Hallo liebe Gemeinde,
meine Frau hat die Diagnose Bipolare Störung erhalten. Unsere Tochter ist inzwischen 16 Monate alt. Rückblickend hat alles im Wochenbett begonnen. Davor gab es aus meiner Sicht keinerlei Auffälligkeiten.
Nach der Geburt entwickelte sie zunächst eine schwere Depression, die fast ein Jahr anhielt. Danach ging es ihr etwa drei Monate lang wieder deutlich besser. Anschließend rutschte sie jedoch in eine manische Phase.
Während dieser Manie hat sie Dinge getan, die in einer Ehe normalerweise nur schwer oder gar nicht zu verzeihen wären. Trotzdem versuche ich, die Krankheit von der Person zu trennen und vieles im Zusammenhang mit der Erkrankung zu sehen.
Seit Monaten kümmere ich mich komplett allein um unsere Tochter und übernehme praktisch alles rund um Betreuung, Haushalt und Alltag.
Meine Frau wurde nun am vergangenen Donnerstag aus der Klinik entlassen. Sie gilt als stabilisiert, aber aus meiner Sicht noch nicht wirklich gesund. Ich habe sie seit der Entlassung getroffen und bewusst nicht über unsere Beziehung gesprochen, sondern nur über alltägliche Dinge, damit sie sich nicht unter Druck gesetzt fühlt. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass sie noch nicht wieder ganz sie selbst ist.
Hinzu kommt, dass sie während ihrer Erkrankung einen anderen Mann kennengelernt hat und mich aktuell blockiert.
Deshalb möchte ich euch fragen:
Habt ihr erlebt, dass Betroffene nach einer schweren Manie und Klinikbehandlung wieder vollständig zu sich selbst zurückgefunden haben? Kann es sein, dass meine Frau mit der Zeit wieder gesund wird, ihre Erkrankung akzeptiert und zu ihrer Familie zurückkehren möchte?
Oder kommt es auch vor, dass der Zustand nach einer Manie dauerhaft so bleibt und die Betroffenen ihr neues Leben einfach weiterführen?
Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen und ehrliche Einschätzungen freuen.
Vielen Dank