Meine Bipolare Mutter

27. 12. 2022 16:29
Hallo meine Lieben Leserinnen,
Ich bin neu hier und brauche euren Rat. Ich versuche mich kurz zu halten, obwohl es wirklich schwierig wird :)
Meine Mutter ist 70 Jahre alt, seit knapp 10 Jahren als bipolar diagnostiziert und lebt seit ungefähr 3 Jahren in einem Pflegeheim. Auch hat Sie seit einigen Jahren eine gesetzliche Betreuerin. Ich bin aktuell im 8. Monat schwanger und meine Mutter hat Anfang Dezember, mal wieder gemeinsam mit Ihrer Ärztin Ihre Medikamente ,wie valproat und Doxepin ,abgesetzt und ist natürlich sofort in eine Manie verfallen. Dazu muss ich erwähnen, dass die Psychiaterin meiner Mutter alles verschreibt und absetzt wie Sie es von Ihr verlangt. Medikamentenmissbrauch und dann wiederum abruptes absetzen gehört zur Tagesordnung und das seit ich Kind bin. Ich habe daraufhin sofort versucht den Kontakt abzubrechen, weil Sie in diesen Phasen absolut bösartig zu mir ist. Anfang des Jahres war ich schonmal schwanger und da hat Sie auch Ihre Medikamente abgesetzt und mich solange terrorisiert bis ich eine Fehlgeburt erlitt. Ob es wirklich damit im Zusammenhang steht ist natürlich unklar , allerdings habe ich daraufhin beschlossen Grenzen zu ziehen um mich und mein ungebornes Kind zu schützen. Diese Abgrenzung fällt mir unglaublich schwer da ich seit Kind darauf trainiert bin immer die „gute Tochter“ zu sein, die für alles Verständnis hat und alle eigenen Bedürfnisse zurückgestellt hat . Wenn ich mal versucht habe mit Ihr über meine Gefühle zu sprechen wurde ich direkt sanktioniert, indem Sie direkt depressiv wurde und sich mit Panikattacken einliefern lassen hat oder manisch wurde, weil ich wieder „gemein“ oder „rechthaberisch“ wurde. Ich dachte immer das es meine Schuld ist wenn Sie in eine dieser Phasen landete. Aktuell belästigt Sie mich wieder enorm. Sie steht des Öfteren nachts um 12 Uhr vor meiner Haustür und beschimpft mich, sagt dass ich Sie nie wieder mama nennen darf und wie ich egoistisch ich bin. Dann hetzt Sie überall gegen mich (das war immer so und Sie wurde als alte, kranke Frau immer bemitleidet und niemand hat gesehen wie manipulativ Sie ist). Auch bringt Sie fremde Menschen aus der Psychiatrie mit vor meine Haustür und erzählt mir wie glücklich Sie endlich ist. Mein Partner hat große Angst wenn ich das Haus verlasse, da er nicht einschätzen kann, welche Gefahr sowohl von meiner Mutter als auch von den fremden „Liebschaften“ ausgeht. Er ist Sie die letzten Male noch recht schnell losgeworden, weil meine Mutter relativ großen Respekt vor Ihm hat. Dann ruft Sie ständig von fremden Nummern an und erzählt mir, dass ich bald ganz alleine sein werde, weil niemand so eine rechthaberische Person wie mich lieben kann. Dieser Terror geht eigentlich mein ganzes Leben so. Dieses Jahr habe ich es aber geschafft die Weihnachtstage ohne Sie zu verbringen, obwohl es mir das Herz zerrissen hat und ich immer wieder denke, dass Sie ja so alleine ist und Sie eigentlich nur krank ist. Anderseits bin ich so unsagbar wütend und wünsche mir hin wieder eine Entschuldigung oder eine Art von Reflexion von Ihr. Sie beharrt immer darauf dass sie krank ist und absolut nichts dazu kann. Auch das Tablettenabsetzen liegt an Ihrer Krankheit. Obwohl Sie zu dieser Zeit meines Erachtens und ich kenne Sie wirklich gut absolut klar war. Sie ist der Meinung, dass Sie die Manien verdient hat , weil Sie ja sonst immer so depressiv sei. Auch Ihre Krankheit ist für Sie etwas ganz besonderes. Sie liebt es in depressiven Episoden jedem Menschen davon zu berichten, wie schwer krank Sie ist und wie schrecklich Ihr Leben dadurch ist. Viele meiner Freunde sagen mir , dass Sie eine reine Narzisstin ist und Sie leider niemals in der Lage sein wird Ihr verhalten zu reflektieren oder Verantwortung für Ihr handeln zu übernehmen. Das sieht Sie natürlich nicht so. Sie sieht sich selbst (und stellt sich auch so dar) als Liebende und aufopfernde Mutter. Sie wäre auch niemals dazu bereit den Psychiater zu wechseln und endlich mal konsequent Medikamente zu erhalten. Ihre Psychiaterin ist laut Ihren Aussagen Ihre beste Freundin. Mein Partner sagt ihr persönlicher Drogendealer. Vor der Manie hat Sie knapp 17 verschriebene Medikamente bekommen. Und diese werden immer nach Lust und Laune meiner Mutter geändert, abgesetzt oder erhöht. Meine Frage an euch, ist das wirklich eine reine bipolare Erkrankung? Ich kenne auch andere bipolare Mütter die zwar auch hin und wieder über die Grenzen gehen es jedoch im Nachhinein bereuen und alles dafür tun nicht in eine Manie zurückzufallen. Oder gibt es Mischformen aus Persönlichkeitsstörungen und der bipolarität? Rational ist mir bewusst, dass ich auf mich selbst achten muss und Grenzen ziehen muss. Allerdings wurde ich 33 Jahre in diese Rolle gedrängt und ich habe Angst, dass Ihr was passiert wenn ich mal nicht reagiere. Selbstmordversuche sind auch keine Seltenheit. 2019 hatte Sie glaube ich insgesamt 3 Stück.
Danke fürs lesen. Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich würde mich sehr über ein paar Antworten von Leuten freuen, die selbst unter einer bipolaren Erkrankung leiden und mir vielleicht Tipps geben. Natürlich auch von Angehörigen wie mich.
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Meine Bipolare Mutter

Looney 865 27. 12. 2022 16:29

Re: Meine Bipolare Mutter

VanGogh 260 27. 12. 2022 19:47

Re: Meine Bipolare Mutter

Looney 205 27. 12. 2022 20:16

Re: Meine Bipolare Mutter

VanGogh 168 28. 12. 2022 17:39

Re: Meine Bipolare Mutter

Hotte 165 28. 12. 2022 22:11

@Hotte

kinswoman 152 28. 12. 2022 22:23

Re: @Hotte

Hotte 158 28. 12. 2022 22:51

Re: Meine Bipolare Mutter

Looney 142 29. 12. 2022 10:16

Re: Meine Bipolare Mutter

Leuchtturm1 117 29. 12. 2022 10:46

Re: Meine Bipolare Mutter

Looney 106 29. 12. 2022 11:30

@ Looney

Deborah 138 29. 12. 2022 10:59

Re: @ Looney

Looney 146 29. 12. 2022 11:24

Re: @ Looney

Friday 143 29. 12. 2022 12:00

Re: @ Looney

zuma 138 29. 12. 2022 14:04

@ zuma @Looney

Miramis 186 30. 12. 2022 05:01

Re: Meine Bipolare Mutter

Hotte 132 29. 12. 2022 13:01

Re: Meine Bipolare Mutter

soulvision 148 29. 12. 2022 13:24



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