Psychologen/Therapeuten finden die einem wirklich zuhören und richtig Diagnostizieren

28. 06. 2019 17:32
Hallo liebe Forumgruppe!

Dies ist mein erster Beitrag, da ich mich erst seit kurzem angemeldet habe. Es tut mir leid wenn das jetzt ein etwas langer Text wird.
Die wenigen Beiträge die ich bisher gelesen habe, haben mich sehr bestärkt zu wissen, dass man nicht allein mit der Thematik ist und es auch besser ist sich austauschen zu können.
Ich habe mich hier angemeldet weil mein Vater und meine verstorbene Oma (Väterlicherseits) Bipolar erkrankt sind/waren. Wahrscheinlich auch beide Schwestern meines Vaters, ganz sicher bin ich mir da aber nicht, da von den Erzählungen meiner Eltern nur Anzeichen wahrzunehmen waren.
Eigentlich möchte ich euch um Rat fragen der mich betrifft, aber ich möchte euch kurz meinen Hintergrund erleuchten um euch einen kleinen Einblick zu geben.
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Da ich mich von jung an immer viel mit meinem Vater und seiner Krankheit auseinandergesetzt habe, war es trotzdem oft sehr schwierig für mich damit umzugehen. Es ist in der Familie ein offenes Geheimnis über das früher und auch heute nicht viel geredet wurde. Unter uns können meine Mutter und ich aber schon gut drüber reden. Bis jetzt ist mein Vater immer noch davon überzeugt, dass er nicht wirklich krank ist und hat sich das wahrscheinlich so sehr eingeredet, dass er die Realität nicht mehr richtig wahrnimmt.

Dennoch ist er sehr schlau, fast schon zu gut trainiert zu Schauspielern.
Seinen Therapeuten (der furchtbar schlecht ist und ihn nicht wirklich behandelt) quasselt er nur mit belanglosen Sachen voll. Als er zwei mal in der Klinik war, hatte er viel gelogen, sich wenig geöffnet, Geschehnisse verdreht und sich so gut verhalten damit er wieder schnell entlassen wird. Bis heute nimmt er keine Tabletten und wenn dann nur kurz vor dem Bluttest beim Therapeuten. Damit der nichts von merkt und der Medi-spiegel im Blut annehmbar erscheint. Trotz das er mich psychisch von klein auf sehr belastet hat, hat er auch seine guten Seiten und kann mir gegenüber sehr fürsorglich sein. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, was das mit einem Menschen macht, der solch starke Medikamente mal so mal so zu sich nimmt, und seit über dreißig Jahren auf der bipolaren Ebene "umhertanzt".
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Jedenfalls bin ich mittlerweile 23 Jahre alt und leide immer mehr von alten Traumata, die momentan immer mehr in den Vordergrund meines Geistes hervorkommen. Zudem leide ich auch seit vielen Jahren an immer wieder und in immer kürzeren wiederkehrenden Abständen an Depressiven Phasen.
Auch ich hatte kleinere Höhen im Leben die mir immer noch surreal erscheinen, da es meiner Persönlichkeit nicht entsprach. Aber ich kann es auch nicht wirklich von den intensiven Phasen die man so in der Teenagerphase halt hat, richtig abgrenzen. Außerdem habe ich gelesen, dass sich die Krankheit erst später wirklich entwickelt.

Jedenfalls war ich vor paar Monaten beim Neurologen der mich nach einer drei-viertel Stunde als Bipolar 2 abgestempelt hat. Da ich ihm von meinem familiären Hintergrund erzählt habe. Er gab mir Stimmungs-stabilisatoren (Lamotrigin), die ich erst nach Eigeninformierung anfing einzunehmen (momentane Einnahme täglich ings. 150mg), helfen tun die nicht immer wirklich.
Bei den drei probe Stunden einer Therapeutin kamen mittel schwere Depressionen heraus, ohne genaue Diagnose weil das in so kurzer Zeit nicht möglich ist. Zudem haben alle Therapeuten in meinem Ort eine Wartezeit von mind. ein bis zwei Jahren.

Ich habe schon überlegt mich in eine Klinik einweisen zu lassen um schneller an eine Behandlung ran zu kommen, obwohl ich auch ohne einen Klinik Aufenthalt um die Runden kommen würde. Ich möchte aber so sehr, dass jemand Zeit für mich hat mir richtig zu zuhören und mich richtig zu diagnostizieren. Damit ich auch einen besseren Überblick über mich haben kann. Ich weiß nicht wirklich wie das mit einer Einweisung abläuft. Trotzdem möchte ich auch einen Therapeuten finden der bisschen mehr Ahnung von der bipolaren Krankheit weiß.
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Nun wären meine Fragen, wie schwer es wäre sich Einweisen zu lassen obwohl es kein Notfall ist. Gibt es eine Reihe an guten Ärzten mit dem Schwerpunkt des bipolaren? Wo ich nicht zwei-drei Jahre warten muss? Ich fange langsam an zu verzweifeln, deswegen würde ich auch ein zwei Stunden fahren um einen passenden Therap. zu erreichen.

Wenn jemand da vielleicht ein paar Tipps hätte wäre das schön. :) Ansonsten finde ich es stark, wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt, dass alles zu lesen!


Liebe Grüße Nikita



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.06.19 18:00.
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Psychologen/Therapeuten finden die einem wirklich zuhören und richtig Diagnostizieren

Nikita Glow 700 28. 06. 2019 17:32

Re: Psychologen/Therapeuten finden die einem wirklich zuhören und richtig Diagnostizieren

VanGogh 249 28. 06. 2019 18:35

Re: Psychologen/Therapeuten finden die einem wirklich zuhören und richtig Diagnostizieren

Frech 146 11. 07. 2019 13:40

Re: Psychologen/Therapeuten finden die einem wirklich zuhören und richtig Diagnostizieren

Hotte 250 29. 06. 2019 01:32

Re: Psychologen/Therapeuten finden die einem wirklich zuhören und richtig Diagnostizieren

Frech 142 11. 07. 2019 13:38

Re: Psychologen/Therapeuten finden die einem wirklich zuhören und richtig Diagnostizieren

Nikita Glow 128 11. 07. 2019 17:41

Re: Psychologen/Therapeuten finden die einem wirklich zuhören und richtig Diagnostizieren

Frech 240 11. 07. 2019 20:01

Re: Psychologen/Therapeuten finden die einem wirklich zuhören und richtig Diagnostizieren

abcd 122 11. 07. 2019 19:26



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