Mögliche Fragestellungen...

04. 09. 2018 22:12
Ich denke, die Frage kann man nicht klar mit ja oder nein beantworten. Ich meine, eine Frage, die ihr euch stellen könntet wäre vielleicht, ob ihr je nach Zustand eher froh seid, stetig jemanden um euch zu haben. Oder ob ihr je nach Phase auch mal lieber mal ganz für euch sein wollt.

Ich kann erst auf eine Ex-Freundin zurückblicken, die ich von 2014 auf 2015 für einige Monate hatte. Die war damals während meiner manischen Phase eine echte Belastung für mich und ich bin im Nachhinein froh, nicht mit ihr zusammengewohnt zu haben. Denn ein Zusammenwohnen hätte es damals noch schlimmer gemacht. Dazu muss ich aber auch sagen, dass sie selbst nicht bipolar war. Und wenn zwei Menschen zusammenwohnen, die beide bipolar sind, ist vielleicht ein anderes Einfühlungsvermögen und ein anderes Verständnis dafür da, was das Gegenüber braucht und was nicht.

Letzten Endes wird das aber so sein wie bei den Medikamenten. Was für den Einen passt, muss deshalb nicht auch für den Anderen passen. Ob hier jemand schreibt, dass eine Beziehung zwischen Bipolaren gut ging oder nicht, wird kaum etwas darüber sagen, wie das speziell bei euch passen wird.

Für mich selbst gesprochen bin ich ehrlich gesagt ganz froh, in einer 2er-WG mit einem weiteren Mann zu wohnen, mit dem ich ein etwas distanziertes Verhältnis habe. Wir beschäftigen uns nicht viel miteinander, haben aber auch nichts gegeneinander. Mir tut dieses annähernde Alleinleben ganz gut. Ich schätze es, nicht zu sehr sozial eingebunden zu sein. Was der Fall wäre, wenn ich mit einer festen Freundin zusammen wohnen würde. Oder mit WG-Bewohnern, mit denen ich mehr zu tun hätte.

Ich erinnere mich an eine Bekannte mit einem bipolaren Freund, wo das Zusammenleben immer schlimmer wurde, bis sie sich getrennt haben. Erst war er ewig depressiv und sie war genervt, dass die Hausarbeit und die Besorgungen an ihr hängen blieben. In einer anderen Phase wurde er ihr gegenüber dann aggressiv. Ein gewisser Vorteil des Alleinlebens ist, dass es nicht zu einem Ungleichgewicht im Wohnungspflegen kommen kann. Jemand kann dann keine wachsende Unzufriedenheit entwickeln, weil er im Haushalt mehr macht als der Andere.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Bipolar meets bipolar

Sammy01 427 04. 09. 2018 16:04

Mögliche Fragestellungen...

Sozialarbeiter84 192 04. 09. 2018 22:12



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