Hallo bima1904,
ich bin selbst bipolar erkrankt und hatte schon mehrere manische Episoden, in denen ich mich komplett finanziell und teilweise sozial ruiniert habe. Daher kann ich da aus meiner persönlichen Erfahrung berichten: Nein, ich war mir während meinen Manien absolut nicht bewusst, welchen Schaden ich da gerade anrichte (finanziell, sozial, familiär). Das Handeln während einer Manie ist (bei mir) von Übermut, übertriebenem Optimismus, Wahnideen und Impulsivität geprägt.
Zu deiner zweiten Frage, was du tun kannst. Wenn es irgendwie möglich ist, deinen Partner zu einem Arztbesuch zu bewegen, solltest du dies versuchen. Hier besteht aber üblicherweise das Problem der fehlenden Krankheitseinsicht während einer Manie. Kenne ich von mir selbst "Ich bin doch nicht krank, ihr seid alle krank". Ich nehme an dein Partner nimmt keine Medikamente? Die Einnahme von Lithium hat in meinem Fall meine letzte Manie nach sehr kurzer Zeit ausgeschlichen. Allerdings war ich da nicht freiwillig bei Arzt, sondern wurde aufgrund gefährlichen Verhaltens in eine Psychiatrie zwangseingewiesen, was ich deinem Partner natürlich nicht wünsche.
Ansonsten ist das, was du am besten tust, auf dich selbst zu achten. Versuch dich bestmöglich abzugrenzen, sodass du selbst nicht daran zerbrichst. Wenn du kannst, sei trotzdem für deinen Partner da, wenn er Hilfe braucht und diese auch annehmen will. Vor allem, wenn die Manie vorbei ist, wird es sehr schwierig für deinen Partner, weil das Kartenhaus irgendwann zusammenbricht und die Scherben aufgesammelt werden müssen. Gerade dann wird er jemanden brauchen und wahrscheinlich auch wieder zugänglicher sein und die Hilfe annehmen können. Ich wünsche euch beiden dass die Nachwirkungen der Manie nicht so schlimm wie bei mir ausfallen werden.