lebenslang ein Bipo

08. 04. 2026 23:35
Lange Jahre habe ich hier kaum vorbei geschaut.
Gut daß es dieses Forum noch gibt.
Viele andere sind eingegangen.
Mir hat es damals, als Internetforen noch neu waren und vor Zeit von whatts und co.sehr geholfen. Vor allem auch der Chat, den es hierzu eine Weile gab.
Nun lese ich mal wieder "rein" und sehe, daß noch einige Stimmen von vor fast 20 Jahren hier aktiv sind.

Für mich wurde das Forum immer weniger wichtig, je länger meine stabilen Phasen dauern.
Zuletzt war ich jahrelang in einer ausgeglichen Stimmung und fragte mich schon, wie ich in diese Lebenssituation geraten bin, mit Frühberentung und allem anderem was es mit sich bringt, wenn man jahrzehntelang eine Krankheit im Gepäck hat, die immer wieder alles in Frage stellt
Aber dann hat es mich doch wieder eingeholt, das Tief und zwar quasi über Nacht abends noch Grillparty ,am nächsten Morgen zog eine Depression auf und lullte mich fast 2 Jahre ein
Medikamente hatte ich so ziemlich alle durch...es half nichts mehr, was schon mal geholfen hatte.
In den 2 Jahren war ich dreimal , insgesamt gut 10 Monate in Kliniken. Da half auch nichts mehr, ich weiß schon alles. zu dem Thema Da ist nichts mehr aufzudecken oder aufzuarbeiten und dann ist besser.
Aber die Behandler haben das erkannt und mich einfach da sein lassen ohne mich mit dem x ten Bastelangebot ( das ist Therapie ..nicht basteln..sprach die Ergotherapeutin )zu nerven.
Ich lag im Garten unterm Baum , schaute dem Glitzern der Sonne auf den Blättern zu und hielt meine Suizidgedanken aus.
Als die sich nicht mehr so aufdrängten ging ich heim und überlebte irgendwie. 30 kg hab ich abgenommen, weil sich versorgen echt schwierig ist, wenn dir jede Energie fehlt
Dann nochmal Klinik.....nochmal....das dauerte verdammt lange das letzte Mal
Dann geschah ein Wunder und auch diese Depression wich, kann sein, daß doch noch mal ein Medikament wirkte .Ich glaub, es war einfach die Zeit.

Aber mein ganzes Leben ist bestimmt von dieser Erkrankung. Bin ich nun ein Bipo? Nö ich definiere mich nicht darüber. Im Reallife kommt bipolar kaum noch zur Sprache.
Mit über 60 kommt man ja auch nicht immer in dieses Erklärungszwang....warum man nicht arbeitet.....dies und jenes tut.
Ich habe schon lange Frieden geschloßen mit mir.

Bei der nächsten Depression würde ich wohl aus Altersgründen nicht mehr auf eine Normalstation kommen, sondern in die Geriatrie.
Das fände ich dann doch gruslig. Ich denke, daß ich in absehbarer ZEIT INS BETREUTE wOHNEN ZIEHE UND DA DANN HOFFENTLICH DIE NÖTIGE unterstürtzung bekomme, sollte ich doch nochmal depressiv abrutschen


Ich bin glücklich. Hadere nicht mehr damit, daß mein Leben so einen unguten Verlauf nahm. Es war meins. Die Mamie hatte auch ganz interessante Seiten.
Aber ich bin froh,daß "bipolarsein" nicht zu meiner Identität wurde und ich 20 Jahre in einem
Forum feststecke.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

lebenslang ein Bipo

pong25 190 08. 04. 2026 23:35



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