Endlich die richtige Diagnose?

22. 11. 2021 20:17
Werte Forenmitglieder,

ich bin 31 Jahre alt und quasi schon seit Kindesbeinen krank.
Zuerst habe ich meinem Leiden somatisch Ausdruck gegeben (Kinderrheuma), seit dem
13. Lebensjahr bin ich immer wieder in Psychiatrien unterwegs.
Mit fünfzehn Jahren (Laut Lehrbuch viel zu früh!) wurde ich als Borderlinerin abgestempelt
und dieser Makel haftet bis heute an mir.
Sicherlich, ich habe mich sehr oft geschnitten in meinem bisherigen Leben und erfülle
teilweise auch Merkmale der Borderlinestörung, aber diese habe ich mir teilweise auch
bewusst "antrainiert", aber das ist eine andere Geschichte...
Ich habe von meinem dreizehnten bis zu meinem achtzehnten Lebensjahr täglich gekifft
und wurde mit 18 Jahren mit einer Psychose in die Akutpsychiatrie eingewiesen. Meine Psychiaterin hielt
es für eine drogeninduzierte Psychose, die Psychiater dort für eine paranoide Schizophrenie.
Seither hatte ich immer wieder Psychosen (religiöser Wahn), die teilweise in der Akutpsychiatrie
aufgefangen werden mussten. Ich hatte schon zweimal eine schwere Depression und auch schon
drei oder vier hypomanische Phasen (in einer stecke ich gerade noch drin), wobei diese auch
etwas atypisch scheint.

Durch meine Krankheitsgeschichte wurde ich vom Gymnasium gegangen, habe aber vor wenigen
Jahren meine Fachhochschulreife (Auch während einer psychotischen Phase, und nur dank meiner
exzellenten und einfühlsamen Lehrer.) mit einem Durchschnitt von 1,2 erfolgreich nachholen können.
Danach habe ich ein Mathematikstudium begonnen und bin leider schon nach wenigen Wochen
wieder in eine Psychose abgerutscht. Es war einfach zu stressig und ich hatte dort noch kein
unterstützendes Netzwerk aufbauen können.
Danach folgte wieder ein Jahr lang eine depressive Episode, vor wenigen Wochen hatte ich erneut
einen religiösen Wahn und bin nur ganz knapp um die Psychiatrie herumgekommen (Meine Eltern
haben mich bei sich aufgenommen und ich habe mich mit Haldol und Tavor über Wasser gehalten.)
und plötzlich nun diese Hypomanie.
Meine Psychiaterin, die mir damals den Stempel Borderline verpasst hat, meinte, es sei möglich, dass
ich eine Bipolare Störung habe und ich solle mich mal über Lamotrigin informieren.
Nachdem ich mich hier und auch an anderen Stellen so ein bisschen in das Störungsbild eingelesen
habe, finde ich diese Verdachtsdiagnose sehr passend. Zumindest passender als Borderline oder
die paranoide Schizophrenie, die sie mir in den Psychiatrien ständig anhängen wollen...

Ich habe in meinem Leben schon unzählige Psychopharmaka ausprobiert und vertrage mittlerweile
eigentlich nur noch Haldol und Tavor problemlos.
Außerdem bin ich absolut kein Freund von Dauermedikation und habe frühere Versuche (zum Beispiel
mit Seroquel) immer nach kurzer Zeit wieder abgebrochen, weil Neuroleptika mich einfach emotional so sehr
abstumpfen.

Hat von Euch jemand ähnliche Erfahrungen mit falschen Diagnosen gemacht?
Gibt es unter Euch auch einen mit der Diagnose/ Komorbidität Borderline?
Oder bin ich da mal wieder ein exzentrischer Paradiesvogel, der ständig aus dem Rahmen fällt?

Ich danke schon im Voraus fürs Lesen und bin gespannt auf Eure Reaktionen.

Gezeichnet
Anterrabae
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Endlich die richtige Diagnose?

Anterrabae 219 22. 11. 2021 20:17

Re: Endlich die richtige Diagnose?

SearchMyself 120 22. 11. 2021 20:28



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