Liebes Forum,
ich schreibe als Partnerin eines bipolar Erkrankten in aktuell akut manischer Phase. Es ist die zweite, ausgewachsene Manie innerhalb unserer Beziehung und ich bin einigermaßen verzweifelt. Er hat unvermittelt den Kontakt abgebrochen vor knapp 6 Wochen, und ich sitze hier (mal wieder) im Scherbenhaufen. Heute hatte ich ein Erstgespräch bei einer Therapeutin, aber es ginge mir "nicht schlecht genug" um mich anzunehmen.. Ich sehe das natürlich anders, aber das hilft mir jetzt auch nicht. Ich habe einen Termin für eine SHG für Angehörige, worin ich viel Hoffnung lege und dachte daher, dass auch ein Austausch hier vielleicht gewinnbringend sein könnte. Denn ich stehe vor vielen Fragen, allen voran natürlich "Wie hält man das als Angehörige aus?" Es ist wirklich jedes Mal ein absoluter Alptraum aus Trauer, Sorge, Wut, Angst, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Erschöpfung, Anspannung, Sehnsucht, Herzschmerz, Ohnmacht, Ungeduld, Kränkung, Abweisung, Unklarheit und Einsamkeit. Wie schaffen es andere Partner, diese Phasen zu überstehen? Ohne zu wissen, wie lange es dauert, wie schlimm es noch wird (beim ersten Mal kam Psychose dazu, ich rechne auch dieses Mal damit), wohin mit den ganzen Gefühlen und Belastungen? Und wie "entscheidet" man, ob man sich weiterhin (oder wieder) darauf einlassen will, wenn die Phase vorbei ist? Wie viel Schmerz kann und will man tragen und ab wann ist die Beziehung mehr Schmerz als Erfüllung? Wie "misst" man das? Fragen über Fragen, vielleicht finde ich hier Antworten oder zumindest Perspektiven.. Danke schonmal!