Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen sind auch Symptome bei der offensichtlich vorliegenden Alkoholsucht. Man betäubt sich ja auch damit, weil man seinem Alltag entfliehen will. Das ist nicht weiter verwunderlich bei der Vergangenheit und dem stressigen Alltag, den du beschreibst. Das würde ich auch nicht ertragen, no offense.
(Ein Leben mit Kindern ginge für mich aus gesundheitlichen Gründen gar nicht. Ich weiß, für viele andere ist Familiengründung ein Traum und auch genau das Richtige.)
Ist die soziale Phobie ärztlich diagnostiziert oder ist das auch eher dein persönlicher Eindruck?
Ich meine, ich bin auch gern zu Hause und brauche viel Ruhe. Aber ich habe keine Sozialphobie, obwohl ich weiß, dass viele Menschen
in einem Raum mich anstrengen (Reizüberflutung).
Hinweise auf eine bipolare Störung lese ich hier nicht raus.
Deine Aufgabe als Partner ist es aber auch nicht, eine Diagnose zu stellen.
Was für eine Therapie ist auferlegt worden? Ein Entzug? Oder Physiotherapie? Nimms mir nicht übel, aber der Begriff "Therapie" ist höchst unpräzise.
Ich kann gut verstehen, dass du ratlos bist, helfen willst und selbst überfordert bist mit der Situation und dich hilflos fühlst.
Das Wichtigste ist aber, dass du dafür sorgst, dass es a) dir gut geht, damit du nicht auch noch krank wirst / zusammenbrichst und b) dafür sorgst, dass die Kinder ein möglichst stabiles Umfeld haben, also nicht ständig hin und her je nach Launen der Mutter.
Was den Alkohol angeht, da kannst du ihr nicht helfen. Da muss sie selbst rauswollen.
Und sollte hinter dem Alkoholkonsum doch eine bipolare Störung stecken und es sich um eine Selbstmedikation handeln, dann gilt das leider auch für die bipolare Störung, zu deren Symptomen fehlende Krankheitseinsicht gehört.
Du kannst nur versuchen, sie in einer depressiven Episode zu erwischen, wenn sie sich mies und krank fühlt und sie zu einem Besuch in einer psychiatrischen Praxis bewegen oder sie in einer PIA vorstellen.
Ist es so weit, dass sie sich selbst- oder fremdgefährdend zeigt (den Kindern ggü. oder auch dir), kannst du Polizei und Rettungswagen rufen, dann wird sie zwangseingewiesen. Das macht es erst mal schlimmer, kann aber auch ein Einstieg in Genesung sein. Mir hats geholfen.
Viele empfehlen auch immer den sozialpsychiatrischen Dienst. Damit habe ich persönlich keine Erfahrungen.
Hier gibt es Hilfe für Angehörige psychisch Kranker, u.a. einen Chat mit Peerberatung: [
www.bapk.de]
Mal angenommen, sie ist wirklich akut manisch und es geht ihr wie mir: Dann braucht sie Ruhe und vernünftigen Schlaf. Dann hilft es null, sie mit irgendwelchen Inspirationen, Erinnerungen oder sonstwas zuzuballern, im Gegenteil.
Es gibt vier Wege in die Psychose: Schlafentzug, Reizüberflutung, Isolation und Drogenkonsum. Manien führen oft in kurze Psychosen, weil das Schlafbedürfnis fehlt.
Zu wenig Schlaf macht manisch, zu viel Schlaf macht depressiv. Also die Dosis macht das Gift.
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Pronomen: er, Baujahr 80, GdB 50, voll erwerbsgemindert, berufsunfähig, Pflegegrad 4
Diagnosen: 03/2009 rezidiv. Depression, 06/2012 schizo-affektive Störung, 08/2016 bipolare Störung, 02/2019 Psoriasis, 03/2019 Psoriasisarthritis, 10/2021 Schlafapnoe, 07/23 ME/CFS, 05/24 Herzinsuffizienz + Vorhofflimmern u.a.
Medis: Valproat 500mg 1-0-2-0, Olanzapin 5mg 0-0-1-0, Melperon 25mg 0-0-0-1 u.v.m.
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.