Hallo Delulu44,
willkommen, du bist hier genau richtig bei uns im Forum. :)
Dein Bericht erinnert mich an meine Anfänge mit der Bipo vor > 40 Jahren.
Das Leben mit dieser Erkrankung wird anders als das vor der Diagnostizierung oder wie manche meinen dem Ausbruch dieser.
Du hast einen akademischen Abschluss und Arbeitserfahrung mit Klienten möglicherweise im sozialen Bereich und liebst dein Arbeitsfeld (!). Das ist doch schon einmal eine gute Prämisse für die Zukunft. Bei deinem 2. Studium kannst du vielleicht 1 oder 2 Semester aussetzen bzw. den Abschluss schieben. Denn vor jeder neuen Tätigkeit oder lernen braucht es eine Auseinandersetzung mit deiner persönlichen Variante der Bipo, soll heißen Einsicht, Akzeptanz, soziale Rhythmen, Frühwarnzeichen, Gegensteuermöglichkeiten auch in Form von Medis (für mich: soviel wie nötig und so wenig wie möglich) gerade für Stresssituationen, in Theorie ganz allgemein und noch viel wichtiger im eigenen Handeln. Das große Zauberwort heißt Balance oder auch Stabilität weit vor allem vermeintlich perfekten dem Mainstream angepassten Lebensstil. Eine Selbsthilfegruppe würde auch nicht schaden, ganz im Gegenteil.
Im Moment wirst du Geduld mit dir selbst brauchen, denn Reflexionsprozesse brauchen ihre Zeit. Raus aus der Reizüberflutung hin zu deinem Vater finde ich einen mutigen und wichtigen Schritt.
Du bist jung genug, um dir ein zufriedenes Leben mit deiner Erkrankung aufzubauen. Beispiele, wie das gehen kann, findest du hier viele beschrieben.
Ich wünsche dir Hoffnung und Zuversicht für einen neuen Start in dein Leben nicht trotz sondern mit der Bipo in Selbstverantwortung.
LG
s.