Hallo mirimari,
nach meiner Manie vor einigen Jahren fühlte ich mich auch schuldig, weil ich andere verletzte und mich rücksichtslos benahm. Es dauerte auch, bis ich dies verdaut hatte und erkannte, dass es keine Schuld gibt. Es ist eine schwere Erkrankung, die wir mit uns tragen und da kann etliches schief laufen im Leben. Mir tat es damals gut eine Traumatherapie zu machen!
Du hast eine massive Krise überlebt, dich körperlich und psychisch wieder ins Leben zurückgekämpft und schaffst es, offen darüber zu reflektieren. Ich finde, es ist an der Zeit unsinnige Schuldgefühle abzulegen. Ich schätze, die Pflegerin hat den Vorfall längst abgehakt.
Deine Mutter hat dein damaliges Benehmen schon eingeschätzt und längst verziehen: traue ihr das ruhig zu ;-).
Nichts lässt sich aus der Vergangenheit ändern, aber es gibt etwas, dass Du langsam kannst: es akzeptieren und Dich wieder jeden Tag wertvoll fühlen. Was du beschreibst — Scham, Schuld und die Herausforderung, mit chronischen Schmerzen zu leben — sind sehr normale und nachvollziehbare Reaktionen nach so einem traumatischen Erlebnis.
Versuche Frieden mit dir zu schließen, denn du warst krank und nicht böse.
Zu den chronischen Schmerzen:
Falls du es nicht ohnehin schon tust, kann sich eine multimodale Schmerztherapie lohnen – das ist eine spezialisierte Behandlung mit:
Ärzt:innen, Psycholog:innen, Physio- und Ergotherapeut:innen. Dazu gibt es eine Kombination aus Medikamenten, Bewegung, Psychoedukation und Verhaltenstraining.
Mein Partner hat MS und einen Umgang mit Schmerzen gefunden: Er überlässt ihm nicht die Kontrolle, bewertet ihn möglichst nicht und macht das, was er kann und fokussiert sich nicht auf Dinge, die er nicht kann. Er hat es in der Psychotherapie gelernt seinen Geist auf Stressreduktion zu konditionieren und "mitzuschwingen", indem er Selbstmitgefühl für sich hat. Mitgefühl für sich selbst, sich verzeihen, sind so wichtig für Dich. Das wünsche ich dir.
LG fahni
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.11.25 10:10.