Hallo Leuchtturm,
meine Mama ist 65 Jahre alt geworden. Seit ca. 10 Jahren wurde die Diagnose bipolare Störung nach einer Aufenthalt in der Psychiatrie festgestellt.
Meine Mutter kann nicht alleine für sich sorgen. Sie verlässt die Wohnung nicht, kann nicht einkaufen oder Rechnungen bezahlen. Die Einnahme der Medikamente kann sie nicht selbständig machen. Eigentlich benötigt sie sehr viel Motivation um aufzustehen und tägliche Dinge wie Zähneputzen usw. zu machen.
Mein Vater hat sich sehr um meine Mutter gekümmert. Jetzt ist er tot und sie kann nicht alleine in der Wohnung leben. Meine Mama hat in der letzten 10 Jahren immer wieder versucht sich mit Tabletten das Leben zu nehmen. Die depressiven Episoden waren durch schlimme Angststörungen und Psychosen im Wechsel ständig da. Aber auch kurzzeitig normale Phasen waren da.
Zum Glück war ich schon Erwachsen als diese Krankheit besonders schlimm ausgebrochen hat. Als Kind kann ich bestimmt an depressive Momente mich erinnern, aber zum Glück waren die Psychosen nicht da. Ich hatte eine sehr schöne Kindheit erlebt. Ich liebe meine Mama immer noch sehr und ich bin ihr für mein Leben sehr dankbar.
Ich habe unglaubliche Schuldgefühle sie in ein Pflegeheim zu geben. Aber ich weiß, dass ich der Betreuung meiner Mama nicht gewachsen bin. Ich möchte sie gerne besuchen, für sie da sein, aber ich möchte mein Leben leben. Ich habe selber drei Kinder und ich muss auch eine sichere Umgebung für sie schaffen. Eine Umgebung ohne ständig Angst zu haben ob sich meine Mutter was antut.
Ich hoffe so sehr, dass ich was passendes für Mama finde. Ich möchte so sehr, dass es ihr gut geht. Mein Vater ist innerlich an der Krankheit meiner Mutter zerbrochen. Sie waren 41 Jahre verheiratet, er hat die letzten 15 Jahre sehr viel mitgemacht und trotz allem zu ihr gehalten. Ich möchte wahrscheinlich mich schützen.
Elina