Ich betrachte die bipolare Störung als Hirnstoffwechselstörung. Es ist ja nichts psychisches, das man mit ein paar Sitzungen auf der sprichwörtlichen Couch beseitigen könnte. Es ist eine psychiatrische Erkrankung, also körperlich.
Genauso wie die Depression verstärkt sich auch die Manie immer weiter, wenn man einmal ins Ungleichgewicht geraten ist. Man muss deshalb dann gegen den eigenen Impuls handeln (manisch: ausruhen und mehr schlafen anstatt rumzuhüpfen wie ein Flummi, depressiv: Hintern hochkriegen und in Bewegung kommen anstatt liegen bleiben), was sehr schwierig ist, weil die Impulskontrolle herabgesetzt ist.
Schaut man ins Detail ins Gehirn, findet da etwas mit den Neurotransmittern, Dopaminrezeptoren etc. statt. Ich glaube, vereinfacht gesagt kann man am ehesten davon sprechen, dass die Kommunikation der Botenstoffe im Gehirn gestört ist. Ich glaube, vor allem im frontalen Kortex.
Bei einer Sucht ist man süchtig danach, dass immer wieder und immer mehr Dopamin ausgeschüttet wird. Deswegen ändert man sein Verhalten, um diesen Kick immer wieder zu erleben.
Ich würde also sagen, es kann passieren, dass man süchtig nach manischem Erleben wird. Die Manie selbst sehe ich aber nicht als Suchterkrankung.
Denn eigentlich ist es ja andersherum: Das Verhalten, das Drogenkonsumenten zeigen, wenn sie high sind, zeige ich, wenn ich meine Tabletten nicht genommen habe und deshalb manisch werde. Tatsächlich hat man bei meiner ersten Einlieferung in der Psychiatrie auch zuerst gedacht, ich hätte Drogen genommen. Die Behandlung war dieselbe: Mit Tavor vollstopfen und mit Risperidon draufknallen (was das Problem verschärft hat).
Ich halte es übrigens nicht für hilfreich, mich als Opfer meiner Erkrankung (oder sonstiger Umstände) zu sehen. Es ist zielführender, in die Eigenverantwortung zu gehen.
Schau einfach, dass du mehr Ausgeglichenheit in dein Leben bekommst.
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Psychisch stabil, kardial unausgeglichen
Pronomen: er, Baujahr 80, GdB 50, voll erwerbsgemindert, berufsunfähig, Pflegegrad 4
Diagnosen:08/2016 bipolare Störung, 03/2019 Psoriasisarthritis, 10/2021 Schlafapnoe, 05/24 Herzinsuffizienz + rezidiv. Herzrhythmusstörungen
Medis: Valpro 500mg 1-0-1-0 und Valpro 300mg 0-0-1-0 u.v.m.
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.