Ich möchte ein Update geben:
Nachdem ich dieses Wochenende emotional ziemlich zusammen gebrochen bin, muss ich etwas ändern. Bisher habe ich versucht mit Menschen Kontakt zu halten, die mit meiner Ex in irgendeinem Kontakt stehen - besonders an die Schwester hätte ich mich gehalten.
Letzten Dienstag wurde meine Ex aus dem Krankenhaus entlassen - ich gehe davon aus, dass sie sich selbst entlassen hat, da sie insgesamt trotz psychotischen Zügen in der Manie nur 2 Wochen im Krankenhaus war. Keiner außer ihr hat jemals drinnen mit einem Arzt oder einer Ärztin gesprochen. Am Freitag hab ich dann von der Schwester auf Anfrage die Info erhalten, dass sie kaum Kontakt haben. Also de facto interessiert sich niemand dafür, dass sie derzeit schwer krank ist und überlassen sie ihrem Schicksal. Freundinnen haben sich auch distanziert. Ihr komplettes soziales Umfeld ist nicht mehr vorhanden. Das hat mich derart überlastet zu wissen, dass ich bereit wäre für sie da zu sein und nicht "darf" und die anderen kümmern sich nicht. Da ist es mir dann schon recht schlagartig klar geworden, dass ich wohl in einer sehr belastenden Co-Abhängigkeits-Situation festhänge und schleunigst etwas an meiner Situation ändern muss, wenn ich nicht mit zerbrechen möchte.
Ich habe jetzt beschlossen mich so weit wie irgendwie möglich zu distanzieren, nirgends mehr nachzufragen ob wer etwas weiß und auch versuchen wieder über andere Themen zu sprechen. Wären wir tatsächlich ein soziales Netzwerk rund um sie, wo wir uns gegenseitig unterstützen, würde ich vielleicht eine andere Entscheidung treffen, aber ich erlebe tatsächlich nur, dass sie einfach aufgegeben wurde und jede/r nur hofft nicht in ihre Schusslinie zu geraten.
Ich hab im Forum viel nachgelesen über akute Situationen von Angehörigen und finde mich überall wieder und fast immer war irgendwann der Zeitpunkt, an dem ich jetzt auch angekommen bin. Aus Selbstschutz in die Distanz zu gehen mit der Hoffnung, dass die erkrankte Person möglichst bald zu sich kommt, sich meldet und bis dahin nicht ihr gesamtes Leben zerstört hat oder schlimmeres. Leider brechen die "Bäume" dann immer ab und was danach passiert ist, ob es wieder zum Kontakt gekommen ist und in welcher Form finde ich leider in keiner einzigen Geschichte...
Das Bisschen, das ich trotzdem mitbekomme, einfach durch die sehr nahe Wohnsituation, lässt mich darauf schließen, dass die Manie eher wieder voll aufgeflammt ist als dass sie am Weg der Besserung ist. Wie lange das dann bei anderen gedauert hat und ob dann eben wieder ein Weg in einen halbwegs guten Kontakt möglich war, würde ich bei vielen der Geschichten im Forum gerne wissen.