Re: Dings und Dangs

19. 04. 2025 11:13
Meine Güte, hallo, Cornelia,

es gibt doch nicht nur schwarz oder weiß.
Und in jedem Beruf gibt es inkompetente Menschen. Nur weil jemand Medizin studiert hat, ist er nicht kompetent. Und es gibt Psychiater, die wissen weniger über Bipo als wir. Da z. B.seit Jahren andere Schwerpunkte.
Z.B. Sucht.

Meine Ärztin sagt: Es macht natürlich einen Unterschied, ob man nach jahrelanger Quetiapin retard Einnahme dann plötzlich unretardiertes nimmt. Und die Apothekerin auch.
Und natürlich kann es auch gut laufen.

Weißt Du wieviel Kunstfehler passieren?

Weißt Du, dass Ärzte im KH (jetzt zum Glück nicht mehr)
48 Stunde Dienste hatten und selbst sagten/ bzw. Untersuchungen zeigten, durch die Übermüdung entspricht es einem Verhalten, wie eine hohe Promille Zahl Alkohol im Blut? Dann passieren Fehler.

Dann gibt es noch die echten suchtkranken Ärzte.
Ich habe ja einige Jahre im KH gearbeitet. Der Chefarzt war Alkoholiker, ein offenes Geheimnis.Als Gynäkologe.
Erst nachdem er mehrfach (!) betrunken einen Kaiserschnitt gemacht hat, wurde er aus dem Verkehr gezogen .. Er hat heute eine Praxis in München.. Ob er trocken ist? Ob er noch als Belegarzt operiert?

Und andererseits gibt es total tolle Ärzte.
Die sich auch regelmäßig fortbilden.
Medizinisches Wissen sagt man hat etwa ne Halbwertszeit von 3 Jahren.

Bis Forschung in der Basis ankommt: KH oder Praxen dauert es aber...Teils lange. Man macht das bewährte....



Ich hab nach längerem mal wieder hier reingelesen ins Forum und Deine Art zu schreiben, ist mir schwer erträglich.

Wobei ich denke: Es ist ja gut, dass es Dich gibt.
Du sagst halt immer dasselbe: Immer dem Arzt glauben und immer seine verschriebenen Medikamente nehmen.

Ist ja für viele ein wichtiger Baustein. Es gibt auch bipolare (natürlich leichte Verlaufsform), die nehmen nix..
Es gibt so viele Verläufe, wie es Menschen mit Bipo gibt. Und natürlich gibt es ähnliche Symptome.

Bei der nur Medikamentenansage fehlt dann ja Lebensführung, Schlafmanagement, Stressmanagement......


Das schreiben andere. Also bekommt man hier als Neuling dann eben vielleicht doch alles wichtige gesagt.
Aber was, wenn die Neuen nur deins lesen.
Und Du wirst ja nicht müde, Deinen Text immer und immer wieder zu wiederholen. Und oft mit diesem leichten Unterton: die Leute seien zu doof/ zu eigenmächtig oder ganz genau kann ich gar nicht fassen, was da transportiert wird.


Mal zu mir:



Meine stabilsten Zeiten waren einmal 6, einmal 9 Jahre ohne Medikamente.

Nachdem ich mit einer Manie wie aus dem Lehrbuch sofort die Diagnose bekam und 3 Jahre Lithium nahm mit 21- 24 (mein Alter).
In der Zeit hatte ich noch 2 weitere schwere Phasen ..scheinbar Lithium Non-Responder....An der Monotherapie Lithium wurde aber damals nix verändert, obwohl es auch damals - 2001- 2023 schon Kombi- Medikamenten-Behandlung gab). Wurde 3x mit nur Lithium entlassen.

Als ich keine Medikamente nahm, da war es so:

Einmal 6 Jahre (da hatte ich einen Psychiater, Oberarzt(!) an einer Klinik und in der Tagesklink, der mit Homöopathie behandelte, zusätzlich zum Psychopharmakon) oder ausschließlich wie bei mir.

Jetzt rastet Du sicher aus...
Und wenn es nur der beste Placebo ever war, denn jedes Medikament, auch Dein Lithium und Quetiapin wirkt potentiell mit Placebo (oder Nocebo.), dann bin ich dankbar für diese Zeit.

Nach 6 Jahren und einer Ausbildung in der Pflege- mit viel Stress und Nachtdiensten, wusste da schon, kontraindiziert bei Bipo - starb meine Schwester.
Es folgte die größte und schwerste Manie und Depression ever.
Wie meine Ärztin und Therapeutin sagt, Stressoren können auch Phasen auslösen. Nicht nur keine Medikamente.

Dann hab ich nach dem KH alles langsam ausgeschlichen und hatte 9 stabile Jahre.
Mit 2 Schwangerschaften, Stillzeit, ich bin froh und stolz, und dankbar, ohne Medikamente im Körper.

Dann Erkrankung als Mutter.

Seitdem nehme ich Medikamente und werde trotzdem
krank.

Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Nein, es wird sich etwas verändert haben. Vielleicht Hormone...bin jetzt 46.

Aber stell Dir vor, nachdem ich so anders aufgewachsen bin mit: wie handelt man bei Krankheit, man vertraut dem Körper, unterstützt sanft mit Mitteln aus der Nstur, Globuli...
Und dann nehme ich täglich Chemie, die mich fett macht.
Grad geht das zum Glück... Und werde häufiger krank als ohne Medikamente...
Das ist doch gemein.

Aber wer sagt, dass das Leben und die Bipo fair ist.
Und erst recht nicht Regeln gehorcht.
Wer Bipo 2 ist... Undhat plötzlich eine sehr schwere Manie, oder Bipo ohne psycotische Symptome und dann plötzlich schizoaffektive Diagnose... Erst heute hier gelesen..


Das Phänomen gilt ja auch für die ersten Jahre. Ich nahm Medikamente und wurde krank.
Ja manchmal ist zwischen erster Manie und zweiter Manie lange, teils Jahrzehnte Pause.

Aber ich hatte in 3 Jahren unter Lithium 3 - also 2 folgende Manien) und dann Lithium abgesetzt. Ich hab echt gesagt mit 23:

Euer Prinzip funktioniert nicht. Drehtürsystem Psychiatrie. Ich nehme diese Medikamente nicht, hab mit 21 Jahren 20 Kilo zugenommen und werde trotzdem krank.

Und dann 6 Jahre Stabilität mit homöopathisch behandelnden Psychiater!!
Ja, von mir aus war das nur Placebo.
Oder Glück. Es kann mir niemand nehmen.



2023 gab es einen Medikamentenwechsel, da ich ja trotz Kombi von 2 Medikamenten Phasen ( wenn auch leichte und gut händelbare) hatte und war noch mal mit einer schweren Manie im KH. Aber freiwillig dahin. Noch niemals vorher ohne Zwang. Zum Glück sorgen die Menschen um mich immer schnell für Unterbringung nach Psych KG. Vielleicht wäre ich sonst auch unter die Räder gekommen.

Die CÄ dort setzte mit mir große Hoffnungen auf Cariprazin: Reagila.
Es kam erst nach dem KH-aufenthalt raus, dass ich so stark Akathesie (innere Unruhe) hatte, dass ich es sofort absetzen musste.
Ich war 2x von der Fahrbahn abgekommen, nur leicht, aber gegengelenkt und viel Glück gehabt, 2 Kinder im Auto. Laut Chefärztin durfte ich wieder Autofahren...


Jetzt nehme ich "brav" Medikamente. Wieder die alten.
Ich schlafe sehr lange unter Quetiapin. Aber gut, bin ja derzeit berentet und Vollblutmama mit großem Haus und Garten. Also die Arbeit geht mir nie aus, aber leider bekomme ich dafür kein Geld für Carearbeit und Haushalt.

Da die Phasen der letzten Jahre immer gekoppelt waren mit Wiedereinstieg in meine Selbständigkeit, habe ich dies nun in Absprache mit meiner Ärztin auf Eis gelegt. Sie sagt immer, schon seit Jahren: Ihre Aufgabe ist die Kinder großzuziehen, auch wenn ich weiß, wie gerne Sie
in Ihrem Beruf arbeiten würden und wie auch die frühe Erwerbsminderungsrente an Ihrem Selbstwert kratzt.


Manchmal denke ich: Viele Bipos schaffen nur eins: Elternschaft ODER Arbeit.

Ich, die ich nur mit Wadenwickel, Tees und Globuli aufgewachsen bin, nehme also jetzt die Hammermedikamente mit doofen NW:

Am schlimmsten ist, dass ich unter Q ewig schlafen könnte trotz einigen Jahren Einnahme.
Meine Ärztin sagt immer: Das hält nur paar Monate, dann ist man es gewöhnt. Beim Einschleichen im KH sagten sie: Es wird Sie sehr müde machen. Pustekuchen, es hat lange gedauert, bis der Schlaf besser wurde. Aber dann so richtig. Berichten hier ja auch viele, wieviel sie unter Q schlafen (könnten).

Ja, Cornelia, leider hat sie da unrecht mit der Gewöhnung, die Ärztin, .
Obwohl ich es so gern glauben würde. Ich stehe trotz früher Einnahme (Uhrzeit Vorabend) und teils unretardiert immer gegen eine Wand auf, an manchen Tage lege ich mich wieder hin (wenn Kids in Schule) und schlafe wie tot 3 Stunden, trotz (!) nachts 8- 9 Shunden....

Das sehe ich als große Einschränkung.und werde trotzdem krank.
Abilify testen, das traue ich mich nicht, es macht ja auch potentiell diese Unruhe.
Astrid Freisen (bipolare Psychiaterin) schreibt übrigens in ihrem Buch. Seit sie selbst mal dieses AkathesieSymptom hatte, nimmt sie es bei Patienten mega ernst.
Sie sagte, als Arzt liest es sich harmlos, aber es war für sie auch absolut quälend und hat ihre Sicht und Empathie geändert.

Jedes Jahr ne Phase seit Medikamenteneinnahme. Vielleicht doch nicht die richtige Kombi?
Außer 2024, da war meine Strategie, meine Medikamente im Spätsommer (meine anscheinend saisonal heiße Phase) zu verdoppeln... Valproat, Quetiapin...

Never change a winning horse?
Oder Abilify testen?

Doch noch mal Lithium + Q?
Eine ja sehr bewährte Kombi...

Schade, dass man beim Testen nicht wie beim Blutdruck messen kann, wieviel Erfolg das Medikament, die Kombi aus Medikamenten bringt.
Ist es falsch, heißt es potentiell: 1x hoch und einmal runter... KH...
2023 hab ich dann sofort die alten Medikamente genommen, so hoch aufdosiert wie meine Ärztin sagte + 20 mg Diazepam (die Kinder waren dann nicht mehr bei mir). Das hilft manchmal, etwas schnell zu beenden...sagt sowohl mein Homöopathie- Psychister als auch meine Ärztin, als auch glaub ich die bipolare Psychiaterin im Podcast " Mackenbaracke"


Nein, es war zu spät. Und zum Glück war ich so klar in der Birne dann ins KH zu gehen, obwohl ich Klinik hasse.
Ich habe soviel schlimmes erlebt.

Nach dem Tod meiner Schwester war ich mehrere Tage fixiert und mit Haldol i.v. im Off....


Das Verdoppeln der Medikamente in der potentiell saisonal anfälligen Zeit, kannte ich hier aus dem Forum.
Es kam nicht von meiner Ärztin. Sie fand es einen Versuch wert. Er ging auf...

Nur zu vertrauen darauf, was Ärzte wissen...Das reicht nicht

Eine gute Freundin hat ME/ CFS. Im Prinzip ist Long Covid dasselbe. Seitdem gibt es mehr Aufmerksamkeit. Forschung...
Viele Ärzte aber haben das noch nie gehört..

Man sagt doch auch: Man wird und man sollte auch: Expertin in eigener (Krankheits)Sache werden.

Und nicht umsonst gibt es die Empfehlung, eine Zweitmeinung einzuholen in schwierigen Fällen.

Und kennst Du das DRG Abrechnungssystem im KH?
Je mehr man dem Patienten "anhängen" kann, umso mehr Geld fürs KH. Das treibt Blüten.
Man hätte Geburt, Sterben und Kranksein nie privatisieren sollen...

Ich kenne so viele KH- Mitarbeiter, die sagen: Oh, oh, immer klaren Menschenverstand einschalten, nie einfach glauben..Und viele gehen nicht ins eigene Haus (und nicht nur, weil sie Beruf und Patientsein nicht vermischen wollen).




Ich wünsche Euch schöne Ostern und stabile Zeiten



In diesem Sinne

Fünkchen

P.S. Sorry lang geworden.
Habe mich mit den Absätzen um Lesbarkeit bemüht.
Und sorry für Tippfehler, obwohl ich schon viele korrigiert habe. Daher auch das Besrbriten..



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.04.25 11:23.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Quetiapin ret. einfach durch unretadiertes ersetzen

bima1904 42240 07. 04. 2025 16:32

Dings und Dangs

Lichtblick 364 07. 04. 2025 19:02

Re: Dings und Dangs

bima1904 396 07. 04. 2025 19:30

Re: Dings und Dangs

Flyhigh 345 07. 04. 2025 19:51

Re: Dings und Dangs

Lichtblick 396 07. 04. 2025 20:08

Re: Dings und Dangs

fünkchen 288 19. 04. 2025 11:13

Re: Dings und Dangs

Sima 235 19. 04. 2025 12:18

Re: Medikamenten-Dosierungen

Irma 256 19. 04. 2025 12:33

Re: Medikamenten-Dosierungen

fünkchen 246 19. 04. 2025 12:40

Re: Medikamenten-Dosierungen

Sima 234 19. 04. 2025 12:44

Re: Medikamenten-Dosierungen

fünkchen 225 19. 04. 2025 12:56

Re: Medikamenten-Dosierungen

fünkchen 231 19. 04. 2025 12:57

Re: Dings und Dangs

fünkchen 219 19. 04. 2025 13:04

Re: Dings und Dangs

Sima 246 19. 04. 2025 13:23

Re: Dings und Dangs @Sima

Ramona 514 19. 04. 2025 16:32

@ fünkchen

Flyhigh 226 19. 04. 2025 12:57

Re: @ fünkchen

fünkchen 218 19. 04. 2025 13:07

Re: Dings und Dangs

fünkchen 222 19. 04. 2025 13:10

Re: Dings und Dangs

MadameX 231 19. 04. 2025 14:41

Re: Dings und Dangs

fünkchen 245 19. 04. 2025 16:17



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