Ich bin ganz neu hier im Forum und auch im Thema. Seit 15 Jahren bin ich als depressiv diagnostiziert, mit wiederkehrenden Phasen. Gerade bin ich in einer hypomanischen Mischphase und habe zusätzlich zu meinem Venlafaxin seit 4 Tagen auch das Quetiapin.
Das verstehe ich nicht. Bist du nun "nur" depressiv oder bist du manisch-depressiv? Oder hat man manisch-depressive Erkrankung (bipolare Störung) bei dir erst vor einigen Tagen diagnostiziert? Das ist sehr wichtig für die Weiterbehandlung.
Nimmst du denn seit 15 Jahren Venlafaxin? Wiviel mg? Wie ging es dir damit bisher?
Wie ist das denn mit der Mischform bei euch? Hört das wieder auf? Gibt es auch reine hypomanische oder depressive Episoden? Behält man die Medikamente grundsätzlich immer?
Ich hatte solche Episoden paar Mal und immer waren sie antidepressiva-induziert. Also durch Antidepressiva verursacht. Ich musste lernen, dass Antidepressiva für mich ein No-Go sind. Und das deckt sich damit, was oft in der Fachliteratur steht: Antidepressiva können einen Switch in die Manie oder in eine gemischte Episode verursachen. Gerade bei Venlafaxin soll die Gefahr deutlich erhöht sein. Das habe ich beim ChatGPT zu Venlafaxin gefunden:
Warum ist Venlafaxin in einer gemischten Phase ein Problem?
Es kann die manischen Symptome verschlimmern (Unruhe, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Impulsivität).
Es kann die depressiven Symptome aber gleichzeitig nicht richtig auflösen.
Oft dreht es die Stimmung eher noch chaotischer auf.
Ich würde daher deinen Arzt fragen, ob du Venlafaxin weiterhin brauchst. Es ist aber schon gut, dass du Quetiapin nimmst.
Meine letzte starke gemischte Episode endete, nachdem ich damals das Venlafaxin abgesetzt und das Quetiapin eingeschlichen habe. Ich landete dann zwar in eine durch Quetiapin bedingte Lethargie, das war aber definitiv besser als die gemischte Episode, die genauso war, wie du beschreibst (alle 5 Sekunden eine andere Stimmung).
Rein (hypo)manische und depressive Episoden gibt's natürlich auch. Bei jedem ist es sehr unterschiedlich. Medikamente sollte man grundsätzlich langfristig (vielleicht lebenslang) nehmen, da bipolare Störung eine höchst rezidivierende Ekrankung ist. Die Frage ist nur, welche Medikamente es sein sollen. Das soll jeder für sich selbst herausfinden und der Weg zur richtigen Medikation kann sehr steinig sein. In der Psychiatrie wird ja nach dem Prinzip "trial and error" vorgegangen, weil man nicht genau vorhersagen kann, welches Medikament bei welchem Patienten am besten wirkt. Das heißt letztendlich, dass man verschiedene Medikamente ausprobiert und dann schaut, ob sie wirken oder nicht und ob Nebenwirkungen auftreten. Das macht man so lange, bis man das passende Medidikament (oder passende Medikamente) findet.
Ich wünsche dir daher viel Geduld und einen guten Psychiater. Und natürlich schnelles "Rauskommen" aus der aktuellen gemischten Episode.