Neuankömmling

26. 08. 2022 12:48
Hallo, ich bin neu hier und möchte mich gern vorstellen. Ich bin 53 Jahre, bin verheiratet und habe 2 erwachsene Kinder. Vor 20 Jahren erhielt ich die Diagnose Bipolarität und mein damaliger Mann kam nicht damit klar. Er meinte ich wäre depressiv am bequemsten für ihn, jedoch die Sexualität der Manie wäre toll. Ich habe die Entscheidung getroffen, mich zu trennen. Bin damals akut in die Klinik gekommen, da ich an schweren Angst, -Zwangs- und Essstörung litt. Mir war nicht bewusst, dass es diese Krankheit gibt bzw. ich solch eine Erkrankung habe. Nun erfuhr ich aus meinem Familienkreis, dass die Bipolarität in unserer Familie tief manifestiert ist. Meine Großmutter, ihre Zwillingsschwester und ihr Bruder litten daran .Der Bruder starb an einem Suizid. In der Klinik erfolgte eine Verhaltenstherapie mit dem Ergebnis, dass ich wieder leben konnte. Mein Leben änderte sich um 180 Grad. Ich konnte vorher das Haus nicht mehr verlassen, litt an Kontroll,- Wasch- und Putzzwang. Die Angst vorm Erbrechen und Ersticken sorgte für die stark eingeschränkte Nahrungsaufnahme. Dies habe ich hinter mir gelassen und kann trotz Momenten des kurzen Aufflammens gut damit leben. Die Bipolarität ist geblieben. Die Manie war gigantisch schön, ich fühlte mich einfach frei. Negative Nebenwirkung war die hohe Risikobereitschaft, deren Problematik ich einfach verdrängt bzw. ignoriert habe. In den nächsten, hypomanen Phasen war ich besonders sexuell aktiv und war ständig auf der Suche noch Sexualpartner ohne Beziehungswille. Ich neige in diesen Phasen zum Kaufrausch. Schwer war es für meine Kinder die damals noch hilflos diesen Schwankungen ausgeliefert waren und der Vater sich vollständig seiner Verantwortung entzog. Dies ist sicher der Grund weshalb meine Kinder ebenfalls psychisch krank sind. Immer die Sorge um die Mama. Seit 2 Jahren äußert sich die Manie durch extreme Wutanfälle und ich habe Probleme mit meiner Impulskontrolle. Da fliegen schon einmal Gegenstände durch die Gegend. Es ärgert mich, aber ich kann es nicht lassen.
Seit 2013 nehme ich Lithium, Lamotrigin und Escitalopram und seit 2009 hatte ich keinen schweren Schub mehr und bin stolz darauf, auch harte Zeiten selbst überstehen zu können (natürlich nur bis zu einem gewissen Maß). Ich habe sehr viele Medikamente testen müssen, eh ich diese Kombi gefunden habe, welche soweit passt. Für den Notfall bekomme ich Tavor, jedoch bin ich kein Pillenfan und ich habe bisher keinen Gebrauch davon gemacht. Die letzten Jahre leide ich hauptsächlich an Mischzuständen.
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Neuankömmling

LottiTrixi 776 26. 08. 2022 12:48

Re: Neuankömmling

FLYHIGH 213 26. 08. 2022 14:01

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fahni 184 26. 08. 2022 17:25

Re: Neuankömmling

LottiTrixi 199 26. 08. 2022 17:58

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fahni 171 27. 08. 2022 08:06

Re: Neuankömmling

LottiTrixi 179 27. 08. 2022 13:21

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FLYHIGH 160 27. 08. 2022 13:09

Re: Neuankömmling

LottiTrixi 310 27. 08. 2022 17:16



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