Wenn man nicht gerade dysphorische Symptome hat, dann fühlt man sich in einer Manie überwiegend großartig bis hin zu größenwahnsinnig. Man fühlt sich absolut im Recht wie man ist und was man tut. Das ist Symptom der Erkrankung und keine Entscheidung. Das ist für viele Angehörige eine Tortur, deshalb wird ihnen ja auch immer wieder geraten, sich selbst zu schützen durch Abgrenzung.
Der Maniker ist nicht in der Lage irgendwelche subtilen Zeichen zu erkennen, die man ihm vielleicht gibt. Er sieht dich nicht leiden, weil seine Wahrnehmung krankheitsbedingt gestört ist. Wenn du bei deinem Mann eine gesunde Empathie erwartest oder auf Vernunft hoffst, dann liegst du falsch. Die Krankheit muss behandelt werden, erst wenn die Manie abgeklungen ist, kannst du auf Verständnis für deine Situation in der Manie hoffen. Aber auch das ist nicht garantiert, wenn jemand nicht vollständig krankheitseinsichtig wird hinterher.
Eine Hypomanie bei einem krankheitseinsichtigen Bipolaren ist etwas anderes als eine Manie bei jemandem, der krankheitsuneinsichtig ist. Hypomanie ist eine leichte Form der Manie und für manche bis zu einem gewissen Grad steuerbar. Die Wahrnehmung ist nicht ganz so extrem gestört, der Hypomaniker verhält sich nicht ganz so extrem und kann die Energie eventuell ausschließlich positiv nutzen. Hypomanien verlaufen milder und hinterlassen in der Regel nicht so große Schäden wie Manien.