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        <title>Gespaltener Wesenskern</title>
        <description> Hallo in die Runde,

Ich bin Angehörige eines bipolar erkrankten, der derzeit noch ohne Medikamente behandelt wird. Es wurde Aripiprazol vom Psychiater &amp;quot;empfohlen&amp;quot; aber sein Therapeut und er haben beschlossen derzeit vorerst kein Medikament einzunehmen, weil noch auf die Meinung eines anderen Psychiaters gewartet wird.

Jedenfalls kommt er derzeit aus einer Mischphase raus, welche stark ausgeprägt war und auch mit psychotischen Symptome einherging. Er hat sich leider am Höhepunkt des Schubs nicht zum Psychiater begeben sondern erst vor kurzem, als vorallem die stark manischen Symptome begonnen haben abzuklingen.

Auf mich wirkt er dennoch immer noch wie gespalten. Ein Teil von ihm weiß bereits, was er alles angerichtet hat und beginnt nach langer Dissoziation starke Schuld und Scham zu empfinden. Dennoch führt er gewisse in der Manie begonnen Verhaltensweisen, die vieles zerstört haben, immer noch fort. Er ist einerseits wieder klarer und einsichtig und anderseits nicht fähig zu erkennen, dass er immer noch nicht seinem gesunden Wesen entsprechend denkt und handelt.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Kommt es irgendwann zu einem &amp;quot;vollen&amp;quot; Verständnis und daher Aufgabe dieser krankhaften Verhaltensweisen?
Wie lang hat das gedauert?</description>
        <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726265#msg-726265</link>
        <lastBuildDate>Mon, 05 Oct 2026 22:50:08 +0200</lastBuildDate>
        <generator>Phorum 5.2.18</generator>
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            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726275#msg-726275</guid>
            <title>Re: Gespaltener Wesenskern</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726275#msg-726275</link>
            <description><![CDATA[ Hi,<br />
<br />
Vielen Dank erneut, auch die jetzigen Antworten erklären mir sehr viel! <br />
<br />
Der Angehörige ist nicht mein Mann.<br />
Ich habe mich bewusst mit Einzelheiten (auch zu den psychotischen Symptomen, es gab Halluzinationen und einen starken Realitätsverlust) zurückgehalten, weil ich nicht möchte, dass falls mein Angehöriger ebenfalls diesem Forum beitrtitt, meinen Beitrag liest, genau weiß, dass es sich um ihn handelt. Ich möchte ihm da nicht auf die Füße treten. <br />
Es ging mir hauptsächlich um meinen Eindruck, was das &quot;Herauskommen&quot; aus der Mischphase betrifft und das wurde mir nun sehr gut beantwortet. Vielen lieben Dank!<br />
<br />
Ich recherchiere übrigens viel zur Bipolaren Störung, dennoch lassen sich gewisse Fragen und Erkenntnisse besser durch den direkten Erfahrungsaustausch einordnen. Denn ja, es ist alles noch Neuland, auch für mich als Aneghörige.]]></description>
            <dc:creator>Troy123</dc:creator>
            <category>Bipolar-Forum</category>
            <pubDate>Sun, 23 Aug 2026 08:26:15 +0200</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726274#msg-726274</guid>
            <title>Re: Gespaltener Wesenskern</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726274#msg-726274</link>
            <description><![CDATA[ Es geht eben nicht von jetzt auf gleich, dass jemand stabil wird oder ist.<br />
Ohne Medikamente dauern die Schwankungen eher länger denke ich.<br />
<br />
Wenn du Schnupfen hast und er wird langsam besser/geht vorbei, läuft deine Nase trotzdem noch ne Weile?<br />
Was du beschreibst sind nachlassende Krankheitssymptome.<br />
<br />
Scheinbar noch Neuland für dich? Du solltest dir hier und auf der Seite der DGBS Informationen zur BS holen.<br />
<br />
Ich finds übrigens schwierig auf den Therapeuten zu vertrauen was die Pharmakotherapie betrifft.<br />
Dafür gibts Fachärzte, eine Bipolare Störung ist keine Kleinigkeit, die gehört in die richtigen Hände.]]></description>
            <dc:creator>kinswoman</dc:creator>
            <category>Bipolar-Forum</category>
            <pubDate>Sat, 22 Aug 2026 20:59:09 +0200</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726273#msg-726273</guid>
            <title>Re: Gespaltener Wesenskern</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726273#msg-726273</link>
            <description><![CDATA[ Hallo,<br />
also, so ganz im Ernst, ich würde mal ganz schnell die Idee einer &quot;gespaltenen Persönlichkeit&quot; komplett vergessen. Ich weiss eigentlich gar nicht, wo ich da anfangen soll ...<br />
Multiple Persönlichkeitsstörungen sind wirklich selten und haben mit dem Wesen bipolarer Menschen echt wenig gemeinsam. Außerdem schwingt da für mich diese antike Vorstellung der Schizophrenie mit.<br />
So wie ich das lese, hat dein Mann einfach eine Mischphase. Normal bipolar. Kommt immer mal wieder 'nen Moment runter.<br />
Auch die Verhaltensweisen sind vollkommen typisch für Bipolare Typ I.<br />
Er wird sein Leben lang sein, was er ist, denn das ist so ziemlich bei allen Bipolaren gleich, das geht nicht weg und kommt ziemlich garantiert immer wieder. Medikamente können helfen, machen einen aber nicht zu einem &quot;normalen&quot; Menschen. Also solltest du dich beizeiten ausführlicher darin einlesen, was eine Bipolare Störung wirklich ist.<br />
Und die Verantwortung dafür, ob er Medikamente nehmen will, nimmt, und wann, bleibt am Ende bei ihm. Auch aus einer Klinik wird niemals ein Bipolarer als &quot;geheilt&quot; entlassen. Am Ende ist es die Entscheidung des Betroffenen, wie es auf Dauer weitergehen kann.<br />
Nimm ihn ernst als das was er ist, nicht als Irrer, nicht als Kranker. Er ist ein Mensch mit anderen Problemen als andere, mit stark wechselnden Bedürfnissen. Man kann mit einem bipolaren Partner leben, aber nicht jeder kann das. Weggehen kann man immer.<br />
Nichts für ungut.<br />
Ich meine das echt nicht böse, nur realistisch.<br />
<br />
M. (bipolar seit immer, also bald 4 Jahrzehnte mit Manien, Psychosen und allem drum und dran)<br />
<br />
PS: Achja, und besonders psychotisch klingt deine Beschreibung auch nicht. Es sind alles nur schnell wechselnde Affektlagen.]]></description>
            <dc:creator>zyklothym</dc:creator>
            <category>Bipolar-Forum</category>
            <pubDate>Sat, 22 Aug 2026 20:57:19 +0200</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726272#msg-726272</guid>
            <title>Re: Gespaltener Wesenskern</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726272#msg-726272</link>
            <description><![CDATA[ Vielen Dank für eure Antworten, die mir bereits einiges erklären.<br />
<br />
Ich versuche deutlicher auszudrücken, was ich meine und der Titel sollte hier niemanden zu nahe treten, es ist einfach meine derzeitige Wahrnehmung als Angehörige von meinem Gegenüber und ich kann es einfach nicht besser ausdrücken. Es fragt sich auch ob neben der bipolaren Störung vielleicht noch eine weitere Diagnose im Raum steht. <br />
<br />
Ich meinte Verhaltensweisen, die vor der Erkrankung nicht stattgefunden haben wie zb. Drogenmissbrauch, verändertes sexuelles Verhalten, Alkoholkonsum, Essstörung etc. - dass diese zum Teil noch stattfinden obwohl bereits von der erkrankten Person festgestellt wurde, welchen Schaden er damit bei sich und seinem Umfeld angerichtet hat und sich eigentlich weit stabiler zeigt in der Art und Weise, wie er spricht.<br />
Es gab zuvor Momente während der Episode, wo er innerhalb von 2 Minuten so sehr in seiner Emotion und Motivation gesprungen ist, dass es sich anfühlte als würde man mit verschiedenen Altersgruppen in ihm sprechen. Einmal mit einem Kind, einmal mit einem 16-jährigen, einmal mit einem 30-jährigen usw. - wenn das absolut kein Symptom einer bipolaren Erkrankung ist, dann interessiert mich das auch. Er meinte auch er fühle sich innerlich zersplittert.<br />
<br />
Er ist krankheitseinsichtig, aber dann auch wieder nicht. Er zeigt ein immens ambivalentes Verhalten indem was er will und tut. Es ist einmal so und einmal so. Was natürlich sehr irritierend und befremdlich auf sein Umfeld wirkt.]]></description>
            <dc:creator>Troy123</dc:creator>
            <category>Bipolar-Forum</category>
            <pubDate>Sat, 22 Aug 2026 20:20:03 +0200</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726271#msg-726271</guid>
            <title>Re: Gespaltener Wesenskern</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726271#msg-726271</link>
            <description><![CDATA[ Zum &quot;gespaltenen Wesenskern&quot; hat fahni schon etwas geschrieben.<br />
<br />
Ich finde es schwierig, von einem &quot;gesunden Wesen&quot; einer Person zu sprechen und zu erwarten, dass sie sich dahin zurückentwickelt nach so etwas Prägendem wie einer (ersten?) Manie. Mir ist aber auch nicht ganz klar, was du mit dieser Formulierung überhaupt ausdrücken möchtest.<br />
<br />
Auch finde ich es schwierig, Verhaltensweisen als &quot;krankhaft&quot; zu klassifizieren, ohne irgendetwas davon zu benennen.<br />
Was soll &quot;voll&quot; verstanden werden?<br />
Dazu kann doch niemand etwas sagen.<br />
<br />
<br />
Das Fehlen von Krankheitseinsicht ist ein typisches Symptom in einer Manie. Zweifel zu haben, auch an einer gestellten Diagnose oder der Richtigkeit einer Medikation, ist jedoch gesund.<br />
Aripiprazol beispielsweise wäre noch halb in der Manie nicht meine erste Wahl, weil es antriebssteigernd wirkt und gleich wieder in die nächste Manie schießen kann. Vielleicht ist der Gedanke dahinter, einer Anschlussdepression vorbeugen zu wollen. Ich weiß es nicht.<br />
<br />
Natürlich habe ich &quot;ähnliche Erfahrungen&quot; gemacht. Schuld und Scham nach einer Manie hatte ich auch. Das hat sich ewig hingezogen, bis ich das bewältigen konnte. Auch hat es bei mir sehr lange gedauert, bis ich aus der ersten Manie wirklich rauskam. Erinnerungslücken habe ich noch heute.<br />
<br />
Verläufe sind alle unterschiedlich. Daher kann hier niemand etwas prognostizieren. Ich würde allerdings drauf tippen, dass eine Manie, die sich langsam aufgebaut hat, auch lange braucht, bis sie wieder ausrollt. Es sei denn, sie switcht in eine Depression.]]></description>
            <dc:creator>Hotte</dc:creator>
            <category>Bipolar-Forum</category>
            <pubDate>Sat, 22 Aug 2026 19:52:44 +0200</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726270#msg-726270</guid>
            <title>Re: Gespaltener Wesenskern</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726270#msg-726270</link>
            <description><![CDATA[ Hi,<br />
<br />
„Gespaltener Wesenskern“ ist keine typische oder fachlich etablierte Beschreibung einer bipolaren Störung. Und gerade als Überschrift ist sie ziemlich irreführend. Denn die bipolare Störung ist keine Aufspaltung des Menschen in zwei innere Personen oder Wesensanteile. Der Betroffene bleibt dieselbe Person, die sich in unterschiedlichen Krankheitszuständen unterschiedlich erleben und verhalten kann.<br />
<br />
Und gerade deshalb würde ich bei dem Begriff „gesunder Wesenskern“ vorsichtig sein. Er suggeriert fast, man könne jedes Verhalten eindeutig sortieren: Das bin wirklich ich versus das ist die Krankheit. So einfach ist es eben nicht. Die Erkrankung beeinflusst Verhalten, aber sie ersetzt nicht die Person.<br />
<br />
<br />
Bei einer bipolaren Störung geht es nicht darum, dass im Menschen zwei Wesenskerne oder Persönlichkeiten miteinander konkurrieren. Manie, Depression und Mischzustände sind episodische, affektive Zustandsveränderungen einer Person. Während einer Episode können Denken, Fühlen, Antrieb, Impulskontrolle, Selbstwahrnehmung und Verhalten erheblich verändert sein. Das bedeutet aber nicht, dass ein „kranker Teil“ neben einem „gesunden Wesenskern“ existiert. Gerade nach einer ausgeprägten Episode mit psychotischen Symptomen wäre meines Erachtens etwas mehr Zurückhaltung angebracht. Man kann beobachten und beschreiben, was passiert. Aber daraus eine Art innere Aufteilung der Persönlichkeit zu konstruieren, ist etwas anderes.<br />
<br />
&quot;Erkrankter Mensch&quot; ist etwas anderes als &quot;gespaltener Wesenskern&quot;. Es ist besser, Beobachtung und klinischen Wortschatz nicht durcheinander zu werfen.<br />
<br />
VG fahni]]></description>
            <dc:creator>fahni</dc:creator>
            <category>Bipolar-Forum</category>
            <pubDate>Sat, 22 Aug 2026 19:32:41 +0200</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726265#msg-726265</guid>
            <title>Gespaltener Wesenskern</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?5,726265,726265#msg-726265</link>
            <description><![CDATA[ Hallo in die Runde,<br />
<br />
Ich bin Angehörige eines bipolar erkrankten, der derzeit noch ohne Medikamente behandelt wird. Es wurde Aripiprazol vom Psychiater &quot;empfohlen&quot; aber sein Therapeut und er haben beschlossen derzeit vorerst kein Medikament einzunehmen, weil noch auf die Meinung eines anderen Psychiaters gewartet wird.<br />
<br />
Jedenfalls kommt er derzeit aus einer Mischphase raus, welche stark ausgeprägt war und auch mit psychotischen Symptome einherging. Er hat sich leider am Höhepunkt des Schubs nicht zum Psychiater begeben sondern erst vor kurzem, als vorallem die stark manischen Symptome begonnen haben abzuklingen.<br />
<br />
Auf mich wirkt er dennoch immer noch wie gespalten. Ein Teil von ihm weiß bereits, was er alles angerichtet hat und beginnt nach langer Dissoziation starke Schuld und Scham zu empfinden. Dennoch führt er gewisse in der Manie begonnen Verhaltensweisen, die vieles zerstört haben, immer noch fort. Er ist einerseits wieder klarer und einsichtig und anderseits nicht fähig zu erkennen, dass er immer noch nicht seinem gesunden Wesen entsprechend denkt und handelt.<br />
<br />
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Kommt es irgendwann zu einem &quot;vollen&quot; Verständnis und daher Aufgabe dieser krankhaften Verhaltensweisen?<br />
Wie lang hat das gedauert?]]></description>
            <dc:creator>Troy123</dc:creator>
            <category>Bipolar-Forum</category>
            <pubDate>Sat, 22 Aug 2026 12:25:47 +0200</pubDate>
        </item>
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