Mich akzeptieren

26. 09. 2019 09:15
Hallo zusammen.

Nachdem ich mich nun langsam erholen von der schlechten Reha Erfahrung versuche ich mich so anzunehmen, wie ich bin. Ich bin mir manchmal nicht ganz sicher, was ist (schlechter) Charakter und was ist Krankheit. Ich bin emotional instabil, inkonsequent. Es fällt mir schwer, Dinge durchzuhalten. Ich mache Pläne, kann sie aber nicht durchhalten. Und Vieles mehr. Aber meine Versuche, anders sein zu wollen, haben viel Leid und Enttäuschung verursacht. Nichts leisten zu können, unzulänglich zu sein, anders zu sein, sowas hat mich gequält, jahrelang. In unserer Leistungsgesellschaft bin ich schnell an Grenzen gestoßen und wurde zum Außenseiter. Ja, selbst bestimmte Verwandte schauten nur abwertend auf mich herab. Sie verstanden nicht, dass ich krank bin und nicht faul. Diese Verwandten sind jetzt GSD nicht mehr Teil meines Lebens. Psychische Störungen sind ja teilweise ererbt. Und ich habe erkannt, dass diese Verwandtschaft selbst krank ist, auch wenn es sich anders äußert. Bei meinem Vater musste ich definitiv Narzissmuss und eine dissoziale Persönlichkeitsstörung erleben. In seiner Welt gibt es aber sowas nicht. Er hält sein Verhalten für normal und richtig. Aber damit muss ich mich nicht mehr rumärgern. Er hat den Kontakt zu mir abgebrochen, weil ich nicht seinen Vorstellungen entspreche. Soll er. Ich bin teilberentet und arbeitslos. Aber ich sage mir, wenn ich meine Grundaufgaben wie mich pflegen, meine Wohnung sauber halten, mich gesund ernähren und ordentlich um meinen Hund kümmern erfüllt habe, habe ich mein Soll erfüllt. Und das ist schon eine ganze Menge. Ich brauch Euch sicher nicht sagen, wie schwer es manchmal ist, selbst die kleinsten Aufgaben zu erfüllen. Ich sehe für die nächste Zeit positiv in die Zukunft. Habe Anfang November einen Termin bei meiner Psychiaterin und werde mit ihr wegen der Diagnose und Medikation sprechen. Bisher bin ich ja nicht bipolar diagnostiziert sondern unipolar Depression. Aber Vieles spricht dafür, dass es bei mir bipolar ist. Gereiztheit, Aggression (bis auf wenige Ausnahmen innerlich), Überdrehtheit, innere Unruhe, Euphorie, Gedankenflut, Panikattacken. Das spricht alles für bipolar. Inzwischen akzeptiere ich es auch, dass es evtl so ist. Im Gegenteil, ich bin froh, wenn es erkannt wird und ich adäquate Therapie bekomme, ich stabiler werde. Diese gefühlsmäßigen Pieks machen mich nämlich fertig. Mit der richtigen Medikation bekomme ich hoffentlich auch mein Alkoholproblem in den Griff. Trotz ADs hatte ich Depressionen oder die Hypomanien. Habe dann versucht, meine Gefühle mit Alk in den Griff zu bekommen. Gelungen ist das natürlich nicht. Hats nur noch schlimmer gemacht, wenn ich dann im Suff anfing zu heulen oder sonstigen Scheiß machte. Bin online schon bei den Anonymen Alkoholikerin. Das ist sehr hilfreich, denn alleine ist es schwer. Und mit Medikamenten soll man ja sowieso keinen Alkohol trinken. Steht in jedem Beipackzettel. Ich lebe momentan von Tag zu Tag und das ist ok so. Ich werde heute einkaufen gehen und mir ordentliches Essen kochen. Als 2. Aufgabe die Küche wieder aufräumen. Wenn ich noch mehr schaffe, schön. Denn zu tun gibt es genug. Und wenn nicht, auch ok.

Lg
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Mich akzeptieren

Kati-A 494 26. 09. 2019 09:15

Re: Mich akzeptieren

Ydurt 131 26. 09. 2019 09:48

Re: Mich akzeptieren

Kati-A 121 26. 09. 2019 11:00

WEITERMACHEN!

Frankkk 130 26. 09. 2019 12:06

Re: Mich akzeptieren

Skandal 130 26. 09. 2019 13:29

Re: Mich akzeptieren

Wesker 124 27. 09. 2019 02:08

Re: Mich akzeptieren

Kati-A 125 01. 10. 2019 10:40



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