Hi,
warum rufst Du nächste Woche nicht in der Praxis an und fragst nach einem Dosier-Schema für dein Medikament? Das fände ich vernünftig und naheliegend.
Es ist nicht optimal sofort das Handtuch zu schmeißen, da Du auch erst einen neuen Behandler finden musst. Ich würde Deine Fragen mit dem Psychiater noch einmal klären, da es auch einfach zu Missverständnissen kommen. Es ist wichtig deine Bedürfnisse zu formulieren und um Aufklärung zu bitten.
Eine gute psychiatrische Behandlung sollte immer beinhalten, dass Patient*innen verständlich über Wirkung, mögliche Nebenwirkungen und Alternativen von Medikamenten informiert werden und sich in Entscheidungen eingebunden fühlen.
Entscheidend ist dabei, ob sich die Situation verbessert. Wenn Aufklärung auch nach deinem erneuten Ansprechen ausbleibt, Du dich weiterhin nicht ernst genommen oder sogar alleingelassen fühlst, ist ein Wechsel durchaus sinnvoll. Gerade in der Psychiatrie spielt Vertrauen eine zentrale Rolle, und ohne dieses wird eine erfolgreiche Behandlung deutlich erschwert. Klar.
Dass wir in Entscheidungen einbezogen werden, ist grundsätzlich positiv und entspricht dem Konzept der gemeinsamen Entscheidungsfindung. Problematisch wird es jedoch, wenn dieses „Überlassen“ eher als Rückzug der ärztlichen Verantwortung erlebt wird und keine echte Begleitung stattfindet. Du bist ja neu in diesem Feld.
Ein sofortiger Wechsel ist nicht immer notwendig, aber wenn sich auch nach Klärungsversuchen nichts ändert und das Vertrauen fehlt, ist es absolut legitim, sich eine andere psychiatrische Betreuung zu suchen.
Bei mir ist es so, dass ich recht zufrieden bin mit meinem Psychiater, er nimmt sich Zeit, auch für kurze psychotherapeutische Gespräche und man merkt, dass er das, was er in 11 Jahren Ausbildung gelernt hat, auch unbedingt kompetent weitergeben möchte..
LG fahni