Ich spreche das auch aus. Problem: Bordie geht dann zum Chef und heult rum, ich würde mobben. Und nun? Für Chef steht Aussage gegen Aussage und so lange ich nichts beweisen kann... ich merke solche Sachen früher als andere, ich nehme miese Stimmungen wahr, da ist für alle anderen noch Friede und Freude.
Weise ich dann drauf hin, werde ich nicht ernst genommen. Und das "jaja...", "schaumermal...", "das ist doch nicht so wild..." der anderen bringt mich dermaßen auf die Palme, dass ich mich da auch schützen muss. Ebenfalls reagiere ich stark auf "du, da will ich mich nicht einmischen, da hab ich zu wenig Einblick, das kann ich nicht beurteilen...".
Das fasse ich dann so auf, dass an meiner Aussage erstmal grundsätzlich gezweifelt wird bzw. ich so hingestellt werde, als übertreibe ich maßlos. Und es nervt die anderen, klar. Die sehen das u.U. nicht und ich komme an und nerve dann rum. (Das weisst du wohl, wovon ich rede... :-D )
Wenn der Ärger dann doch kommt, sieht es möglicherweise so aus, als habe ich ihn verursacht. Das ist das Dilemma.
Ich weiss jetzt schon ziemlich genau, wie es weitergehen wird. Kiffi wird irgendwann sang- und klanglos verschwinden, vielleicht auch mit einer Kalboberschale unterm Hemd.
Bordie wird es theatralischer durchziehen, evt. wieder mit einem Getränkeunfall oder mit einem SV. Bordie kriegt nicht mehr das, was sie will (Bestätigung, Bestätigung, Bestätigung...) und schwupps ist die Arbeit (vorher: "das ist so toll, das macht solchen Spaß") uninteressant und wir sind böse.
Oder es dauert noch ein paar Tage und ich habe bereits resigniert, da kommen die anderen plötzlich zu mir und weisen mich auf Missstände hin, die ich längst ausgesprochen hab. Komme ich mir dann auch verarscht vor. Und ich soll das dann plötzlich richten oder Einfluss nehmen, nachdem ich die Füße stillhalten musste.
Letztes Jahr so passiert mit einem ewig meckernden und faulen Kollegen. Fast ein Jahr ging das. Ich hab geredet, geredet, geredet. Und als es mir schon völlig egal war, kamen plötzlich die Kellner an und erzählten mir, der würde nur meckern und sei faul und die Qualität stimme nicht. Und das gehe so ja wohl nicht... am Ende wurde er gekündigt, nachdem Küchencheffe gesagt hatte "entweder der oder ich". Gekündigt aus betriebswirtschaftlichen Gründen, nicht etwa, dass man demjenigen gesagt hätte, dass er einfach scheisse arbeitet und eine Belastung für Kollegen ist. Wir haben verschlafene Chefs, konfliktscheu und ahnungslos. Leider. In der Gastronomie scheint es nur zwei Arten von Chefs zu geben. Entweder die verschlafenen oder die Narzissten. Narzissten hatte ich schon, brauche ich nicht wieder.
Und Kiffi trau ich nicht. Da ist irgendwas, ich weiss nicht was, aber irgendwas ist da, ich spüre das.
Sumosimi
Taat du nee borom djogol, so djoge mu topola.