Hallo ihr lieben,
Von mir gab's lange nichts zu hören weil ich das Gefühl hatte, die Krankheit im "Griff" zu haben bzw. lange Zeit symptomfrei war. Seit ca. 1 jahr hab ich wieder Phasen, was jetzt bei dem Versuch wieder arbeiten zu gehen, in einer tiefen Depression geendet ist. Ich habe in der stabilen Zeit Pläne geschmiedet wie ich mir meine Zukunft mit meinem Partner erträume. Jetzt fällt mir auf dass es sehr auf den Erwartungen anderer basiert hat und was "man" halt so mit Anfang 30 macht...Haus bauen, Kind bekommen, heiraten...aber will ich das wirklich? Sind dies die Erwartungen meiner Eltern oder der Gesellschaft oder meine? Ich bin gerade so planlos wie es weitergehen soll in meinem Leben weil ich das Gefühl habe, nur etwas wert zu sein wenn ich bin wie die Anderen und gesund und ein "normales " Leben führe. Ich wollte mir die letzten Jahre glaub ich beweisen dass ich nicht krank bin und hab mir selber großen Druck gemacht arbeiten zu gehen. Ich glaube es wird Zeit nach über 7 Jahren mit der Diagnose, diese endlich zu akzeptieren...ich bin nicht so belastbar wie ein gesunder Mensch und ich muss mich nun der Realität stellen. Ich bin bipolar und derzeit instabil...die letzten Jahre waren immer wieder ein Kampf. Ein Kampf dazu zu gehören und rein zu passen. Auch habe ich meinen selbstwert auf diesem Konstrukt und meinen Beruflichen erfolgen aufgebaut. Jetzt tief unten in der Depression kommt die Frage: Wie kann ein Leben mit bipolarer Erkrankung aussehen? Was sind realistische Ziele? Wer bin ich ohne Arbeit? Wie schaffe ich es glücklich zu leben mit dieser Erkrankung? So eine Perspektivenlosigkeit zermürbt. Gerade frisch gescheitert am 1. Arbeitsmarkt trifft hart.
Ich bin jetzt 33 und hab ca. seit 1 Jahr wieder manische und depressive Phasen. Ich wünsche mir eine schöne Zukunft auch ohne Arbeit und im Strom mitzuschwimmen.
Wie gestaltet ihr euer Leben? Welche Ziele sind realistisch?
Liebe Grüße
Caro