Hallo in die Runde,
ich möchte mich kurz vorstellen. Ich habe schon öfter mal mitgelesen, schreibe aber heute das erste Mal etwas.
Ich bin Angehörige eines bipolar erkrankten Mannes (bipolar II, früher Rapid Cycler) Die Diagnose kam 2014 auf, vorher hatte er mit Depressionen zu kämpfen. Mit der Einnahme eines Antidepressivums traten hypomane Züge hervor. Nach vier Jahren des Herumprobierens kam ein großer Zusammenbruch mit Einweisung. Darauf erfolgte die Umstellung auf Lithium und Lamotrigin. Seit drei/vier Jahren nimmt er zusätzlich Olanzapin, aufgrund von psychotischen Zuständen. Es waren viele Auf und Abs, schwierige Zeiten für uns alle.
Seit knapp zwei Jarhen hatte ich das Gefühl, dass er sich stabilisiert, berufliche Tätigkeit war immer möglich. Für andere Dinge war die Energie verständlicherweise beschränkter. In unserer Ehe war es sicherlich nicht immer einfach, aber eine Gefühl der Nähe und Verbundenheit war da.
Seit 5/6Monaten habe ich bemerkt, dass er sich zurückzieht von unserer Beziehung, abwesend und gefühlskalt geworden ist. Ich habe mehrfach verucht, das anzusprechen, es kam immer die Antwort, die Arbeit wäre gerade das Problem. Letzte Woche meinte er plötzlich, er könne das alles nicht mehr, die Beziehung und ich wären ihm gleichgültig... Trennung steht im Raum. Später hat er zugegeben, dass er seit 6 Monaten wieder kifft (in seiner Jugend hat er wohl viel gekifft). Dazu kommt auch, dass er wieder regelmäßig sein Bier trinkt und gern mal einen Whisky. Auf meine Initiative sind wir zu seiner Psychaterin gegangen, die ihm deutlich klar gemacht hat, wie schädlich er da handelt und wie psychotrop die Substanzen sind.. Die Emotionslosigkeit hat er bei ihr nicht thematisiert... er hat eingewilligt aufzuhören und auch den Alkoholkonsum komplett auszusetzen.
Jetzt zu meiner Frage, sorry ist etwas lang geworden. Es ist ja erwiesen, dass THC die Denk- und Gefühlsebene verändert. Gerade mit einer psychatrischen Diagnose und den Psychopharmaka... Kann es sein, dass seine Gefühlsebene da komplett ausgeschaltet wurde? Hat jemand hier Erfahrung damit gemacht? Ich bin verzweifelt und kann mir diesen krassen Sinneswandel nicht erklären... zumal ich ihn so gefühlskalt und abweisend nur bei/nach dem großen Zusammenbruch 2018 erlebt habe.
Danke und viele Grüße,
anonym 2026