Danke Kinswoman,
Ich habe damals in diesem Forum viele Beiträge gelesen und daraus viel für mich verstanden. Daher schreibe ich auch regelmäßig ein Update der Situation. Vielleicht hilft es jemandem in Zukunft, der eine ähnliche Situation erlebt.
Meine Beiträge mögen vielleicht etwas trocken sein, beinhalten auch schwierige Themen wie Selbstmord. Ich denke es macht schon einigen Angst.
Ich habe nie gedacht, dass ich mit diesem Thema in Berührung komme. Ich dachte unsere Familie ist glücklich, normal und wenn ich zurück denke, würde ich mir keine andere Familie und Eltern wünschen. Man kann nicht alles erklären oder verstehen, aber wir müssen mit den Umständen, die uns das Leben gibt leben lernen. Ich habe erst bei mir selbst so viele Vorurteile bezüglich psychischen Erkrankungen, Menschen mit Behinderung usw. erkennen und abbauen müssen. Als ich meine Mama mal auf der Station besucht habe konnte ich nicht anders und habe geweint. Es waren die Tränen, dass ich die Mama endlich sehe, aber auch die Trauer und ich werde nie vergessen, wie eine Frau die dort auf der Station lag, sich zu mir gesetzt hat und einfach gesagt hat - weine, es wird dir dadurch besser gehen. Hinter jedem Menschen steht seine Geschichte, seine ganze Welt.
Ich bin weicher geworden, nicht nur durch die paar Kilos zu viel, sondern in Bezug auf andere :-). Ich versuche ehrlicher zu sein, nichts vorzuspielen. Als ich gemerkt habe wie ich reagiere als ich nach dem Feierabend endlich mit den Kindern nach Hause kam und im Briefkasten wieder Briefe vom Gericht, Rentenkasse und Krankentransport waren, wusste ich dass ich es abgeben muss. Man kann als normale Person ohne juristischen Hintergrund kaum hinterher kommen. Für mich war es eine wichtige Erkenntnis. Wie kann ich optimal meiner Mutter helfen - in dem ich, die Sachen jemandem abgebe, der professionell damit umgeht und ich mehr Zeit habe für mein eigenes Leben. Ich habe alle Probleme von meiner Mama zurück gehalten und mich um vieles selber gekümmert, aber das war auch nicht ganz richtig. Wie sagt man einem kranken Menschen, dass es gerade eine Schadensersatzanforderung gegen sie durch die Lokführerin gestellt wird. Was ist der "richtige" Weg? Gibt es den überhaupt? Ich entscheide mehr oder weniger aus dem Bauchgefühl heraus.