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        <title>A D V E N T</title>
        <description> Nachstehend eine Engelsgeschichte.

In Anbetracht der weltweit schwierigen Lage, habe ich eine ausgesucht,
von Engeln, die erden


&amp;quot;Was glaubst du, wo er hin ist?&amp;quot;
Ich gebe einen unbestimmten Laut von mir. Meine Stimme gehorcht mir nicht.
Ich räuspere mich und frage: &amp;quot;Im Himmel?&amp;quot; Es klingt fast flehend.

Du guckst in die Wolken angestrengt, bis Dir der Nacken weh tut.
&amp;quot;Wo soll das sein? Fliegen Schwalben da oben, kreisen Monde da oben. 
Schwebt er dazwischen?&amp;quot;

&amp;quot;Nee. Das wohl nicht.&amp;quot; Ich setze mich ins Gras, weil ich noch nicht zurück will.
Obwohl es hier nichts mehr zu sehen gibt. Wie auf dem Friedhof. Wenn man nach der Beerdigung
ins Grab schaut, obwohl man weiß: Da passiert nichts. Aber wo will man sonst hingucken?
So fühlt sich das grade an. Nur dass das hier keine Beerdigung ist. Eher eine Behimmelung. Gibt es das Wort?

Zuhause wartet der Abwasch. Die Mailbox speichert eine Nachricht. Es liegt noch Arbeit auf dem Schreibtisch,
 ausserdem sollte ich die Blumen gießen. Ich habe sie vernachläßigt in den letzten Tagen.

An solche Sachen denke ich, während wir schweigen.
Es ist kein gutes Schweigen, eher ein bedrücktes.
Ich seufze. So kommen wir auch nicht weiter.

&amp;quot;Glaubst Du wirklich, es gibt einen Himmel?&amp;quot;, fragst du und stützt dich auf.
Ich höre wie du zweifelst, aber den Strohhalm nicht wegwerfen willst.
Ich will an einen Himmel glauben, denke ich. 

So wie ich auch an Gott glauben will, weil die Zwischenräume sonst so unendlich leer wären. Obwohl die Beweislage dünn ist. Das kann man nicht leugnen. Niemand konnte bisher seine Existenz belegen. Dabei haben es viele kluge Leute versucht. 
Gott schwieg auch dazu beharrlich. Das ärgert mich. Wenn ich länger darüber nachdenke, grolle ich Gott, von dem ich nicht weiß, ob ich an ihn glaube.  Dass er nicht stärker um mich wirbt. Dass er nicht eindeutiger ist. Ihm scheint nicht so viel daran 
zu liegen, dass die Menschen von ihm überzeugt sind. Das kränkt mich irgendwie. Wobei es natürlich schizophren ist, 
sich von jemandem gekränkt zu fühlen, den es möglicherweise gar nicht gibt. Ich seufze schon wieder.

Jedenfalls ist es beruhigend, in die Wolken zu schauen.
&amp;quot;Wenn es einen Himmel gäbe&amp;quot;, sagst du, &amp;quot;warum ist er dann so weit weg?&amp;quot;
Du hast dich auf den Rücken gedreht und ich tue es dir nach, und wir genießen das eine Weile,
bis uns schwindelig ist vom Ziehen der Wolken, die sich immer neu ineinanderschieben.
Eine ständige Bewegung, nichts bleibt da, wo es ist. Den Himmel stelle ich mir eigentlich anders vor. Ruhiger.
Ein Ort, an dem für immer alles gut ist. Wo man ohne Angst alles tun kann, aber nichts tun muss. Wo es überhaupt kein Müssen mehr gibt. Wo man nicht mehr traurig ist, wo nichts wehtut. Die bessere Erde.

Fortsetzung folgt ...

aus &amp;quot;Fliegen lernen&amp;quot; von Susanne Niemeyer
(wiedergegeben mit dem Einverständnis der Autorin)</description>
        <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718031#msg-718031</link>
        <lastBuildDate>Thu, 16 Apr 2026 07:11:44 +0200</lastBuildDate>
        <generator>Phorum 5.2.18</generator>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718382#msg-718382</guid>
            <title>Re: Fortsetzung ... &quot;Der Engel, der das Licht anzündet&quot;</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718382#msg-718382</link>
            <description><![CDATA[ Vielen Dank, liebe Deborah, für diese schöne Geschichte!<br />
<br />
Einen wunderschönen 4. Advent wünsche ich Dir und allen anderen!<br />
<br />
Leuchtturm]]></description>
            <dc:creator>Leuchtturm1</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Sun, 22 Dec 2024 12:17:18 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718380#msg-718380</guid>
            <title>Fortsetzung ... &quot;Der Engel, der das Licht anzündet&quot;</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718380#msg-718380</link>
            <description><![CDATA[ ... &quot;Erst kommt der Hase nach Hause&quot;, hat Oma immer erzählt. &quot;Dann das Rotkehlchen. <br />
Und zum Schluss kommt der Opa.&quot;<br />
<br />
&quot;Was sich hier alles angesammelt hat ...&quot;, staunt Marie. &quot;So viele Schrauben, Blechdosen, Marmeladengläser -<br />
 und schau, eine ganze Kiste voller Kerzenstummel .&quot; Manuel nickt und murmelt: &quot;Die Lichter eines ganzen Lebens.&quot;<br />
Als die beiden zurück ins Haus gehen, läuft ihnen Mutter entgegen. &quot;Da seid ihr ja! Ihr könnt mich doch nicht einfach <br />
mit der Oma allein lassen!&quot;<br />
<br />
Manuel setzt sich auf Opas Stuhl. Aber Oma sieht ihn nicht mal an. Wenn wir nur etwas tun könnten, denkt er. <br />
Aber ihm fällt auch nichts ein. Es beginnt langsam, dunkel zu werden.<br />
<br />
&quot;Die Kerzen&quot;, flüstert Marie. &quot;Man müsste einfach all die Kerzenstummel anzünden ...&quot;<br />
Natürlich, denkt Manuel. Die Lichtbrücke. Plötzlich weiß er, was zu tun ist. Was Opa getan hätte.<br />
Er zieht Marie mit sich in den Schuppen. &quot;Hier, nimm die Kerzen, ich nehme die Kiste mit den Marmeladengläsern!&quot; <br />
Dann gehen sie zum Bach. An der Brücke erklärt Manuel Marie, was sie machen soll und läuft zurück.<br />
<br />
&quot;Kommt&quot;, sagt er, &quot;kommt alle ans Fenster!&quot; Oma schüttelt den Kopf. &quot;Tu es für mich&quot;, bittet Manuel und weil Manuel, <br />
wenn er lächelt, ein bisschen wie Opa aussieht, steht Gerda tatsächlich auf, dem Jungen zuliebe.<br />
Zusammen stellen sie sich ans Fenster. Gerde blickt hinaus ins Dunkel. Da sieht sie das Licht. <br />
Erst eins, ein zweites, dann ein drittes, immer mehr Lichter flackern in der Nacht, bis die ganze Brücke strahlt.<br />
<br />
&quot;Hier.&quot; Manuel hält Oma den Brief entgegen. &quot;Von Opa. Der lag im Schuppen.&quot; Gerda nimmt den Umschlag. <br />
Ihre Hände zittern, als sie ihn öffnet. Sie liest: &quot;Für das Licht meines Lebens. Damit du es nie vergisst: <br />
Weder Tod noch Dunkelheit können uns trennen ...&quot; Gerda holt ihr Taschentuch raus, schnäuzt sich die Nase <br />
und wischt sich die Augen. Dann blinzelt sie. <br />
<br />
Erst glaubt sie nicht, was sie sieht: Über die Brücke kommen Leute. Sie erkennt die Nachbarn und Helge, den Bäcker <br />
und selbst Tante Irma vom anderen Ende des Dorfs. &quot;Gerda&quot;, rufen sie. &quot;Wir haben das Licht gesehen! Was für eine wunderbare Idee!&quot; Und plötzlich merkt Gerda, dass sie lächelt. Nein - sie strahlt. Sie strahlt ihnen entgegen. <br />
&quot;Kommt&quot;, sagt sie zu Anneke und Manuel, &quot;jetzt wird es aber wirklich Zeit, den Waffelteig zu rühren!&quot;<br />
<br />
<br />
<i>Steh auf und werde licht; denn dein Licht<br />
kommt, das deine Finsternis erhellt.<br />
Gottes Glanz geht auf über dir wie die Sonne.<i></i></i><br />
<br />
<b>AUS JESAJA 60<b></b></b><br />
<br />
<br />
aus &quot;fliegen lernen&quot; von Susanne Niemeyer<br />
(wiedergegeben mit der Erlaubnis der Autorin)]]></description>
            <dc:creator>Deborah</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Sun, 22 Dec 2024 06:20:23 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718379#msg-718379</guid>
            <title>4.  A D V E N T</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718379#msg-718379</link>
            <description><![CDATA[ <b>Der Engel, der das Licht anzündet<br />
<br />
Es schneit seit<b></b></b> sieben Stunden. Die Dächer des Dorfes haben dicke Mützen bekommen und die Wiesen eine weiße Decke. Gerda sieht hinaus. Sie mochte den Schnee immer. Neunundachtzig Winter hat sie diesen Blick geliebt: Die Wiese und den Bach, darüber die Brücke, auf der manchmal die Rotkehlchen spielen.<br />
<br />
In diesem Jahr ist alles anders. Die Kinder werden gleich da sein, und es wäre längst Zeit, den Waffenteig zu rühren. <br />
Gerda rührt sich nicht. Die Uhr tickt. Die Küche ist so leer ohne Emil. Alles ist so leer ohne ihn. Gerda seufzt. <br />
Die Tür geht auf, sie hört Stiefelgetrappel im Flur und dann steht Anneke in der Küche. Mit Manuel, <br />
der jetzt auch schon eine Freundin hat. Marie heißt sie.<br />
<br />
&quot;Ach Mutti&quot;, sagt Anneke, weil ihr nichts Besseres einfällt, als sie Gerda sieht. &quot;Muss ja weitergehen. <br />
Schau, ich hab Bienenstick mitgebracht.&quot; Dann schiebt sie alle in die Stube und setzt den Kaffee auf.<br />
Manuel war immer gern bei seinen Großeltern. Jetzt hält er es in den stickigen Wohnzimmer kaum aus. <br />
<br />
Oma sagt fast nichts und wenn, dann klingt es, als spräche sie unter Wasser. Nach dem zweiten Stück Kuchen stiehlt er sich hinaus. Unschlüssig steht er im Bad und wäscht sich die Hände, dann öffnet er leise die Haustür. Erleichtert atmet er die kalte Luft. Es hat aufgehört zu schneien und er geht rüber zum Schuppen. Die Tür ist immer noch abgeschlossen. <br />
<br />
Er schlüpft hinein. Sofort umgibt ihn Opas Geruch. Pfeife und Terpentin. Der Hammer hängt da, als würde er gleich zurück-<br />
kommen. Manuel läßt sich auf den Hocker fallen. Auf dem Tisch liegt eine tote Fliege. Er schnippt sie auf den Boden. <br />
Da sieht er den Umschlag. Und den Zettel. Manuel zieht beides zu sich heran. &quot;Für meine Gerda eine Lichtbrücke&quot;<br />
 steht dort in Opas akkurater Schrift. Darunter liegt eine Skizze. Merkwürdig, denkt Manuel. Was ist das? <br />
<br />
Die Tür knarrt. &quot;Hier steckst du ...&quot; Marie kommt hinein und pustet warme Luft in die Hände. Manuel mag das. <br />
Sie beugt sich über ihn. &quot;Was hast du da?&quot; Manuel zuckt mit den Schultern. &quot;Ich weiß es nicht. Mein Opa muss<br />
 das gezeichnet haben.&quot; &quot;Sieht aus wie eine Brücke.&quot; Tatsächlich, denkt Manuel. Es könnte die Brücke vorm Haus sein, <br />
über die Opa jeden Abend heimgekommen ist. Als kleiner Junge hat er mit Oma immer Ausschau nach ihm gehalten. <br />
&quot;Erst kommt der Hase nach Hause&quot;, hat Oma immer erzählt. &quot;Dann das Rotkehlchen. Und zum Schluss kommt der Opa.&quot;<br />
<br />
Fortsetzung folgt ...]]></description>
            <dc:creator>Deborah</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Sun, 22 Dec 2024 05:10:34 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718264#msg-718264</guid>
            <title>Re: Teil 2  &quot;Der Engel, der befreit&quot;</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718264#msg-718264</link>
            <description><![CDATA[ Vielen Dank!<br />
<br />
Das hat mir jetzt gut getan!<br />
<br />
Einen gesegneten 3. Advent wünsche ich Dir, liebe Deborah, und allen anderen.<br />
<br />
Ich bin heute hingefallen, zum Glück am Ende der Gassirunde. So wurde ich ausgebremst, habe einen geruhsamen Tag verbracht.<br />
<br />
Liebe Grüße <br />
<br />
Leuchtturm]]></description>
            <dc:creator>Leuchtturm1</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Sun, 15 Dec 2024 18:01:23 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718257#msg-718257</guid>
            <title>3. Advent</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718257#msg-718257</link>
            <description><![CDATA[ .]]></description>
            <dc:creator>Deborah</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Sun, 15 Dec 2024 08:58:40 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718249#msg-718249</guid>
            <title>Teil 2  &quot;Der Engel, der befreit&quot;</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718249#msg-718249</link>
            <description><![CDATA[ Fortsetzung:<br />
<br />
Als der Engel in seine Gedanken tritt, wird es hell. Das ist das erste, was geschieht: dass es hell wird.<br />
Dann stößt der Engel ihn in die Seite. Es ist ein heftiger Stoß. Er scheint nicht zimperlich zu sein.<br />
&quot;Wach auf&quot;, ruft er. &quot;Komm zu dir!&quot; Peter will gar nicht zu sich kommen, aber er blinzelt trotzdem.<br />
Der Stoß tat weh. <br />
<br />
&quot;Steh auf&quot;, sagt der Engel und es klingt wie ein Befehl. Peter will ihm die Wachen zeigen, er will ihm zeigen, <br />
dass er unmöglich aufstehen kann. Aber verwundert stellt er fest, dass sie schlafen. Dass die Stimmen schweigen. <br />
Er nähert sich ihnen vorsichtig, aber: Nichts. Keine Regung. Da fallen die Ketten von ihm ab.<br />
<br />
&quot;Zieh deine Schuhe an&quot;, befiehlt der Engel. &quot;Wird Zeit, dass du hier raus kommst.&quot; &quot;Aber&quot;, sagt Peter<br />
&quot;Nichts aber&quot;, sagt der Engel.<br />
<br />
Da steht Peter auf. Der Engel sieht ihm geduldig zu. &quot;Den Mantel&quot;, erinnert in der Engel. <br />
&quot;Nimm den Mantel. Der schützt dich&quot;. Mantel, denkt Peter. Mantel ist gut. <br />
&quot;Und jetzt folge mir&quot;<br />
<br />
Peter blickt sich um. Von der Enttäuschung keine Spur. Hat sie sich versteckt? <br />
Für gewöhnlich lauert sie immer irgendwo.<br />
<br />
&quot;Lass sie&quot;, sagt der Engel. &quot;Wir gehen jetzt raus ins Leben.&quot;<br />
Peter stolpert aus seiner Gefangenschaft. Er weiß nicht, wie ihm geschieht. <br />
Er weiß nicht, ob er wacht oder träumt. Das eiserne Tor der Schuld öffnet sich. <br />
Der Engel führt ihn hinaus. Niemand stellt sich ihnen entgegen. Nicht mal der Vater.<br />
<br />
Es ist fünf Uhr morgens. Peter Simons schlägt die Augen auf. Es ist hell. Die Vögel erwarten ihn. <br />
Der Engel ist verschwunden. Ist das wahr, denkt er oder habe ich geträumt?<br />
<br />
Er weiß es nicht. Er weiß nur: Er ist frei.<br />
Wie das zugegangen ist, kann er keinem erklären.<br />
Er weiß nur: Jemand hat das Licht angemacht.<br />
<br />
* * *<br />
<br />
<i>Als Petrus ins Gefängnis geworfen wurde, betete die Gemeinde ohne Aufhören für ihn.<br />
In der Nacht vor dem Prozess schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit zwei Ketten gefesselt, <br />
vor der Tür bewachten zwei weitere Wachen das Gefängnis.<br />
<br />
Plötzlich betrat ein Engel Gottes die Zelle und Licht erfüllte den Raum. Er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn. <br />
&quot;Steh auf!&quot; Und die Ketten fielen von seinen Händen. Der Engel sagte: &quot;Gürte dich und ziehe Schuhe an!&quot; Und er tat es. <br />
Der Engel sagte: &quot;Wirf deinen  Mantel um und folge mir!&quot;<br />
<br />
Da ging er hinaus und folgte ihm, aber wusste nicht, dass all dies wirklich geschah, sondern meinte zu träumen.<br />
 Sie gingen durch die erste und zweite Wache. Das eiserne Tor tat sich ihnen von selber auf. Und sie traten hinaus<br />
 und gingen eine Gasse weiter, da verließ ihn der Engel.</i><i></i><br />
<br />
<b>AUS DER APOSTELGESCHICHTE 12<b></b></b><br />
<br />
* * *<br />
<br />
<i>Als ich den Engel des Verzichts treffe, wundere ich mich. Er hat Flügel. <br />
Entgegen landläufiger Meinung ist er der Vergnügteste von allen. <br />
Er ist leichtfüßig. Seine Koffer hat er unterwegs verloren. <br />
Er weiß nichts besser. Was er sagen wollte, hat er vergessen. <br />
Den Eiligen läßt er den Vortritt. Den Ehrgeizigen räumt er den Weg.<br />
Der Engel des Verzichts nimmt niemandem etwas weg. Auch keine Illusion. <br />
Er ist frei. Nicht mal an der Freiheit hält er fest.<i></i></i><br />
<br />
<br />
aus &quot;fliegen lernen&quot; von Susanne Niemeyer<br />
(wiedergegeben mit dem Einverständnis der Autorin.]]></description>
            <dc:creator>Deborah</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Sun, 15 Dec 2024 05:47:33 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718246#msg-718246</guid>
            <title>3.  A D V E N T</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718246#msg-718246</link>
            <description><![CDATA[ <b>Der Engel, der befreit<b></b></b><br />
<br />
<b>In letzter Sekunde<b></b></b> kam der Engel.<br />
...Peter Simson ist sechsundvierzig Jahre alt. Den Fischladen der Eltern hat er hinter sich gelassen.<br />
Weil er Coach werden wollte. Was die Leute noch immer sonderlich finden, weil man das Wort kaum aussprechen kann <br />
und die Alten denken, er verkaufe jetzt Sofas. Wie man ein Sofa einem Fisch vorziehen kann, versehen sie nicht. <br />
Wenn es Spitz auf Knopf steht, kann man auch auf einem Stuhl sitzen, während ein Fisch immer satt macht. <br />
<br />
Peter Simson hat es aufgegeben, sich zu erklären. Warum man wegzieht, muss hier oben begründet werden und<br />
 feststeht von vornherein: es gibt keinen Grund. Wer ein Haus hat, gehört hierher. Peters Elternhaus steht seit einhundertsiebzehn Jahren hinterm Deich und der Liguster ist mittlerweile hoch genug, um den Wind zu brechen. <br />
Das Boot liegt im Hafen. Schollen wollen die Leute immer, besonders die Touristen. <br />
Schön mit Butter und Krabben obendrauf. Eine Schande, da einfach auszusteigen.<br />
<br />
Vaters vorwurfsvolles Schweigen läßt Peter bis heute nicht los.<br />
Als kleiner Junge ist er immer mit raus aufs Meer. Da konnte er noch kaum laufen. Mit vollen Netzen sind sie zurückgekehrt. <br />
Er liebte die Gischt und den Wind. Angst hatte er nicht. Das war das Wichtigste, keine Angst zu haben. Aber Respekt. <br />
Den würde der Junge noch lernen, dachte der Vater. Bloß erstmal keine Angst haben, der Rest fügt sich. <br />
Der kleine Junge war so voller Bewunderung für den Vater, dass es schmerzt. <br />
Dass es heute noch schmerzt, daran zu denken. <br />
Wie konnte er ihn so enttäuschen?<br />
<br />
Er hat ihn verlassen. Verraten hat er ihn und alles, was der Vater aufgebaut hat und weitergeben wollte.<br />
&quot;Hast du nicht&quot;, sagen die Freunde. Aber sie wissen nicht, wie es ist. Es gibt ein Foto von ihm mit viel zu großer Fischermütze. Da steht er vorm Boot und hält einen Kabeljau in die Kamera, größer als seine beiden Arme zusammen. Sein Haar ist zerzaust und die Hand des Vaters liegt auf seiner Schulter. Das Bild stand all die Jahre auf der Kommode in der Stube. Er weiß nicht, was damit geschehen ist.<br />
<br />
Der Vater ist tot. Er könnte befreit sein. Aber er ist es nicht. Den Vater hat er beerdigt, aber seine Enttäuschung hat er nicht beerdigt. Sie hockt in seinem Zimmer und sieht ihn vorwurfsvoll an. Jeden Tag. Sie beherrscht ihn. Und er ist ganz klein und verzagt.<br />
<br />
&quot;Du bist verrückt&quot;, sagen seine Freunde und lachen. &quot;Sieh dich an - du hast Erfolg! Du hast dir etwas Eigenes aufgebaut. <br />
Was kümmert dich die Vergangenheit?&quot; Sie verstehen nichts. Ihre Eltern sind Lehrer, Rechtsanwältinnen und Therapeuten. Die wissen, was ein Coach ist.<br />
<br />
Die Enttäuschung hat ihn in Ketten gelegt. Und die Schuld, so ganz genau kann er das nicht trennen. Sie bewacht ihn. <br />
Und der Abstand zu den Freunden wird immer größer. Er geht immer seltener ans Telefon. Mails beantwortet er nicht. Niemand kann sich ihm nähern. Sie sind draussen. Jenseits der Mauer. Noch lassen sie nicht locker. Sie rufen an. <br />
Sie fragen, wie es ihm geht. Sie laden ihn ein. Die Freunde sorgen sich. Sie versuchen, ihn zu erreichen. <br />
Er ist sicher: das wird aufhören. <br />
<br />
Die Enttäuschung hat gute Wachen. Vier zu seiner Rechten: Du hast ihn verraten. Du hast das Erbe deines Vaters verraten, flüstern sie. Vier zu seiner Linken: Wer hoch hinaus will, wird tief fallen. Sieh wohin das führt, flüstern sie. Vier in seinem Rücken:  Was du bist, verdankst du ihm. Hast du das vergessen? Vier vor seinem Angesicht:  Was glaubst du, wer du bist. Nichts als ein kleiner Fischer.<br />
<br />
Die Freunde sind in großer Sorge um ihn. Wenn man nur etwas tun könnte. Wenn sie nur helfen könnten. Aber sie dringen nicht zu ihm vor. Und weil sie wenig Erfahrung damit haben, wie man einen Gefangenen befreit, bleibt nur Hoffen und Beten. Das ist nicht viel, aber besser als nichts.<br />
<br />
Am Vorabend seines siebenundvierzigsten Geburtstags ist Peter Simson allein. Er will nicht feiern. Er wüßte nicht, was. <br />
In der Wohnung ist es dunkel. Er liegt auf dem Sofa und schaut in die Schwärze. Sie ist überwältigend. In diesem Moment kommt es ihm vor, als würde er sich nie mehr bewegen können. Niemals mehr. Er schließt die Augen. Wahrscheinlich schläft er ein.<br />
<br />
Als der Engel in seine Gedanken tritt, wird es hell. Das ist das erste, was geschieht: dass es hell wird. Dann stößt der Engel ihn in die Seite. Es ist ein heftiger Stoß. Er scheint nicht zimperlich zu sein. &quot;Wach auf. Komm zu Dir&quot;, ruft er. Peter will gar nicht zu sich kommen, aber er blinzelt trotzdem. Der Stoß tat weh.<br />
<br />
&quot;Steh auf&quot;, sagt der Engel und es klingt wie ein Befehl.<br />
<br />
Fortsetzung folgt ...<br />
<br />
aus &quot;fliegen lernen&quot; von Susanne Niemeyer<br />
(wiedergegeben mit dem Einverständnis der Autorin)]]></description>
            <dc:creator>Deborah</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Sun, 15 Dec 2024 03:55:39 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718199#msg-718199</guid>
            <title>A D V E N T</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718199#msg-718199</link>
            <description><![CDATA[ Moin,<br />
<br />
13. Türchen des Adventkalenders: <br />
<br />
&quot;24 Stück vom Glück&quot; von Patricia Koelle<br />
<br />
Die Weihnachtszeit ist nicht nur die Zeit großer Feste und aufwändiger Geschenke.<br />
Sie ist auch die Zeit der kleinen Dinge und Achtsamkeiten, mit denen wir anderen Menschen <br />
eine Freude machen und ihren Tag zum Leuchten bringen. Denn das Glück ist heute manchmal näher, <br />
als wir denken - wir müssen nur die Augen dafür öffnen. Mit Patritia Koelles poetischen und besinnlichen Geschichten <br />
zum Advent wird so jeder Tag zu einem Geschenk.<br />
<br />
24 Geschichten mit kreativen Inspirationen, die das Warten auf Weihnachten verkürzen.<br />
<br />
* * *<br />
<br />
Da ich 2 Exemplare des Buches besitze, möchte ich eines verschenken.<br />
Bei Interesse bitte per PN melden.<br />
<br />
Viele Grüße<br />
<br />
Deborah]]></description>
            <dc:creator>Deborah</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Fri, 13 Dec 2024 07:04:01 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718194#msg-718194</guid>
            <title>Re: A D V E N T</title>
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            <description><![CDATA[ Sehr schön, liebe Deborah ❤️]]></description>
            <dc:creator>Frech</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Thu, 12 Dec 2024 20:30:38 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718174#msg-718174</guid>
            <title>Re: A D V E N T</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718174#msg-718174</link>
            <description><![CDATA[ moin<br />
<br />
2 Kerzen brennen an meinem Adventskranz zum Frühstück und die 1. Kerze habe ich schon erneuert. Mir tut diese Tradition noch aus meinen Kindertagen besonders in diesem Jahr gut.<br />
<br />
<center class="bbcode">Guten Morgen<br />
<br />
Heute Morgen stehe ich auf<br />
und lass den Rest von mir liegen.<br />
Abgelegt kann ich noch<br />
die Eifersucht erblicken,<br />
den verwerflichen Blick,<br />
das zerrüttete Ich,<br />
die kriegerischen Gedanken,<br />
die selbsterinnernde Zeitnot,<br />
den Perfektionismus,<br />
die Scham,<br />
den Zwang zu wischen, zu saugen und<br />
mich jeder freien Minute zu berauben.<br />
Mit mir steht auf<br />
mein Ich!<br />
Und mir fehlt tatsächlich <br />
nichts.</center><br />
<br />
Danke dir, Deborah, für diesen Adventlichen Baum.<br />
s.]]></description>
            <dc:creator>soulvision</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Thu, 12 Dec 2024 09:58:07 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718090#msg-718090</guid>
            <title>@ Leuchtturm</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718090#msg-718090</link>
            <description><![CDATA[ Liebe Leuchtturm,<br />
<br />
danke für die Grüße und guten Wünsche.<br />
<br />
Wo auch immer Du und Michel sich befinden,<br />
einen gesegneten Adventsonntag!<br />
<br />
wünscht <br />
<br />
Deborah]]></description>
            <dc:creator>Deborah</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Sun, 08 Dec 2024 09:31:34 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718089#msg-718089</guid>
            <title>Re: A D V E N T</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718089#msg-718089</link>
            <description><![CDATA[ Liebe Deborah,<br />
<br />
vielen Dank für diese wunderschöne Geschichte! <br />
<br />
Ich wünsche Dir und allen einen schönen 2. Advent!<br />
<br />
Leuchtturm]]></description>
            <dc:creator>Leuchtturm1</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Sun, 08 Dec 2024 08:14:44 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718088#msg-718088</guid>
            <title>A D V E N T</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718088#msg-718088</link>
            <description><![CDATA[ <i>Bewahre die Hoffnung<i></i></i><br />
<br />
Vier Kerzen brannten am Adventkranz.<br />
Es war so still, dass man sie reden hörte.<br />
<br />
<center class="bbcode">Die erste sagte:<br />
&quot;Ich heiße Frieden,<br />
aber die Menschen wollen mich nicht.&quot;<br />
Ihr Licht erlosch.<br />
<br />
Die zweite sagte:<br />
&quot;Ich heiße Glaube, aber die Menschen <br />
mögen von Gott nichts mehr wissen.&quot;<br />
Ein Luftzug löschte sie aus.<br />
<br />
Die dritte sprach leise:<br />
&quot;Ich heiße Liebe, aber die Menschen denken<br />
nur noch an sich und nicht an andere.&quot;<br />
Ein letztes Aufflackern und sie erlosch.<br />
<br />
Da kam ein Kind in das Zimmer,<br />
sah die dunklen Kerzen und wurde traurig.<br />
<br />
Nun meldete sich die vierte Kerze:<br />
&quot;Hab keine Angst. Ich heiße Hoffnung und solange<br />
ich brenne, können wir die Kerzen der Liebe,<br />
des Glaubens und des Friedens immer<br />
wieder neu entzünden.&quot;<br />
</center><center class="bbcode"></center>]]></description>
            <dc:creator>Deborah</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Sun, 08 Dec 2024 00:21:53 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718037#msg-718037</guid>
            <title>Teil 2 der Engelsgeschichte ...</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718037#msg-718037</link>
            <description><![CDATA[ von den <b>Engeln, die erden<b></b></b><br />
<br />
Wenn ich weiterdenke, gibt es allerdings Probleme in Himmel.<br />
Zum Beispiel, wen man liebt. Wird die Jugendliebe dann doch noch in Erfüllung gehen?<br />
Und was ist, wenn sie inzwischen verheiratet war? Wird das dann ein glücklicher Dreier?<br />
Ich seufze ein drittes Mal, weil solche Fragen nirgendwo hinführen.<br />
Ausserdem will ich die Erfüllung nicht für den Himmel aufsparen.<br />
<br />
&quot;Man sieht ja auch keinen da oben&quot;, sage ich. &quot;Müsste man nicht die ganzen Gestorbenen sehen?&quot;<br />
&quot;Nee&quot;, sagst du, &quot;das wäre ja komisch. Stell dir all die Toten vor, was da oben los wäre! Ausserdem<br />
würde man dann bestimmt nur noch in die Luft gucken. Dann kriegst du ja vom Leben nichts mehr mit.&quot;<br />
<br />
&quot;Wäre vielleicht nicht schlecht.&quot; Ich denke an Kriege, doofe Nachbarn und solche Sachen.<br />
Aber du widersprichst: &quot;Wozu gäbe es dann das Leben, wenn im Himmel sowieso das bessere Dasein stattfindet?<br />
Dann könnte man sich das Erdenleben doch gleich schenken. Warum diese Extrarunde drehen?&quot;<br />
<br />
Stimmt auch wieder. Der Himmel als besserer Ort ist keine Lösung.<br />
&quot;Der Himmel ist mitten unter euch&quot;, zitierst du. Natürlich kenne ich die Worte. Habe sie oft genug gehört.<br />
Sie gehen einem leicht von der Zunge, wenn die Erde ein guter Ort ist. Aber jetzt? <br />
Es ist einfacher, den besseren Ort in der Ferne zu lokalisieren. <br />
Dann bleibt die Hoffnung. Dann kommt noch was.<br />
<br />
&quot;Vielleicht ist es wie mit den Wolken&quot;, sagst du. <br />
&quot;Was meinst du?&quot; Ich bin skeptisch, weil Vergleiche mit Wolken meistens kitschig enden. <br />
&quot;Wolken sind Wasser. Nur in anderer Form.&quot;<br />
&quot;Und?&quot;<br />
&quot;Wasser verdampft, Du siehst es nicht mehr, aber es ist trotzdem da. <br />
Vielleicht sind die Menschen im Himmel auch da. Nur in anderer Form.&quot;<br />
&quot;Gasförmig?&quot;<br />
&quot;Nimm es doch nicht so wörtlich. Wer sagt denn, dass das Sein an den Körper gebunden ist? <br />
Vielleicht existiert es auch ohne ihn. Dann braucht es keinen Himmel als Ort. <br />
Dann könnte es überall sein. Hier zum Beispiel, zwischen uns.&quot;<br />
<br />
&quot;Was ist mit Gott? Wo ist der in deinem Konzept?&quot;<br />
&quot;Dazwischen. Zwischen uns und zwischen dem Stein und dem Gras, zwischen zwei Molekülen und zwischen den Zeiten. <br />
Ich glaube, Gott ist überall dazwischen.&quot;<br />
<br />
Ich schaue nach oben, weil ich den Himmel über mir ungern gehen lassen will. Er ist so blau, so weit, so weich.<br />
 Ich glaube, es geht dir genauso. Die Sehnsucht wohnt verheißungsvoller in der Ferne. Wir können uns nicht losreißen.<br />
<br />
Da treten zwei Weißgekleidete in unser Blickfeld.<br />
Sie fragen: &quot;Was liegt ihr da und seht zum Himmel?&quot;<br />
Wir fühlen uns ertappt. Wir haben sie nicht kommen sehen.<br />
Aber wir wissen, was sie sagen wollen. Wir richten uns auf. Es ist Zeit nach Hause zu gehen. <br />
Den Himmel nehmen wir mit. Worte haben wir, nicht Flügel. Die Weißgekleideten nicken zum Abschied. <br />
Woher sie wohl kommen?<br />
<br />
<br />
aus &quot;Fliegen lernen&quot; von Susanne Niemeyer<br />
(wiedergegeben mit dem Einverständnis der Autorin)]]></description>
            <dc:creator>Deborah</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Thu, 05 Dec 2024 17:22:53 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718033#msg-718033</guid>
            <title>Re: A D V E N T</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718033#msg-718033</link>
            <description><![CDATA[ Liebe Deborah,]]></description>
            <dc:creator>Foreigner2024</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Thu, 05 Dec 2024 12:18:47 +0100</pubDate>
        </item>
        <item>
            <guid>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718031#msg-718031</guid>
            <title>A D V E N T</title>
            <link>https://www.bipolar-forum.de/read.php?10,718031,718031#msg-718031</link>
            <description><![CDATA[ Nachstehend eine Engelsgeschichte.<br />
<br />
In Anbetracht der weltweit schwierigen Lage, habe ich eine ausgesucht,<br />
von <b>Engeln, die erden<b></b></b><br />
<br />
<br />
&quot;<b>Was glaubst du<b></b></b>, wo er hin ist?&quot;<br />
Ich gebe einen unbestimmten Laut von mir. Meine Stimme gehorcht mir nicht.<br />
Ich räuspere mich und frage: &quot;Im Himmel?&quot; Es klingt fast flehend.<br />
<br />
Du guckst in die Wolken angestrengt, bis Dir der Nacken weh tut.<br />
&quot;Wo soll das sein? Fliegen Schwalben da oben, kreisen Monde da oben. <br />
Schwebt er dazwischen?&quot;<br />
<br />
&quot;Nee. Das wohl nicht.&quot; Ich setze mich ins Gras, weil ich noch nicht zurück will.<br />
Obwohl es hier nichts mehr zu sehen gibt. Wie auf dem Friedhof. Wenn man nach der Beerdigung<br />
ins Grab schaut, obwohl man weiß: Da passiert nichts. Aber wo will man sonst hingucken?<br />
So fühlt sich das grade an. Nur dass das hier keine Beerdigung ist. Eher eine Behimmelung. Gibt es das Wort?<br />
<br />
Zuhause wartet der Abwasch. Die Mailbox speichert eine Nachricht. Es liegt noch Arbeit auf dem Schreibtisch,<br />
 ausserdem sollte ich die Blumen gießen. Ich habe sie vernachläßigt in den letzten Tagen.<br />
<br />
An solche Sachen denke ich, während wir schweigen.<br />
Es ist kein gutes Schweigen, eher ein bedrücktes.<br />
Ich seufze. So kommen wir auch nicht weiter.<br />
<br />
&quot;Glaubst Du wirklich, es gibt einen Himmel?&quot;, fragst du und stützt dich auf.<br />
Ich höre wie du zweifelst, aber den Strohhalm nicht wegwerfen willst.<br />
Ich will an einen Himmel glauben, denke ich. <br />
<br />
So wie ich auch an Gott glauben will, weil die Zwischenräume sonst so unendlich leer wären. Obwohl die Beweislage dünn ist. Das kann man nicht leugnen. Niemand konnte bisher seine Existenz belegen. Dabei haben es viele kluge Leute versucht. <br />
Gott schwieg auch dazu beharrlich. Das ärgert mich. Wenn ich länger darüber nachdenke, grolle ich Gott, von dem ich nicht weiß, ob ich an ihn glaube.  Dass er nicht stärker um mich wirbt. Dass er nicht eindeutiger ist. Ihm scheint nicht so viel daran <br />
zu liegen, dass die Menschen von ihm überzeugt sind. Das kränkt mich irgendwie. Wobei es natürlich schizophren ist, <br />
sich von jemandem gekränkt zu fühlen, den es möglicherweise gar nicht gibt. Ich seufze schon wieder.<br />
<br />
Jedenfalls ist es beruhigend, in die Wolken zu schauen.<br />
&quot;Wenn es einen Himmel gäbe&quot;, sagst du, &quot;warum ist er dann so weit weg?&quot;<br />
Du hast dich auf den Rücken gedreht und ich tue es dir nach, und wir genießen das eine Weile,<br />
bis uns schwindelig ist vom Ziehen der Wolken, die sich immer neu ineinanderschieben.<br />
Eine ständige Bewegung, nichts bleibt da, wo es ist. Den Himmel stelle ich mir eigentlich anders vor. Ruhiger.<br />
Ein Ort, an dem für immer alles gut ist. Wo man ohne Angst alles tun kann, aber nichts tun muss. Wo es überhaupt kein Müssen mehr gibt. Wo man nicht mehr traurig ist, wo nichts wehtut. Die bessere Erde.<br />
<br />
Fortsetzung folgt ...<br />
<br />
aus &quot;Fliegen lernen&quot; von Susanne Niemeyer<br />
(wiedergegeben mit dem Einverständnis der Autorin)]]></description>
            <dc:creator>Deborah</dc:creator>
            <category>Off-Topic Forum</category>
            <pubDate>Thu, 05 Dec 2024 07:13:03 +0100</pubDate>
        </item>
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