Es ist sehr, sehr gut das du nie runtergefallen bist in die Hölle des Alkoholismus. Es gibt verschiedene Typen und Schweregrade von Alkoholismus, es ist eine progressive "Krankheit" (man nennt es heute ja so, zumindest in Englisch ist es Alcohol Abuse Disorder usw.) die über viele Jahre in verschiedenen Stadien verläuft.
Am Anfang ist es harmlos, aber je weiter man runtergeht durch die Kreise der Hölle, umso übler wird es. Ich befinde mich selber im zweit- bzw. vorletzten Kreis, der tägliche Trinker von Bier und auch Likör, aber immer noch ein sogenannter "FA" Funktioneller Alkoholiker, der noch etwas tun kann. Mitunter sogar arbeiten kann. Die letzte Stufte ist der Spiegeltrinker, was im Deutschen viel weniger brutal klingt als im Englischen, denn dort nennt man es "CA", Crippled Alcohol aka "Verkrüppelter Alkoholiker".
In diesem Stadium muss man einen dauerhaften Pegel an Alkohol aufrecht erhalten im Blut, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Wenn man stoppt, kommt es zu lebensgefährlichen Symptomen wie Delirium Tremens.
Ich bin noch nicht so, aber da ich polytox bin, überschatten die Effekte der anderen Drogen das vielleicht, soll heissen, die Wirkung anderer Drogen vermeidet die Symptome des Alkoholismus, z.B. habe ich kein Zittern.
Aber dann sind wir bei den anderen Drogen: Ohne Opioide kann ich nicht mehr essen. Ich habe viel an Gewicht verloren, bin vielleicht noch 100 kg (mag schwer klingen, ist aber viel zu wenig für meine Grösse). Die Opioide sind für mich das schlimmste im Entzug, auch wenn ich vielleicht falsch liege, da ich nie das Delirium Tremens erlebt habe. Da bin ich angewiesen auf den Spiegel, wenn der zu sehr absinkt, dann setzt der Entzug ein und es fühlt sich schon schrecklich an bevor es überhaupt losgeht.
Oh, Gott sei dank für jeden der das nie erlebt hat. Und dann, wenn die Benzos ins Spiel kommen, dann spielt man an der EM der Entzugserscheinungen und man erreicht den Final. Mit schrecklichen Erscheinungen wie den epileptischen Anfällen, wie ein Kriegszitterer, die Muskeln verkrampfen sich und man kann sich kaum mehr bewegen.
Nun, sorry für den langen Text, aber vielleicht lesen ja auch Leute mit ähnlichen Hintergründen hier anyonym mit oder sowas, man sollte darüber Bescheid wissen.
Zuletzt, man sagt, Opioid-Entzug tötet keine Menschen, aber man muss die Effekte wie die extreme Depression (selbst ohne Bipo) miteinbeziehen, viele kommen an den Punkt wo sie ernsthaft Suizid in Betracht ziehen. Auch andere Gesundheitsprobleme können bei einem physischen Entzug zum Tod führen, gerade mit dem Herz und der Atmung.