Ich kann dich so gut verstehen. Mir ist es ganz genauso gegangen. Ich hatte einen enormen Druck vom Elternhaus "was aus mir zu machen". Ich bin aber schon mit 12 Jahren erkrankt, jetzt kannst du dir vorstellen wie schlimm das war die Schule zu schaffen.
Ich war aber dann während dem Studium stabil und ich hatte wirklich sehr viel Freude daran. Auch der Berufseinstieg ging mehr oder weniger ganz gut über die Bühne. Wo es mich dann "geschleudert" hat, war als ich Mutter wurde. Die Mehrfachbelastung Kind, Job und Haushalt habe ich nicht hinbekommen, selbst unter Medikation nicht. Da wo schon teilweise gesunde Mütter scheitern, muss man sagen. Weil "leicht" ist es als Frau sowieso nicht.
Mittlerweile arbeite ich nicht mehr und es war sehr schwierig für mich das zu akzeptieren und zeitweise habe ich immer noch Probleme damit. Im Sommer habe ich mein Medikament reduziert und hatte dann eine Hypomanie wo ich mir eingebildet habe, ich mache noch einmal eine Ausbildung und steige wieder voll ein. Ich war so glücklich mit der Entscheidung. Bis dann die Depression kam. Diesmal ging es knapp am Suizid vorbei und das hat mir wieder Mal die Augen geöffnet. Es ist eine beschi..... Krankheit mit der man nicht scherzen darf.
Das war mir wirklich eine Lehre, ich nehme wieder die volle Dosis. Ich möchte meine Familie unterstützen, für mein Kind gut da sein und nicht selbst eine Last sein. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass ich auf mich schauen muss, meine Grenzen akzeptieren muss und natürlich mein Medikament nehmen muss. Das Medikament reicht aber nicht um stabil zu bleiben, also ich muss schon sehr aktiv gegen die Krankheit vorgehen.
Das war so meine Erfahrung. Vielleicht hilft es dir ja. Es ist ein langer Weg so eine Krankheit zu akzeptieren und das Leben "darauf auszurichten". Aber ich arbeite lieber nicht, als im Hamsterrad des Lebens mit so einer Krankheit draufzugehen.