Bitte um Rat an Angehörige

31. 03. 2018 15:37
Hallo,

ich bin relativ neu hier, habe mich jedoch durch so einige Beiträge schon gelesen.

Bei meinem jüngeren Bruder wurde die Bipolarität festgestellt. Was wir schon länger vermutet haben, aber es war leider ein sehr schwerer Weg bis man richtig ernst genommen wurde. Das Thema Hilfe bekommen ist ja eh eine Sache für sich. Wie viele Telefonate man tätigen und wie viel Druck man machen muss... da kann man Bücher drüber schreiben.

Nun ist er ist freiwillig in offener stationärer Behandlung und hatte das akut auch sehr nötig. Für mich und meine Familie war es schon ein großer Schritt seinerseits, dass er es diesmal sogar WOLLTE. Das war nämlich sehr lange nicht der Fall (Thema: Krankheitseinsicht).

Nun ist er zwar dort seit einigen Tagen und medikamentös wurde auch schon angefangen zu behandeln, jedoch ist es für Angehörige manchmal schwer nachzuvollziehen was genau los ist. Wir haben zwar so einiges schon mitgemacht und erlebt, aber trotzdem weiß man nie so recht sich zu helfen.
Bevor er stimmungsstabilisierende Medikamente bekam, war er guter Dinge und sagte uns, dass wir uns keine Sorgen machen müssen und es ihm dort gut geht.
Seit zwei Tagen bekam er abends dann Medikamente und seit dem ist er sehr vorwerfend. Über das Wochenende konnte er nach Hause,was er auch in Anspruch nahm. Aber die Stimmung ist eher in Richtung : "ihr macht nichts, wieso bin ich der einzige der etwas macht in dieser Familie" und Dinge wie, er sei ja der Sündenbock und Ähnlichem. Ob das jetzt mit dem Medikament zusammenhängt kann man sicher nicht direkt sagen, da solche Stimmungen auch zuvor herrschten.

Ich würde sehr gerne von Angehörigen oder sogar selber Betroffenen hören, ob das nun mal dazu gehört und wir da durch müssen quasi. Oder generell eigene Erfahrungen hören. Bis eine Wirkung des Medikamentes eintritt bedarf es sicher noch einiger Zeit, das ist mir bewusst. Aber man macht sich irgendwie doch noch Sorgen, da er zum Beispiel über Stiche im Herzen klagt, die als Nebenwirkung auftraten. Da aber über die Ostertage die Stationsärztin nicht da ist, geht das mehr oder weniger unter. Dann macht man sich manchmal doch einen Kopf, ob man denn nicht genug tue, obwohl man ja eigentlich weiß WIE VIEL man getan hat und tut. Aber zu hören, dass wir nichts zu Hause ändern ist halt so eine Sache.. Klar kann man sich als Familie auch weiterentwickeln und verändern, aber dafür muss er erstmal stabil sein!
Man fühlt sich manchmal allein gelassen mit allem und weiß nicht so recht sich zu helfen, deshalb entschloss ich mich zunächst hierher zu wenden.

Der ein oder andere Rat würde wirklich sehr gut tun, einfach um zu wissen, dass man vielleicht noch genug durchhalten muss. (wobei man dazu sagen muss, dass wir schon sehr sehr viel durchgehalten haben.)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.03.18 15:39.
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gänseblümchen.123 1333 31. 03. 2018 15:37

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kinswoman 299 31. 03. 2018 16:22

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gänseblümchen.123 298 31. 03. 2018 17:16

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dry 277 31. 03. 2018 18:47

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gänseblümchen.123 208 31. 03. 2018 23:51

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AmE 246 31. 03. 2018 20:11

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kinswoman 227 01. 04. 2018 12:27

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gänseblümchen.123 208 03. 04. 2018 22:44

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Irma 230 04. 04. 2018 10:10

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Partnerin2013 203 04. 04. 2018 20:24

... aus meiner Erfahrung und Sicht als Betroffene.

Deborah 276 05. 04. 2018 12:48

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gänseblümchen.123 179 17. 04. 2018 21:14

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kinswoman 199 17. 04. 2018 22:06

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Eisbaer 473 18. 04. 2018 10:53

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gänseblümchen.123 305 21. 04. 2018 21:55



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