Also bei mir hat das geklappt mit heiraten und Kind bekommen. Ich habe sogar promoviert und eine Zeit lang in meinem Beruf gearbeitet.
Wos mich dann richtig geschleudert hat war Familie mit Kind + Job, Haushalt. Also die sogenannte Mehrfachbelastung habe ich nicht hinbekommen. Daher bin ich nicht mehr erwerbsfähig, leider. Ich habe meinen Beruf sehr gemocht.
Schwangerschaft war so weit stabil mit einer sehr niedrigen Dosis meines Medikaments. Gestillt habe ich natürlich nicht, da die Dosis nachher erhöht werden musste wegen hoher Gefahr für Depression/Psychose. Ich war danach aber nie wieder so stabil wie vor der Schwangerschaft. Mein Mann hat mich massiv unterstützt, wir haben quasi Rollen getauscht. Auch die Familie hat mich unterstützt, also es braucht schon ein größeres Netzwerk und man muss auch damit rechnen, dass man ausfällt.
Unser Kind ist auch neurodivers und queer aber heutzutage ist das nicht mehr so ein Problem und dadurch dass ich mich damit so gut auskenne, fühlt es sich auch gut aufgehoben und verstanden.
Wir sind eine bunte Familie und ich sehe das mittlerweile nicht als Makel sondern wir haben viele positive Eigenschaften dadurch.
Klar ist es mit unserer Krankheit schwieriger aber allein dass wir mit dieser Herausforderung umgehen können zeichnet uns schon aus.
Aja und Klinik geht bei mir auch kaum. Ich bin dort wegen den vielen Schicksalen immer komplett überfordert. Wenns aber nicht anders geht, dann muss es sein (z.B. bei schlimmen Suizidgedanken, die ich im Sommer hatte weil ich dachte es ist eine gute Idee mein Medikament zu reduzieren...)