Irgendwie packen die Zukunftsängste mich - auch wenn vieles nach außen hin im Lot sein mag: ich bin medikamentös eingestellt, bekomme eine EU-Rente, die mit Sozialhilfe auf ALG II-Satz aufgestockt wird, habe eine Beziehung - wir leben in getrennten Wohnungen, da sonst die Sozialhilfe verfällt und meine Lebensgefährtin dann für Dinge finanziell herangezogen werden kann, die sie nicht zu verantworten und mit denen sie nichts zu tun hat.
Aber trotzdem: irgendwie beschleichen mich Zukunftsängste. Das Ergebnis meiner medizinischen Reha war, dass ich dauerhaft nicht erwerbsfähig sei. Bei den Praktika fand sich kein Unternehmen und keine Institution, die bereit war, mir Gelegenheit für eine Reha zu geben. Und das obwohl sich die Betreuer in der Reha-Einrichtung sich massiv für mich eingesetzt haben. Ich kann es zwar nicht beweisen, aber ich vermute, ein Anruf bei früheren Arbeitgebern hat immer wieder den Ausschlag gegeben. Die Folge war eine Reha in Form einer Ergo-Therapie: Mandalas malen, Körbe flechten, töpfern. Danach ging's ab nach Hause.
Was bleibt sind inzwischen irgendwie Zukunftsängste. Ängste davor, aus der Sozialhilfe nicht mehr raus zu kommen, Ängste davor, das Leben nicht mehr wirklich selbst gestalten zu können, sondern nur noch dahinzuvegetieren. Selbst kleine Ziele sind nur sehr schwer erreichbar. "Auf Dauer voll erwerbsgemindert" - das ist schon eine Keule.