Re: Betroffener und Angehöriger zugleich

07. 05. 2026 19:01
…ich kann das gut verstehen - ich bin nicht bipolar, aber mein Lebensgefährte. Ich kämpfe selber mit starken Verlassenheitsängsten und da ist die Distanz, die er oft aufbaut absolutes Gift für die Beziehung. Ich neige dann auch leider dazu ungerecht zu werden und würde am liebsten das Weite suchen. Bei mir kommt auch noch dazu, daß unsere Beziehung bis zum Ausbruch seiner Manie im September 2023 sehr innig, liebevoll und zugewandt war. Nie wäre mir der Gedanke gekommen, daß unsere Beziehung von seiner Seite aus beendet würde - was mit dem Eintritt seiner Manie der Fall war.
Ich werfe sehr schwer damit fertig, wie sich alles verändert hat und meine alten Ängste wieder ihr scheußliches Haupt erheben und mir das Leben so schwer machen. Wir sind jetzt seit 20 Jahren zusammen und in dieser Zeit hatte er alle diese Ängste zum Schweigen gebracht durch seine unerschütterliche Liebe.
Wenn man sich nicht (mehr) sicher, geborgen und aufgehoben fühlt in der Partnerschaft, dann wird es schwierig und Mißverständnissen sind Tür und Tot geöffnet.
Kann man Zuneigung überhaupt einfordern? Wie groß ist die Gefahr, daß sich ungewollte Zustände einschleichen, die sich eventuell nicht mehr rückgängig machen lassen können? Sind Rituale hilfreich? Wie kann ich mein Gegenüber erreichen, wenn er innerlich meilenweit entfernt ist? Und ist das sinnvoll, oder erreiche ich damit das Gegenteil?
In einer Partnerschaft, wo keiner von beiden bipolar ist, ist das ja oft schon problematisch.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Betroffener und Angehöriger zugleich

Scio 1085 26. 04. 2026 23:42

Re: Betroffener und Angehöriger zugleich

Grashalm 177 07. 05. 2026 19:01



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