Hallo Chaplin,
Eine schizoaffektive Störung liegt vor, wenn gleichzeitig schizophrene Symptome (z.B. Wahn oder Halluzinationen) und affektive Symptome (depressive oder manische Beschwerden) auftreten, ohne dass eine der beiden Gruppen allein stark oder eindeutig genug ist, um die Diagnose Schizophrenie oder eine reine Depression bzw. Manie zu stellen. Wichtig ist dabei: Die psychotischen Symptome sind nicht nur ein Teil der Stimmungserkrankung, sondern können auch unabhängig von ihr bestehen.
Bei Bipolar I treten psychotische Symptome nur während einer manischen oder depressiven Episode auf und verschwinden danach wieder. Bei der schizoaffektiven Störung können psychotische Symptome dagegen auch außerhalb von Stimmungsepisoden vorhanden sein.
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Ja, es gibt natürlich Unterschiede in der Behandlung beider Erkrankungen, nämlich in der Gewichtung der Medikamente. Soviel ich weiß, steht bei der schizoaffektiven Störung fast immer ein Antipsychotikum im Mittelpunkt der Behandlung, weil die psychotischen Symptome (Wahn, Halluzinationen) auch unabhängig von der Stimmung auftreten können. Zusätzlich werden je nach Verlauf Stimmungsstabilisierer und/oder Antidepressiva gegeben. Hier haste also eine parallele Behandlung von Psychose und Stimmung. Kann natürlich auch individuell anders sein, so ist das wohl meist beim Mixen der Medis..
Bei Bipolar-I werden Antipsychotika oft auch rein phasenabhängig gegeben, aber das ist unterschiedlich, also wie bei Dir wahrscheinlich (?), auch dauerhaft Risperidon zur Prophylaxe. Das machen Psychiater_innen unterschiedlich, denke ich. Aber: Klar gibt es Unterschiede, durch eine Diagnose wird es zielführend in der Therapie.
Durch Dich ist mir heute das Wort "quasipsychotisch" beim Lesen über den Weg gelaufen, faszinierend.
LG fahni