Dringender Rat gesucht - Rechtliche Bertreuung anregen?

10. 11. 2018 22:45
Hallo, das ist mein erster eigener Beitrag in diesem sehr hilfreichen Forum. Mir liegt eine Entscheidung sehr sehr schwer auf dem Herzen und ich hoffe auf ein paar ehrliche Meinungen und Ansichten zu dem Thema (lange Vorgeschichte, sorry!).

Mein Mann (ursprünglich aus Senegal/USA), wir haben ein einjähriges Kind zusammen, wurde vor 2 Monaten in Berlin als bipolar diagnostiziert, am Anfang einer sehr schlimmen manischen Phase. Es ist die vierte Phase, mit exakt den gleichen Symptomen, die ich miterlebe, aber aus Unterhaltungen mit seiner Familie und Ex-Frau weiß ich, dass er die Krankheit wahrscheinlich seit mehr als 10 Jahren hat. Ich habe es seit der ersten "Episode" vermutet, und war mir seit der 3. zumindest sehr sicher, dass er dringend psychatrische Hilfe braucht. Ich hatte gewartet bis er auch aus der depressiven Phase raus war und habe dann mit ihm gesprochen, er hat es nach langem hin und her erst eingesehen und gesagt er weiß dass er Hilfe braucht (er wurde nie zuvor diagnostiziert), wirkte EXTREM erleichtert, und dann hat sich seine Meinung aus unerklärlichen Gründen um 180 Grad gewandelt, seitdem war es ein Tabuthema, ich habe es noch öfter versucht anzusprechen, aber es war unmöglich.

Dieses Mal war extremer Stress und Schlafmangel der Auslöser für die Manie und er hat zu Beginn der manischen Phase im September ganze 6 Tage hintereinander gar nicht geschlafen, war verwirrt und konnte kaum 2 Sätze die Sinn machten sagen, dachte ich arbeite für die CIA, hat 4000€ in einer Woche ausgegegen (für Instrumente), seine Beleidigungen und Demütigungen möchte ich hier gar nicht erst wiederholen. Ich weiß, dass es nicht er ist der spricht und habe versucht sie mir nicht zu Herzen zu nehmen, aber ich hatte ehrlich gesagt Angst um mein Leben, als ich versucht habe ihn in diesem Zustand in Köln zum Krankenhaus zu bringen (ich hatte Angst die Polizei zu rufen), er hat mich teilweise nicht mehr erkannt. Als das nicht ging, brachte ich ihn nach Berlin und dann ein paar Tage später zur psychatrischen Ambulanz. Dort wurde er dann diagnostiziert. Da war er aber aus dem "gröbsten" raus, bzw. der Arzt konnte keine Fremd-/Selbstgefährdung feststellen (was ich ehrlich gesagt bezweifle), nur sehr dringenden Behandlungsbedarf. Er hat ihm Medikamente angeboten um die Manie zu beenden, die hat er die Toilette heruntergespült. Seitdem denkt mein Mann, ich habe eine Affaire mit dem Psychater und er hat ihn deswegen diagnostiziert und wir wollten ihn mit den Medikamenten umbringen. Er erzählt das auch allen, inklusive meinen Arbeitskollegen, und hat sich von mir getrennt. Ich war gleich am Anfang mit unserem Kind zu meiner Mutter gegangen, um den Kleinen keiner Gefahr auszusetzen, da bin ich immer noch. Ich habe es trotzdem geschafft, dass ihn noch zwei weiterer Psychater gesehen haben und eine Psychologin (unglaublich nette und engagierte Ärzte, die haben ihn teilweise im Café um die Ecke getroffen, um erstmal Vertrauen zu gewinnen). Wie auch immer, es hat ALLES nichts gebracht, niemand kommt auch nur ansatzweise zu ihm durch (cih weiß, dass ist ein Symptom der Manie). Ich habe auch erstmals mit seiner Familie und den engsten Freunden darüber gesprochen, nachdem mein Mann ihnen allen gesagt hat, dass ich ihn gemeinsam mit einem Psychater vergiften wollte, haben die mich natürlich besorgt (um seinen psychischen Zustand) angerufen und ich habe zum ersten Mal mit ihnen offen darüber gesprochen. Aber auch Freunde und Familie die gekommen sind, konnten ihn nicht dazu bringen sich behandeln zu lassen.

Er ist jetzt seit 7 Wochen in einem schweren manischen Zustand, wenn auch nicht mehr so paranoid / verwirrt wie am Anfang. Schon vor 7 Wochen hat der Psychater gesagt aus seiner Sicht sollte man eine Betreuung nach PsychKG anregen, d.h. rechtliche Betreuung für die Bereiche Gesundheit, Aufenthalt (das könnte man aber auch rausnehmen), Behörden und Finanzen. Seit 7 Wochen, wehre ich mich dagegen, und die Ärzte wollen es nicht gegen meinen Willen machen (da ich ihn zur Ambulanz gebracht habe, und somit die "Schuldige" wäre und er mich ohnehin gerade unendlich dafür hasst). Außerdem wissen sie natürlich auch nicht, ob das tatsächlich das Beste ist, denn es ist sehr traumatisch...Ich weiß einfach nicht weiter, seine Familie auch nicht (ich kann denen auch schwer das Prozedere hier erklären). Diese Woche war er 4 Tage lang "verschwunden", nicht erreichtbar und auch nicht zu Hause und ich habe mir riesige Vorwürfe gemacht, dass ich mich der rechtlichen Betreuung in den Weg gestellt habe. Dann tauchte er wieder auf, und plötzlich hab ich wieder Zweifel, ob ich es vertreten kann dass er so entmündigt und eventuell mit der Polizei ins Krankenhaus gebracht wird. Ich habe jetzt jedenfalls bis Montag Zeit um es mir nochmal zu überlegen, dann wollen die Ärtze eine endgültige Antwort.

Aus eurer Sicht, die ihr vielleicht Erfahrung mit solchen Situationen gemacht habt, was wäre eure Entscheidung? Was spricht dafür und was dagegen? Sollte man abwarten bis die Episode vorbeigeht und dann nochmal mit ihm sprechen? Oder lieber das Schlimmste verhindern? Das Ziel ist natürlich, dass er langfristig in Behandlung ist.

Vielen Dank, auch fürs bis hier Lesen!
Saskia
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saskina 609 10. 11. 2018 22:45

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kinswoman 158 10. 11. 2018 23:28

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saskina 136 10. 11. 2018 23:37

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kinswoman 135 10. 11. 2018 23:52

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saskina 123 11. 11. 2018 00:06

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saskina 120 11. 11. 2018 00:08

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Bigabu 126 11. 11. 2018 05:37

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kinswoman 118 11. 11. 2018 10:47

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saskina 75 12. 11. 2018 23:57

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saskina 65 12. 11. 2018 23:50

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YingYang303 113 11. 11. 2018 11:17

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saskina 69 15. 11. 2018 17:42

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