Alternativen und Studium mit Bipo

17. 05. 2019 22:09
Hallo Caro_Wien,

habe schon etliches durch, vor allem Nahrungsergänzungsmittel und Erfahrung mit Achtsamkeitsübungen und Meditation. Besonders in depressiven Phasen bin ich da immer experimentierfreudig gewesen, da kaum was geholfen hat. Ich habe sogar noch Dinge im Schrank die ich sicher in Verzweiflung ausprobieren würde, wenn ich wieder in eine Phase gerate.

Mal kurz geguckt, da ich dazu schon viel geschrieben habe und die Threads sind hier:
Infos zu NAC
Alternativen allgemein
Alternativen 2

Viele schreiben da ihre Erfahrungen mit Alternativen.

Kurz zusammengefasst:
Ich habe nur sehr vereinzelt von Personen (u.a. genannte Fr. Öhlschläger) gehört, die auf bestimmte Sachen schwören im Bezug auf ihre Erkrankung. Es ist eine krasse Ausnahme - in der Regel sagt keiner: Z.B. "Omega 3 hat mich gerettet und wenn ich es nicht genommen habe, kamen meine Symptome wieder, die volle Bipo ist aufgeflammt." Es gibt also sehr wahrscheinlich nicht "die Alternative" auf die man immer so hofft.
Sehr oft ist es vielmehr die individuelle Kombination von sehr vielen Dingen, die den Betroffenen dann wirklich helfen und nicht nur eine Sache, vor allem wenn Medikamente nicht ausreichend sind.

Der Chefarzt von der Bipolarklinik, in der ich war, meinte zu allen, dass wir selbst vielmehr für unsere Erkrankung tun können, als die Ärzte in Kliniken selbst. Sich ein gesundes, bewusstes und vor allem strukturiertes (ganz wichtig bei bipolar) Leben aufzubauen hat viel mehr Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung als jedes "Heilmittel", was man sich so einwerfen kann. Ich bin mir sicher, dass selbst die Vereinzelten, die auf irgendwas schwören, sich ein solches Leben aufgebaut haben, was immer das für jeden Einzelnen dann auch bedeutet.

Aber ich weiß wie schwer das ist als Student(in) - bin ich der gleichen Situation. Man hat keine vorgegebene Struktur, muss sich selbst alles aufbauen und immer wieder die Motivation herstellen, ohne wirklich Routine in irgendwas zu haben. Auf der anderen Seite ist Studium echt wirklich genau das richtige Umfeld sich sowas selbst zu erarbeiten und Dinge auszuprobieren, auch mit der Erkrankung, sodass man in Zukunft nicht immer auf eine Struktur von Außen angewiesen ist - das ist jedenfalls mein Ziel.
Ich lasse mir da echt helfen, weil ich gemerkt habe wie wichtig Struktur bei psychischen Erkrankungen ist. Ich gehe zu "Coachingterminen", quasi verordnet vom Arzt. Im Prinzip erarbeitet jemand mit mir die Struktur und guckt dann, ob ich sie einhalten kann und woran es hapert, was man verbessern kann. Den Termin mache ich vor allem wenn ich nicht voran komme und mir es wieder mal schwer fällt selbständig zu arbeiten, sodass ich davon nicht allzu viele brauche. Mir hat das echt geholfen, weil ich Jahre Studienunterbrechung kurz vorm Abschluss durch die Erkrankung hatte und ich komme so langsam nach ca. 6 Monaten effektivem Studium immer mehr ans Ausgangsniveau, was ich vor Jahren hatte, heran - auch wenn es ziemlich hart war wieder rein zu kommen.

Alles Gute,
roobb



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.05.19 22:15.
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