Probleme die Diagnose zu akzeptieren

17. 09. 2020 10:50
Hallo,
ich bin ganz neu hier und habe mich vor allem deshalb entschlossen mich hier anzumelden, weil ich inzwischen erst so richtig realisiere, dass mein Psychiater wohl wirklich die richtige Diagnose gestellt hat.
Ich muss wohl etwas weiter ausholen, um meine Situation einigermaßen verständlich zu erklären.
Vor über 10 Jahren war ich aufgrund psychischer Probleme das erste mal bei einem Psychiater
Die Probleme bestehen allerdings schon solange ich mich zurückerinnern kann.
Meine Eltern haben das nie direkt mit einer Erkrankung in Verbindung gebracht. Ich war einfach ein seltsames, manchmal sehr schwieriges, Kind.
Mir selbst ist aber schon seit dem Teenageralter klar, dass mein Verhalten manchmal krankhafte Züge aufweist.
Deshalb habe ich auch irgendwann selbst den Weg zum Psychiater in Angriff genommen. Manche meiner Phasenweise für mich unnormalen Verhaltensweisen bzw Gedankengänge, haben mich nämlich schon das ein oder andere mal in Situationen gebracht, die ich im Nachhinein, wenn ich wieder "normal" war extrem bereut habe bzw. habe ich mich im Nachhinein oft selbst gsr nicht darin erkannt.
Also ich bin manchmal Phasenweise so extrem energiegeöaden und euphorisch... Ich muss dann pausenlos irgendwas unternehmen, fahre Hinz und Kunz besuchen, auch Menschen, die ich ansonsten eher nicht privat treffen würde, wie z.B. bestimmte Arbeitskollegen.
Ich gehe dann auch vielen Menschen manchmal echt auf die nerven. So lange bis ich z.B. jemanden finde, der mit mir feiern geht. Ich könnte in solchen Phasen eigentlich auch jeden Tag Party machen, was auch schon das ein oder andere mal genau so passiert ist. Tagelang am feiern, extrem viel am reden (bin sonst eher stiller) und was für mich persönlich am allerschlimmsten ist im Nachhinein: ein extremes Bedürfnis nach Sex. Bisher gab es zum Glück nur insgesamt 2 Phasen, die aber mehrere Wochen anhielten, in denen ich mich was das Thema Sex (leider auch schon mit fremden) angeht wirklich so gar nicht mehr unter Kontrolle hatte.
Und ich bin sonst wirklich kein Mensch, der Sex ohne Gefühle hat.

Ich kann wahrscheinlich aber noch von "Glück" reden, dass bei mir eher die depressiven Phasen überwiegen. Zumindest baue ich in diesen Phasen nicht so viel mist =/

Das führt allerdings dann auch zu meinem eigentlichen "Problem":
Die letzten 5 Jahre war ich psychisch relativ stabil. Bis auf eine, für mich wirklich schlimme, manische Phase vor 3 Jahren. Die habe ich aber vor anderen als na ja sowas wie "normale Lebensfreude" getarnt bzw haben die meisten Menschen in meinem Umfeld das alles nur am Rande mitbekommen, weil ich zu der Zeit auch kurzfristig "umgezogen" bin bzw mich für mehrere Wochen in einer 500km entfernten Stadt bei einem halb fremden einquartiert habe... mein mann hat mir nach dieser aktion zum glück verziehen und mich zurückgenommen
Für ihn war das einfach ne "komische" einmalige Phase von mir.
Die Diagnose Bipolar habe ich ihm nämlich bisher verschwiegen. Genau wie meinen nachfolgenden Psychiatern...
Also mein erster Psychiater hat diese Diagnose gestellt und hatte deshalb auch vorgeschlagen mich auf Seroquel einzustellen. Ich fand dieses Medikament aber so schlimm, weil ich mich dadurch wie ein antriebsloser Roboter gefühlt habe, dass ich es irgendwann einfach wieder abgesetzt habe und nie wieder diesen Psychiater aufgesucht habe.
Als dann bei mir die depressiven Phasen teilweise unerträglich wurden habe ich mir immer mal wieder einen neuen Psychiater gesucht. Inzwischen ist es seit 5 Jahren ein und derselbe. Aber ich habe weder ihm noch seinen Vorgängern von meinen manischen Phasen erzählt. Das führte dann wohl auch zu meinen jetzigen Hauptdiagnosen: Borderline und ADHS. Diese Diagnosen konnte ich lange Zeit irgendwie besser akzeptieren, weil sie auch irgendwie bekannter sind und ich mich damit deshalb noch einigermaßen "normal" fühle.
Ich weiß... das hört sich total dämlich an. Aber ich kann es auch nicht besser erklären.
Nun hatte ich in den letzten Wochen eine wirklich schlimme Depressive Episode, aus der ich aber inzwischen so gut wie raus bin und ich merke nun aber, dass das ganze evtl kurz davor ist in eine manische Phase abzudriften.
Ich habe mich nämlich die letzten paar Tage immer wieder mal total getrieben gefühlt, teilweise schon echt euphorisch und habe nun Angst, dass das Überhand nimmt und ich mich dann wieder zu irgendwelchen Spontanen Aktionen hinreißen lassen könnte, die ich im Nachhinein bereuen würde =(
Bisher findet das größtenteils noch eher in meiner Fantasie statt. Aber na ja leider fehlt manchmal bei mir dann nicht mehr unbedingt viel dazu bis ich meine Tagträume dann doch versuche in die Realität umzusetzen. Das ist dann im Prinzip wie eine Art Zwang und mir kommen Gedanken wie: Das Leben ist zu kurz um immer vorsichtig zu sein. Mach doch einfach was dich grad glücklich macht usw...
und irgendwann muss ich dann manchmal einfach so komplett dämlich handeln...
Aufgrund dieser Angst, dass es jetzt wieder zu heftig wird mache ich mir extrem viele Gedanken über meine erste Diagnose... und kann mir schlecht weiter einreden, dass ich nicht doch bipolar und somit in meinen Augen WIRKLICH verrückt bin. Ich möchte das einfach nicht sein und versuche mir immer wieder zu sagen, dass ich mir das nur einbilde und alles eine Sache der richtigen Einstellung ist.
Was aber wenn nicht? Wenn ich tatsächlich krank bin...? Ich habe auch riesige Angst vor Medikamenten in dem Bereich. Ich möchte auch nicht wieder wie ein Zombie durchs Leben gehen... Aber diese totale Überdrehtheit und das Getriebene... davor habe ich auch angst.

Ich weiß am Ende muss ich selbst eine Entscheidung treffen. Wie ich weiter damit umgehe.
Aber das fällt mir im Moment so schwer. Was soll ich jetzt am besten tun?
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Probleme die Diagnose zu akzeptieren

Lumpinchen 1196 17. 09. 2020 10:50

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

Milla 254 17. 09. 2020 11:27

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

FLYHIGH 236 17. 09. 2020 11:55

Probleme, ehrlich zu sein

Lichtblick 244 17. 09. 2020 14:22

Re: Probleme, kein Lichtblick zu sein

dry 235 17. 09. 2020 16:32

Was nicht geht, geht nicht?

Lichtblick 215 17. 09. 2020 18:50

Re: Was nicht geht, geht nicht?

zuma 211 17. 09. 2020 20:39

Gift und Gegengift

dry 153 18. 09. 2020 19:15

An dry und an Lumpinchen

Lichtblick 181 18. 09. 2020 21:11

Lichtknick

psycho9 222 18. 09. 2020 01:08

Huhu Psycho!

dry 172 18. 09. 2020 19:24

Re: Probleme, ehrlich zu sein

fünkchen 127 22. 09. 2020 20:22

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

Wesker 194 17. 09. 2020 23:49

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

psycho9 203 18. 09. 2020 01:04

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

Turicum 181 18. 09. 2020 10:08

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

harfe 172 18. 09. 2020 10:12

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

kinswoman 244 18. 09. 2020 10:39

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

FLYHIGH 180 19. 09. 2020 14:42

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

bipolar123 175 21. 09. 2020 20:50

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

Anne.Freiburg 200 22. 09. 2020 07:00

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

fluuu2 145 27. 09. 2020 12:26

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

Anne.Freiburg 155 27. 09. 2020 19:17

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

zuma 146 28. 09. 2020 01:14

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

fluuu2 112 30. 09. 2020 11:25

Re: Probleme die Diagnose zu akzeptieren

Anne.Freiburg 196 30. 09. 2020 17:10



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