Hallo liebes Forum,
ich bin 38 Jahre alt und habe seit 2024 die Diagnose Bipolar I. Da hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Manie mit psychotischen Symptomen, voher waren mir eher depressive Phasen vertraut und ich lief unter der Diagnose rezidivierende depressive Störung. Im Rückblick gab es wohl seit meiner Jugend schon ein paar hypomane Phasen, die aber weder ich, noch mein Umfeld, noch mein Psychiater als solche identifiziert hat.
Nun spüre ich seit ca. 4 Wochen wieder hypomane Symptome (fühle mich selbstbewusster als normal, weniger gehemmt im Kontakt mit anderen, gesprächiger, die Sinne sind geschärft und habe kribblig gute Laune). Da die Diagnose noch relativ neu für mich ist, wollte ich fragen, wie ihr damit umgeht?
Ich war bei meinem Psychiater und er hat das Quetiapin retard von 300mg auf 400mg erhöht. Ansonsten versuche ich es gerade sehr ruhig angehen zu lassen. Neben der Arbeit gehe ich eigentlich nur alleine für mich spazieren und lese viel. Die Reizabschirmung hat auch schon ein bisschen Effekt gezeigt, fühle mich schon etwas ausgeglichener.
Habt ihr noch weitere Tipps? Wie lange kann so eine Phase bei euch anhalten? Versucht ihr die Hypomanie so schnell wie möglich und vollumfänglich auszubremsen? Oder genießt ihr das auch ein bisschen (in einem verantwortungsvollen Rahmen)? Irgendwie ist es ja auch ein erholsamer Kontrast zur Depression.
Meine größte Angst momentan ist, dass sich aus der Hypomanie wieder eine ausgewachsene Manie entwickelt. Aber die großen Fehler von vor 2 Jahren vermeide ich gerade konsequent (Partys, Alkohol, Dating, zu viel Aktivität). Und hoffe, dass das zur Prävention eine Manie genügt, aber ein Restzweifel bleibt.
Ich bin sehr gespannt auf eure Erfahrungen und danke euch!
Viele Grüße,
Strandblick