Phasenfreiheit aka "keine Episode"

12. 07. 2020 01:16
Guten Abend allerseits =)

Die Frage, ob es eine Heilung von der Bipolaren Störung gibt, kommt ja immer wieder auf; kein Wunder, jeder fragt sich das, zumindest wenn er die Diagnose erhält. Auch Angehörige fragen sich das im Bezug auf erkrankte Partner, Kinder usw.

In meinen Augen gibt es keine "wirkliche" bzw. "komplette" Heilung der BS. Aber was es gibt, sind Zeiten bei manchen Patienten, in denen beide Extreme (Depression vs. Hypo-/Manie) so gering ausgeprägt, das der Mensch in der Mitte steht - und damit ausgeglichen und stabil ist. Die offiziellen Diagnosekriterien umfassen sowas eigentlich nicht, aber ich finde es wichtig, das an dieser Stelle mal aufzugreifen als Thema.

Das Forum wird primär aufgesucht, wenn es einem schlecht geht und man Hilfe benötigt, aber, als Frage: Geht es euch eigentlich auch mal "gut" im Sinne der Phasenfreiheit, das ihr weder depressiv noch (hypo-)manisch seid?

Ich denke, das muss das eigentliche Ziel sein: Eine Stabilität zu erreichen, das man sich in der grünen Mitte bewegt, ohne das das Pendel in eine der beiden Richtungen zu sehr ausschlägt.

Es ist wie mit anderen Sachen auf der Welt: Vieles ist eine Utopie wie der Weltfrieden ohne jeden Krieg oder eine Welt ohne Armut. Es wird nie wirklich erreicht werden, aber es muss der Weg sein, das man dennoch in diese Richtung arbeitet und sich bemüht, soviel wie möglich von diesen Zielen zu erreichen.

Ich selbst habe durchaus immer mal wieder Phasen, wo ich verschont bin vom Schwanken in die eine oder andere Richtung. Phasen, wo ich sagen kann, das ich so stabil bin, das die BS in dem Moment mich nicht negativ beeinflusst.

Es ist mir an dieser Stelle auch wichtig, all jenen, die die Diagnose neu erhalten und hören "es gibt keine Heilung", zu sagen, das dies rein theoretisch korrekt ist: Aber man darf nicht deshalb den Kopf in den Sand stecken und z.B. denken, nur weil es keine komplette Heilung gibt, das man gar nicht erst dafür kämpft.

Ich denke, wenn man eine gute Therapie inkl. guten Psychologen & Ärzten hat, das wenn man stabil auf eine Medikation eingestellt ist die einem hilft, das man durchaus Zeiten erleben kann, in dem die BS einem nicht so belastet. Das ist auch mit anderen Sachen so: Ein chronischer Schmerzpatient, für den es keine dauerhafte Heilung gibt, kann dennoch gute Tage mit wenig bis garkeinen Schmerzen haben. Und dann ist das Leben definitiv angenehmer.

Was ich sagen will, ist das es wichtig ist, sich nicht Niederschlagen zu lassen von "Es gibt keine Heilung". Ja, vielleicht gibt es tatsächlich keine Heilung das die BS völlig weg ist. Aber jeder Tag, den man nicht in einer Episode wie der Depression verbringt etwa, ist ein gewonnener Tag.

Wie seht ihr das, lässt sich in euren Augen zumindest eine temporäre "Heilung" erreichen, in dem man stabil genug wird? Habt ihr Phasenfreiheit, das ihr Zeiten habt, wo ihr nicht geplagt werdet von der BS?

Gruss
Wesker
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Phasenfreiheit aka "keine Episode"

Wesker 617 12. 07. 2020 01:16

Re: Phasenfreiheit aka "keine Episode"

SearchMyself 145 12. 07. 2020 16:12

Re: Phasenfreiheit aka "keine Episode"

FLYHIGH 138 12. 07. 2020 16:42

Re: Phasenfreiheit aka "keine Episode"

zuma 163 12. 07. 2020 17:01

Re: Phasenfreiheit aka "keine Episode"

kaktusengel 135 14. 07. 2020 13:49

Re: Phasenfreiheit aka "keine Episode"

fluuu2 143 15. 07. 2020 11:29

Re: Phasenfreiheit aka "keine Episode"

Milla 116 15. 07. 2020 11:11

Re: Phasenfreiheit aka "keine Episode"

Sonrisa87 167 20. 07. 2020 19:02



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