Meinung ist gefragt

05. 07. 2018 22:52
Hey Leute,

Ich bin neu hier im Forum, habe mich eben erst angemeldet, nachdem ich jetzt nen ganzen Tag hier durchgesurft bin.
Ich bin durch Zufall auf die Bipolare Störung gestoßen und bin neugierig, da ich jetzt seit einigen Jahren mit einigen Problemen zu kämpfen hatte, und die Symptomatik mich zum Nachdenken brachte, da sie zumindest meiner meinung und der meiner Freundin nach auch auf mich zutrifft. Psychologin ist kontaktiert, Erstgespräch aber erst ab September möglich, weil Urlaub.

Vorab für alle gefährdeten, das nachfolgende könnte möglicherweise triggern! (Drogenmissbrauch bzw. Situationsbeschreibungen.)

Nun zum geschäftlichen.

Ich halte mich selbst für einen recht intelligenten, selbstkritischen Menschen, weshalb ich die letzten Jahre eigentlich mit kaum was anderem zugebracht habe, als mich selbst zu analysieren. Dabei entdeckt man schon merkwürdige Sachen. Ich bin jetzt 23 Jahre alt und habe schon unglaublich viel erlebt. (Glaube ich zumindest, hab ja noch kein anderes Leben gelebt. jedenfalls nicht dass ich wüsste.)
Als Kind schon immer anders, als Träumer bezeichnet, stets hinterfragt, und mein Umfeld oft mit meinem Intellekt oder meinem Charisma aus dem Konzept gebracht. Ich habe es immer bevorzugt ein Buch zu lesen, statt mit Freunden zu spielen, was nicht bedeutet, dass ich das nicht getan habe. Ich war auch gerne mal draussen. Eigentlich recht ausgeglichen mit Büchern, Bildschirm und frischer Luft gewesen.
Ich habe mich in der Schule immer eher mit den Randgruppen abgegeben, da diese mir lieber waren. Leute die Grund hatten zu hinterfragen, und nicht unbedingt sofort das neue Iphone brauchten. Sowas hat mich nie interessiert. Allerdings hab ich mich keiner Denkweise lange zugehörig gefühlt. Punk, Hippie, Links, Rechts, Gradeaus, Schwarz, Weiß, ist alles nicht mein Ding.
Im allgemeinen war ich also etwas anders, aber nicht...komisch wenn ich das so sagen darf.
In den letzten Monaten meiner Schulzeit hab ich sie kennengelernt. Das kann ich alles abkürzen, es war Liebe, sie war toll, sie war schwierig, sie war magisch, es gab nichts vergleichbares, ich glaubte an die wahre Liebe und so weiter und so fort.
Etwa ein Jahr lang. Und dann, aus heiterem Himmel mach ich Schluss und das wars. Ich kann bis heute eigentlich niemandem genau sagen, was genau mich dazu getrieben hat. Nur dass es zu dem Zeitpunkt vernünftig war, und ich es innerhalb kürzester Zeit zutiefst bedauert hab. ZUTIEFST bedauert. was folgte war ein vollständiger Zusammenbruch, der mich etwa ein Dreiviertel Jahr lang völlig ausser gefecht setzte. Sie lehnte den Kontakt zu mir dauerhaft ab, wollte nichts mehr von mir wissen, und ich hab mich fallen lassen. Vorher noch ab und zu ein wenig gekifft, hab ich mir in dieser Zeit einen ausgiebigen Blackout gegönnt. Da war ich 18. und ich kann mich an dieses Jahr fast vollständig nicht mehr erinnern. ich weiss nur noch, dass es schlimm war. Kiffen saufen, und auf speed nächtelang durchmachen war an der Tagesordnung. Ausbildung nach dieser Zeit war dann natürlich auch weg. kurze aufwärtsphase von etwa 3 Monaten, nix spektakuläres passiert. dann meld ich mich bei ihr, und sie legt am telefon auf. Am nächsten Tag steht sie bei mir vor der Tür und sagt mir persönlich, ich soll nie wieder Kontakt mit ihr aufnehmen. Das wars. In den 4 Wochen danach hab ich 17 Kilo abgenommen. Mit Drogen und nem Zeitarbeitsjob natürlich. etwa ein halbes Jahr Kontrollverlust. Drogen, wenig schlaf, eskalation und ein paar Aufrisse. Dann hab ich die Werbung entdeckt. Kurze Erklärung:Ich bin von Hotel zu Hotel gezogen, und von Haustür zu Haustür gegangen um Leute zur Mitgliedschaft bei einem Rettungsdienst anzuwerben. Geschah alles in einem 10-15 Mann Team voller verlorener Seelen wie ich eine war. Perfekt. Erst ging es mir spitze. Durchs Nomadenleben war man frei. Man konnte tun und lassen was man wollte. Eskalation pur für etwa 3 Monate. Im April 2014 hab ich dann meinen Sohn gezeugt. in einem Hotelzimmer mit einer jungen Frau aus meinem Team. Wusste ich natürlich noch nicht. hab ich erst erfahren, als der Junge ein halbes Jahr alt war. Auf jeden Fall nach vier Wochen mit besagter Frau, kam es zur "Trennung". War mir ziemlich schnell ziemlich egal. Weiter eskalieren, und mein Leben so Leben, dass alles andere was ich zuhause gelassen habe an bedeutung verliert. An dieser Stelle sollte ich nicht vergessen zu erwähnen, dass ich während dieser gesamten Zeit (nach eigenen Worten) an obsessiven Wahnvorstellungen litt, dass ich mit meiner Exfreundin wieder ins reine kommen würde. Unsterbliche Liebe und so. Das war ein wenig...abgedreht. Lag vielleicht auch am LSD. oder am Koks. oder dem ganzen anderen scheiss. die Masse machts...
Im Herbst nach der Zeugung meines Sohnes bekam ich meine erste Panikattacke. Das hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Ich bin doch kein Typ für Panikattacken.. Ich???
Half alles nix, es wurden mehr. Ende des Jahres gings wieder nach Hause. Völlig zerschlagen, dünn geworden, und völlig verändert.
Eine Panikattacke nach der anderen. völlig ohne erkennbare Auslöser. Ich hab mich gesträubt aber Drogen waren einfach nicht mehr machbar. nicht mal mehr kiffen. Alkohol war das einzige was Panikattacken noch effektiv verhindert bei mir. Von 2014 bis heute. Danach war es ne zeitlang recht unspektakulär. Ich zog mich immer mehr zurück aus Angst vor neuen.Triggern. immer wieder mal ein Job, aber immer nur kurz. Mitte 2015 meldet sich eine alte bekannte bei mir.Juhuu ich bin Vater. Und ich kann absolut nichts damit anfangen. Ich schäme mich, es ist falsch und verwerflich, aber ich habe keine Gefühle für das Kind. Bis heute nicht. Und der arme kann nichts dafür. und doch ist es so. Seine Mutter ist als Mensch schwer in Ordnung und eine gute Mutter, sie kommt klar, trotzdem weiss ich, dass ich diesbezüglich ein Arschloch bin, und das zieht mich runter. Ich bin ende 2016 sogar in ihre nähe gezogen(etwa 500km abstand). Ich hab allen gesagt, dass ich Vater sein will, aber eigentlich war das nur ein Vorwand. Ich wollte weg von der Heimat. Von diesen unendlich vielen Triggern, die mich tagtäglich in den Wahnsinn trieben. Dann ging es mir eine zeitlang ganz gut. Ich war alleine und einsam, aber das war okay. Ganz cooler Job, allgemein morgens ganz gut gelaunt, abends exsessiver alkoholkonsum bis zum Blackout. etwa ein Jahr lang. Dann wieder ein Umzug, und ich lerne meine aktuelle Freundin kennen. Ich bin jetzt in einer tollen Beziehung, die meine negativen Auslöser, und gedanken, und schuldgefühle etc. stark dämpft, allein durch ihre anwesenheit, trotzdem ist es jetzt offensichtlich. Ich baue mir gerade ein geregeltes Leben auf, und diese Trigger sind immer noch da. Alle zusammen. Ich habe es unter kontrolle, aber wie lange noch: Deshalb suche ich nach antworten. Ich will wissen was nicht mit mir stimmt. Denn das etwas nicht stimmt ist bei mir definitiv fakt. Ich weiß nur nicht was. Dieses Forum hat mich hellhörig gemacht, und jetzt frage ich euch.

Bin ich Bipolar?

Wie gesagt ist ein Termin erst ab september möglich, trotzdem würde ich gerne eure Meinung hören, da ich mich doch dann schonmal drauf einstellen kann, und auch die zeit bis dahin noch durchhalte.

Im vorraus schon mal vielen Dank!
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Meinung ist gefragt

Whooops 451 05. 07. 2018 22:52



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