Hallo,
Kennt das jemand von euch ?
Seitdem ich versuche mit meinen Freunden über meine kranken Depressionen und wiederkehrenden Manien zu sprechen, versuchen mir alle gut zuzureden. Sie sind der Meinung, ich müsste mir nur mal einen Job suchen, und alles würde dann gut werden, wenn ich erstmal beschäftigt bin. Klar, ich bin ja erst seit 15 jahren arbeitslos. Also Husch,Husch, zurück ins normale leben...
...."aber letzten Sommer ging es dir doch gut! Du hast dich um 1000 Sachen gekümmert und warst manchmal die ganze Nacht wach und hast Sachen gemacht." ja, da habe ich lange zeit nur 5-6 stunden pro Nacht geschlafen oder auch mal gar nicht. Dafür bekomme ich Bewunderung . ?!? das war eine Manie, bei der glücklicherweise nichts schlimmes passiert ist.
Stichwort Stigma: Viel schwieriger als offen über seine Krankheit zu sprechen, ist dass andere sie überhaupt anerkennen. Es hat 12 Jahre gedauert, bis ich selbst meine Krankheit anerkannt habe. Als ich dann die Diagnose bekommen habe und es meiner besten Freundin erzählt habe, meinte die, das hätte ich mir schön ausgesucht, weil sich bipolar ja viel schicker anhört als ADHS und ich will bloß nicht einsehen dass ich ADHS habe, was es ihrer Meinung nach ist, und sie könnte das ja beurteilen weil sie mich lange kennt und ich brauche ja nur eine Entschuldigung dafür dass ich mein Leben an die Wand fahre, mit allen Möglichkeiten die ich so hatte. Seitdem habe ich den Kontakt abgebrochen.
Ich Versuchs immer mit "stell dir vor, dir fehlt ein Bein und ich versuche dir einzureden, du könntest einfach aufstehen und gehen" das kapieren die auch nicht.
..."ich hab auch schonmal ne Therapie gemacht, die hat sogar etwas geholfen, vielleicht hätte sie auch mehr geholfen wenn ich länger dabei geblieben wäre, aber weißt du, man redet sich auch ein dass man was hat, wenn man sich in solche Gedanken reinsteigert. " Danke für den Tip. Wie oft warst du denn schon in der Klinik oder beim Psychiater? Noch nie? Ich schon min. 10 mal, aber nicht weil ich unbedingt wollte sondern sogar gegen meinen Willen.
Aber ja, ich bin (todes-) Frustriert was das Thema Akzeptanz meiner Krankheit angeht. Die Welt versteht meine Gefühle nicht, seitdem ich 5 Jahre alt bin. Ich bin ein Alien hier auf Planet Erde. Jeder Schritt den ich in dieser Gesellschaft mache, fühlt sich schwer und seltsam an.
am Ende wird es darauf hinauslaufen, dass ich wieder nur so tue als wäre ich ein normaler Mensch, solange das geht (also 10 Minuten am Tag) . Vielen Dank liebe Gesellschaft.
Wie geht es euch damit ich brauche eure Hilfe ...
<3
Dogfantasy