Hallo zusammen,
ich bin neu hier und schreibe wegen meines Vaters (Anfang 70, Bipolar I).
Sein Hauptproblem sind sehr schwere Manien und lange Depressive Phasen.
Aktuell nimmt er 3× täglich Tabletten, organisiert über Tablettendienst und meine Mutter. Das funktioniert leider immer schlechter – Tabletten werden vergessen oder zu spät genommen da der Tablettendienst abends nicht kommt und die Mutter selbst schon so alt ist und sich nicht mehr umfänglich darum kümmern kann. In der Folge kommt es ca. 1-2 mal im Jahr zu extremen Manien, teilweise mit Unterbringung in der geschlossenen Abteilung. Und ohne konsequente Medikation kommt er selbst aus der Manie nicht mehr heraus. Wenn er jedoch in der Manie ist wird es um so schwieriger ihn davon zu überzeugen, dass er die Tabletten benötigt.
Früher (um das 50. Lebensjahr) hatte er eine Depot-Spritze, mit der er über längere Zeit sehr stabil war. Nach einem Arztwechsel wurde diese nicht mehr fortgeführt, seitdem hat sich der Zustand schleichend über die Jahre verschlechtert. Weniger bis gar keine Normal-Phasen mehr. Entweder Tiefe Depression oder Manie.
Bei Nachfrage beim aktuellen Facharzt meinte dieser, eine Depot-Spritze sei „im Alter nicht mehr möglich“.
Daher meine Fragen an euch:
- Hat jemand Erfahrung mit Depot-Medikation bei Bipolar I im höheren Alter?
- Mit welcher Medikation können wir ihn im Alter über einen längeren Zeitraum stabil halten?
- Habt ihr ähnliche Aussagen von Ärzten gehört?
- Habt ihr vielleicht Tipps, wie man an eine fundierte Zweitmeinung kommt (Region Südbayern/Rosenheim)
Vielleicht müssten wir einfach auch den Arzt wechseln?
Vielen Dank fürs Lesen und für jeden Hinweis.