Zuerst einmal, die Entscheidung ist sicher schwer und du musst sie selber und
alleine treffen.
Er kann nichts dafür, Depressionen verzerren die Wahrnehmung und man kreist in
einem dunklem Sumpf um schwarze Gedanken, an die man angekettet ist.
Das geht auch vorbei, aber keiner kann sagen, wann. Ist leider so. Medikamente
sind wie ein Gips, es kann helfen, aber die "Heilung" dauert eben so lange, wie sie
dauert. Wichtig wäre, das ihr da offen drüber reden könnt und auch du dir Hilfe suchst.
Hast ja selbst schon gemerkt, das es auch dich betrifft (Bipo ist immer auch eine
"Familienkrankheit", sofern vorhanden).
Es wird sicher auch besser werden. Du selbst kannst aber nur sehen, das du dir
auch mal Auszeiten nimmst und für dich was tust. Er kann und sollte sich mit der
Erkrankung auseinander setzen und seine Muster erkennen, damit er in Zukunft dagegen
steuern kann (nennt sich Psychoedukation). Was sind die Auslöser für die
jeweiligen Phasen, was kann vermieden werden, wo braucht man medikamentöse
oder psychiatrische/psychologische Hilfe. Klingt einfacher, als es ist, denn
das ganze läuft über längere Zeiträume ab, meist keine direkte Ursache/Wirkung.
Wenn du dich für eine Trennung entscheidest, wäre ein "freundliche" schon gut,
für ihn und für dich. Das Leben mit einem Bipo ist nie einfach, aber wenn sich beide
gut informieren, was man vor und in einer Phase machen kann sowie immer offen
miteinander redet, ist schon viel gewonnen. Ein "immer nur glückliches" Leben
wirst du mit keinem finden, so funktioniert das Leben einfach nicht. Beziehung ist
immer auch Arbeit und anstrengend.
Natürlich könnt ihr auch professionelle Hilfe suchen, aber die Wartelisten sind bei
Psychotherapeuten und Psychologen lang, erfordert also auch viel Geduld.
Und du fühlst dich schlecht und "verlassen", was verständlich ist. Als Betroffener ist
das aber noch viel stärker der Fall, man fühlt sich sogar von sich selbst verlassen.
Die Frage ist also, wie findet ihr wieder zusammen, wollt ihr das beide überhaupt ?
Die Dinge, die man getan hat, kann man oft korrigieren und da "heilt die Zeit die Wunden".
Wenn man sich denn Zeit gibt ...
Letztlich musst du dich wohl entscheiden, was bei dir stärker ist. Die Liebe zu ihm
oder zu dir selbst. Kompromisse gehen auch, aber nur, wenn man sie wirklich zusammen
findet. Während einer Phase ist allerdings nicht die beste Zeit, solche Entscheidungen
zu treffen bzw Lösungen zu finden. Erstmal müssen die Verletzungen heilen, auf beiden
Seiten. Wenn das geschafft ist, kommt oft die Erleichterung, man verdrängt das aufarbeiten
und so dreht sich dann das Karusell immer weiter. Kann man aber anders hinkriegen,
kostet aber Zeit und Durchhaltevermögen.
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Wenn dich der Mut verlässt, gehste halt alleine weiter.
Und wenn du deinem Gefühl folgst, nimm deinen Verstand mit.
Wenn du nicht weißt, wohin du willst, ist es egal, welchen Weg du nimmst.
Wissen nutzt nur wenn man es anwendet.
Vielleicht wird alles vielleichter