Danke für deine Antwort Friday. Ja, das habe ich auch gemerkt, dass es nützt, nicht immer darüber zu reden.
Was ich aber auch so krass finde, dass solche Erlebnisse wie das aktuelle mich auch noch dermaßen verunsichern! Sie treibt weiter ihr Unwesen, während ich krampfhaft nach meinem eigenen Anteil in der Geschichte suche und ums Verrecken nicht drauf komme, wo der sein soll. Außer dass ich nicht rechtzeitig da einen Riegel vorgeschoben hab. Und gleich mal laut geworden bin. Jetzt kann ich mir das schenken. Hrmpff.
Dabei rede ich immer davon, dass ich Küchencheffe voll vertraue... er hätte mir ja wohl längst was gesagt, wenn was nicht in Ordnung ist bei mir. Ich sollte mich dafür echt ein bisschen schämen.
Und das auch noch: andere machen Fehler und lenken dann davon ab, indem sie mit dem Finger auf mich zeigen und ich bin dann diejenige, die noch gewissenhafter arbeitet, nur damit keiner sagen kann, die ist doch aber auch faul und konzentriert sich nicht. Gleichzeitig überlege ich, ob das nicht widerum gemein ist, jetzt erst richtig loszulegen, damit ihre Schwächen noch deutlicher zu Tage treten. Oh Mann, ich bin cht zu gut für diese Welt!
Anstatt mich drauf zu verlassen, dass ich in den letzten fünf Jahren keinen Anschiss von meinem Küchenchef gekriegt hab und das seinen Grund hat.
Im Gegenteil! Heute kam er rein und warf mich aus der Küche, ich hätte genug gearbeitet und solle Kaffee trinken gehen, er komme auch dazu... und dann stand ich da, gerührt und ein Tränchen wegdrückend, weil er dann auch noch mit einem Lob rausrückte, weil ich was getan hab, was ich eigentlich gar nicht kann: die Struktur der Küche geringfügig verbessert, Wege verkürzt. Das kann er eigentlich viel besser, deshalb musste er das Lob auch etwas umständlich rauspressen, hehe.
Aber ist das nicht total irre? Andere bauen die Scheisse und ich brauche ein Lob, damit ich mir sicher sein kann, dass bei mir alles in Ordnung ist. Ich kann gerade gar nicht mehr einschätzen, ob ich viel oder wenig leiste, dabei ist das egal, ich habe meine Tagesaufgaben zu erfüllen und wenn das erledigt ist, kann ich bei viel Bock noch was putzen und dann ist gut. Aber ich habe das Gefühl, es könnte nicht reichen und ich müsste mich unangreifbar machen... arrrgh. Dabei bin ich das längst. (Ernsthaft jetzt, ich bin auf Arbeit unangreifbar. Von den Kellnern würde es keiner je wagen, ein Fass aufzumachen, wenn mir mal ein Fehler unterläuft, weil wir die ja alle machen. Im Gegenteil, ich werde oft noch von denen gefragt, wie sie ihre Arbeit machen sollen.)
Na gut, ich konnte das Thema die letzten beiden Tage ein wenig ad acta legen, denn ich hatte frei und die Kollegin war vor Ort und hat weiter den ein oder anderen Mist gebaut. Nix schlimmes, aber doch so, dass wir nicht zufrieden sind. Bin echt mal gespannt, wer in Zukunft immer schuld ist, wenn bei ihr was schiefgeht, jetzt, da ich weitgehend aus dem Schussfeld bin.
Interessant, dass mir nicht so viele geantwortet haben, womöglich ist es echt kein Bipoproblem. Das nährt ja meine Hoffnung, dass ich da noch dran arbeiten kann. Aber ohne Profi wird das wohl nix.
Sumosimi
Taat du nee borom djogol, so djoge mu topola.