Hallo Maria2025,
die von dir zitierte Information ist nicht korrekt und stark stigmatisierend. Das Messie-Syndrom ist eine Folge von Entwicklungstraumata.
Hier findest du eine erfahrene Peerberaterin, die sich auskennt: [
www.kibis-sl.de]
Ich habe mit ihr zusammen die EX-IN-Ausbildung gemacht.
Als Bipo mit Erfahrung als Angehöriger eines krankheitsuneinsichtigen Menschen mit Messie-Syndrom kann ich dir zwei Optionen benennen:
1. Zusammenziehen und jeden Tag hinter ihm herräumen und um jeden Gegenstand feilschen, der entsorgt werden soll.
2. Getrennt leben und nicht darüber diskutieren, Eigenverantwortung übernehmen lassen.
Bei uns gabs damals Müll, der unser beider Meinung nach Müll war und eben vieles, das gekauft wurde, für das eindeutig kein Platz war und dann eben diese typischen Erinnerungsstücke. Ich habe mich binnen eines halben Jahres immerhin bis fünf Jahre zurückgearbeitet, bis die Kämpfe so erbittert wurden, dass ich aufgegeben habe. Das war vor gut zwanzig Jahren.
Ich habe auch ihn an Peerberatung verwiesen, was zunächst auch gefruchtet hat. Es führte immerhin zur Selbsterkenntnis und Zusammenarbeit mit einer aufsuchenden Ergotherapie. Irgendwann hat er aufgegeben, die Depressionen und Komorbiditäten waren zu stark. Irgendwann wird man älter und nicht mehr so fit, dann wird der Kampf härter.
Das Aufräumen und Entsorgen kann auch nicht einfach an eine Haushaltshilfe delegiert werden. Die Beziehung zu bestimmten Gegenständen (die, an denen die Erinnerungen hängen wie viele von uns es noch von analogen Fotos her kennen), die ist wie die zu einem Menschen.
Deshalb ist jede Zwangsentrümpelung absolute Folter, zumal die ja auch jedes Mal mit dem Rauswurf aus der Wohnung und damit oft dem Verlust von Obdach einhergeht.
Unser Kontakt ist weiterhin freundschaftlich, aber sehr selten geworden.
Heute hat er ein externes Lager angemietet und zahlt dafür monatlich doppelt so viel wie ich für meine Wohnung.
Die Person, mit der ich jetzt seit bald fünfzehn Jahren verheiratet bin, hat ebenfalls das Messie-Syndrom entwickelt, allerdings in leichter Ausprägung. Man sieht es der Wohnung nicht an. Auffällig sind allenfalls die vielen Pappkartons. Aber die erklären sich durch die Katze.
Bei der Entsorgung von Reklame gibt es auch hier keine Probleme.
Ich dagegen hefte alles ab. -.- Alles!! Die Vorgänge müssen doch vollständig sein. *heul Also ich hab keine Ordner mit Reklame, aber wenn die Bank uns was anbietet oder die private Krankenkasse uns eine neue Versicherung andrehen will, dann loche ich das ...
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Pronomen: er, Baujahr 80, GdB 50, voll erwerbsgemindert, berufsunfähig, Pflegegrad 4
Diagnosen: 03/2009 rezidiv. Depression, 06/2012 schizo-affektive Störung, 08/2016 bipolare Störung, 02/2019 Psoriasis, 03/2019 Psoriasisarthritis, 10/2021 Schlafapnoe, 07/23 ME/CFS, 05/24 Herzinsuffizienz + Vorhofflimmern u.a.
Medis: Valproat 500mg 1-0-2-0, Melperon 25mg 0-0-0-1 u.v.m.
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.