obwohl er behauptete, er wolle mich im Trennungsjahr nicht sehen, schrieb er heimlich eine WG in meiner direkten Nachbarstraße/Seitenstraße an und verhandelte um das Zimmer (das er zum Glück nicht bekam) Gleichzeitig betonte er panisch, er wolle „auf keinen Fall wieder einziehen, weil sonst nach Monaten wieder Gefühle entstehen könnten“ Bis heute blockiert er die Räumung seines Zimmers in der Wohnung – seine Hantelbank, sein Boxsack und Kisten und alles Mögliche stehen seit Wochen unberührt da.
Aktuelle Eskalation durch Kontaktentzug (August 2026):

Seit Juni kommuniziere ich nur noch strikt bürokratisch und an einem fest mitgeteilten Wochentag mit ihm. Vorletzten Donnerstag holte er Möbel ab – ich bin seit Monaten absichtlich nicht da. Als er per Text fragte, wann ich in meine neue Wohnung kann, antwortete ich nur kühl mit dem Datum. Seine Reaktion war ein völlig bizarres, aufgesetztes: „Ach wie cool, freut mich, dass das klappt mit der Wohnung!“
Danach eskalierte sein digitaler Kontrollverlust: Er fügte am 28.07. ein aggressives Metal-Lied namens „The Carnage“ (Das Gemetzel) in unsere alte, intime Flitterwochen-Liste ein. Er folgte mir plötzlich bei Kleinanzeigen, sah quasi dabei zu, wie ich unser altes Leben auflöse und entfolgte panisch, als ich ein Kleid und den ehemals gemeinsamen Sessel hochgeladen habe

Unmittelbar vor der Abreise zu einem einwöchigen Musik-Festival warf er mein Profil aus dem Netflix-Account. In seiner eigenen Watchlist hinterließ er als letzte Einträge zwei Filme: Bride Hard (eine Hochzeit versinkt im Chaos) und "Ein Schatz zum Verlieben "(ein geschiedenes Paar findet nach einer Schatzsuche wieder zusammen).Genau heute endet sein Festival und er kehrt morgen in die nackte Realität (Schulden, Chaos, seine Wohnung ) zurück.

Ich bin am Ende meiner Kräfte. Mein Kopf spaltet ihn selbst in den „alten“ und den „neuen“ Mann, um diesen Widerspruch zu überleben und uch habe teils sogar Schmerzen im Kopf aufgrund dieser Dissonanz. Ich habe mehrfach Kontakt zu den Ärzten in der Klinik aufgenommen gehabt und über diesen krassen und plötzlichen Wesenswandel berichtet...ich war bei seinem Hausarzt, um ihn zu schützen, falls er irgendwann realisiert was er mir angetan hat.. Und ich war Anfang des Jahres beim Sozialpsychiatrischen Dienst, anonym.
Das Schlimme ist: Sein Umfeld scheint davon nichts zu merken, ich bin die Einzige, die es so hart abbekommen hat. Sein bester Freund hat mich zudem nicht ernstgenommen.. Mein Mann sei lediglich etwas lebendiger als sonst und er scheine diesen Neuanfang wohl zu brauchen. Durch ihn erfuhr ich aber dass die Medikamente im März (nach/in der Tagesklinik) nochmal etwas umgestellt wurden seien..

Ab Oktober/ November schloss er sich ( Mitte 30) einer Klinik-Clique aus Anfang 20 Jährigen an, ließ sich ein Ohrloch stechen, übernachtete dort und berichtete über gegenseitiges Kraulen während der Klinikzeit(!). Dies brachte er dann mit zu mir und kraulte mich genauso wie er es dort kennengelernt hatte...

.Meine Fragen an euch:Hat jemand von euch so eine extreme Wesensveränderung und so einen Bupropion-induzierten Switch erlebt? Wie geht man mit dieser Mischung aus brutaler Abweisung und gleichzeitiger, kranker Fixierung (Nachbarstraße, Netflix-Filme, Sachen blockieren) um? Wie habt ihr die Trauer um einen Partner verkraftet der zwar noch lebt, aber nicht mehr existiert?

Vielen Dank fürs Lesen.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.08.26 17:22.
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Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

hope12 562 16. 08. 2026 17:06

Re: Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

Hotte 181 16. 08. 2026 17:37

Re: Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

Sinuskurver 134 16. 08. 2026 19:21

Re: Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

hope12 174 16. 08. 2026 19:27

Re: Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

fahni 158 16. 08. 2026 20:01

Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität.

Lichtblick 154 16. 08. 2026 20:09

Re: Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

hope12 171 16. 08. 2026 19:52

Re: Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

hope12 155 16. 08. 2026 20:28

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VanGogh 137 17. 08. 2026 16:49

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hope12 127 17. 08. 2026 17:34

Re: Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

hope12 151 17. 08. 2026 17:44

Re: Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

Troy123 168 19. 08. 2026 19:39

Re: Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

kinswoman 185 16. 08. 2026 20:30

Re: Ehemann nach Bupropion-Erhöhung radikal wesensverändert. Verdacht auf manischen Mischzustand/Bipolarität. Brauche Austausch.

anonym2026 144 16. 08. 2026 22:17



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